Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  7. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  10. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  11. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  12. THESE: Warum die UNO weg muss!
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Existenz des letzten armenischen Dorfes in der Türkei gefährdet

9. Februar 2025 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Dem Dorf Vakifli drohen laut Medienberichten großflächige Enteignungen zugunsten eines Wohnbauprojekts


Ankara/Wien (kath.net/KAP) Vakifli, das letzte zur Gänze von Armeniern bewohnte Dorf in der Türkei, ist laut dem "Pro Oriente"-Informationsdienst (Freitag) in seiner bisherigen Existenz bedroht. Vakifli liegt in der Provinz Hatay und zählt nicht einmal 150 Einwohnerinnen und Einwohner, die großenteils der Armenisch-apostolischen Kirche angehören. Beim Erdbeben im Februar 2023 wurde das Dorf wie die gesamte Region heftig getroffen, viele Gebäude wurden zum Teil schwer beschädigt. Nun droht weitere Gefahr für das Dorf. Die Bewohner befürchten einen demografischen Wandel, nachdem türkische Behörden u.a. in Vakifli ein großes staatliches Wohnbauprojekt planen. Darüber berichteten das Portal "Syriac Press" und die türkische Nachrichtenagentur Bianet.


Konkret geht es demnach um ein Vorhaben der türkischen Wohnungsbaugesellschaft (TOKI) mit insgesamt 1.353 Häusern im Distrikt Samanda der Provinz Hatay, u.a. auch in Vakifli. Die Dorfbewohner befürchten, dass das Wohnungsbauprojekt das historische, kulturelle und soziale Gefüge des Dorfes verändern würde. Fast die Hälfte des Dorfes sei von Enteignungen bedroht. Mit der Behörde gab es laut "Syriac Press" in den vergangenen Jahren auch schon Konflikte in der Provinz Mardin, in der es noch einige von syrischen Christinnen und Christen bewohnte Dörfer gibt. Ebenso seien Bauprojekte auf Grundstücken armenisch-katholischer Friedhöfe in Ankara und Van umgesetzt worden.

Bereits vor mehreren Jahren hatte laut dem Bericht von Bianet die armenische Kirchen-Stiftung von Vakifli ein Gerichtsverfahren eingeleitet, um 36 Immobilien zurückzufordern, die als Eigentum der armenischen Gemeinschaft identifiziert worden waren. Diese Grundstücke waren im Laufe der Zeit an die Staatskasse oder an Privatpersonen übertragen worden. Trotz eines Urteils des türkischen Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2022, das eine Verletzung der Eigentumsrechte feststellte, wurden die strittigen Grundstücke bislang nicht an die Stiftung zurückgegeben.

Bei den Bewohnern von Vakifli handelt es sich um Nachkommen jener 4.092 Armenierinnen und Armenier, die während der vielfach als Völkermord bezeichneten massenhaften Vertreibungen und Tötungen armenischer und syrischer Christen im Jahr 1915 entkamen und am nahegelegenen Berg Musa Dagi Zuflucht fanden. Sie wehrten 53 Tage lang die Angriffe der osmanischen Truppen ab, bis die Besatzung eines französischen Kriegsschiffs eine Fahne mit der Aufschrift "Christen in Not: Retten" sah. Die armenischen Flüchtlinge wurden von den Franzosen in die ägyptische Hafenstadt Port Said evakuiert und viele kehrten nach Kriegsende wieder in ihre Heimat zurück.

Die damaligen Ereignisse bildeten die Grundlage für Franz Werfels bekannten Roman "Die 40 Tage des Musa Dagh". Die Dorfbewohner sprechen untereinander in einem einzigartigen lokalen armenischen Dialekt, der als Musa Da-Armenisch bekannt und mit arabischen und türkischen Wörtern durchmischt ist.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  10. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  11. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  12. Bozner Bischof: Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung feiern
  13. Kirche statt Catwalk: Hana Nitsches radikaler Weg zu Gott
  14. „Wenn Klatsch und Tratsch Wasser wären, würden wir darin ertrinken“
  15. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz