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Existenz des letzten armenischen Dorfes in der Türkei gefährdet

9. Februar 2025 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Dem Dorf Vakifli drohen laut Medienberichten großflächige Enteignungen zugunsten eines Wohnbauprojekts


Ankara/Wien (kath.net/KAP) Vakifli, das letzte zur Gänze von Armeniern bewohnte Dorf in der Türkei, ist laut dem "Pro Oriente"-Informationsdienst (Freitag) in seiner bisherigen Existenz bedroht. Vakifli liegt in der Provinz Hatay und zählt nicht einmal 150 Einwohnerinnen und Einwohner, die großenteils der Armenisch-apostolischen Kirche angehören. Beim Erdbeben im Februar 2023 wurde das Dorf wie die gesamte Region heftig getroffen, viele Gebäude wurden zum Teil schwer beschädigt. Nun droht weitere Gefahr für das Dorf. Die Bewohner befürchten einen demografischen Wandel, nachdem türkische Behörden u.a. in Vakifli ein großes staatliches Wohnbauprojekt planen. Darüber berichteten das Portal "Syriac Press" und die türkische Nachrichtenagentur Bianet.


Konkret geht es demnach um ein Vorhaben der türkischen Wohnungsbaugesellschaft (TOKI) mit insgesamt 1.353 Häusern im Distrikt Samanda der Provinz Hatay, u.a. auch in Vakifli. Die Dorfbewohner befürchten, dass das Wohnungsbauprojekt das historische, kulturelle und soziale Gefüge des Dorfes verändern würde. Fast die Hälfte des Dorfes sei von Enteignungen bedroht. Mit der Behörde gab es laut "Syriac Press" in den vergangenen Jahren auch schon Konflikte in der Provinz Mardin, in der es noch einige von syrischen Christinnen und Christen bewohnte Dörfer gibt. Ebenso seien Bauprojekte auf Grundstücken armenisch-katholischer Friedhöfe in Ankara und Van umgesetzt worden.

Bereits vor mehreren Jahren hatte laut dem Bericht von Bianet die armenische Kirchen-Stiftung von Vakifli ein Gerichtsverfahren eingeleitet, um 36 Immobilien zurückzufordern, die als Eigentum der armenischen Gemeinschaft identifiziert worden waren. Diese Grundstücke waren im Laufe der Zeit an die Staatskasse oder an Privatpersonen übertragen worden. Trotz eines Urteils des türkischen Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2022, das eine Verletzung der Eigentumsrechte feststellte, wurden die strittigen Grundstücke bislang nicht an die Stiftung zurückgegeben.

Bei den Bewohnern von Vakifli handelt es sich um Nachkommen jener 4.092 Armenierinnen und Armenier, die während der vielfach als Völkermord bezeichneten massenhaften Vertreibungen und Tötungen armenischer und syrischer Christen im Jahr 1915 entkamen und am nahegelegenen Berg Musa Dagi Zuflucht fanden. Sie wehrten 53 Tage lang die Angriffe der osmanischen Truppen ab, bis die Besatzung eines französischen Kriegsschiffs eine Fahne mit der Aufschrift "Christen in Not: Retten" sah. Die armenischen Flüchtlinge wurden von den Franzosen in die ägyptische Hafenstadt Port Said evakuiert und viele kehrten nach Kriegsende wieder in ihre Heimat zurück.

Die damaligen Ereignisse bildeten die Grundlage für Franz Werfels bekannten Roman "Die 40 Tage des Musa Dagh". Die Dorfbewohner sprechen untereinander in einem einzigartigen lokalen armenischen Dialekt, der als Musa Da-Armenisch bekannt und mit arabischen und türkischen Wörtern durchmischt ist.

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Lesermeinungen

 ChristinderWelt 9. Februar 2025 
 

SalvatoreMio

Ja ich erinnere mich an eine Stadt in NRW - Lützerath - die wegen des Ausbaus des Tagebaus komplett abgerissen wurde. Ein Schulfreund meiner Tochter war katholischer Pfarrer dort und hat sich den Demonstranten dort immer heimlich angeschlossen aber alles hat nicht geholfen. Hier im Nachbarort wird der Kirchplatz neu angelegt und der dort bisherige Teil des alten Friedhofs wird eingeebnet. Es finden dort zwar schon länger keine Bestattungen mehr statt, aber Angehörige haben dort noch Gräber.


1
 
 girsberg74 9. Februar 2025 
 

Ich kann nicht umhin zu denken,

dass es darum geht, nicht-islamische Gemeinschaften / Kulturen zu unterdrücken, zwar auf eine Weise, die nicht sofart schreit, doch auf leise Weise die Absicht erledigt.

Und so etwas ist noch in der NATO !


1
 
 SalvatoreMio 9. Februar 2025 
 

Das dürfte sehr bitter werden! Traurig!

Da bleibt nur zu hoffen, dass die Bewohner eine angemessene Entschädigung erhalten und einen anderen Lebensraum, der ihnen entspricht. - Im Übrigen: wir kennen es auch in Europa vom Kohlebergbau, wo die Bewohner weichen mussten und man auch vor den Friedhöfen nicht Halt machte oder wo auch schon mal ein Dorf im neuen Stausee verschwand. -


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