Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Sadomasochistische Gruppe auf dem Katholikentag in Würzburg
  2. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  3. Vatikan veröffentlicht scharfe Kritik an deutschen Segnungsleitfäden für Homosexuelle!
  4. GAME OVER! - Vatikan erteilt deutschem Segnungs-Leitfaden am Mittwoch nochmals eine klare Absage!
  5. „Bestellt wie eine Ware“: Scharfe Kritik an Leihmutterschafts-Fall in der CDU
  6. Berliner Jusos für Abschaffung der Ehe
  7. Kommen kirchenrechtliche Sanktionen für deutsche Bischöfe?
  8. Kirche wirke oft wie ein 'woker Diskutierverein'
  9. Priester sagt, in seiner Gemeinde gebe es viele religiöse Menschen, aber nur wenig Christen
  10. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  11. Paukenschlag in der Klimadebatte: KlimaGuru Al Gore warnt plötzlich vor neuer Eiszeit
  12. Goldenstein-Nonnen nach Romreise wieder in Salzburg eingetroffen
  13. 'Nicht mehr zeitgemäß': Katholischer Kindergarten aus Österreicht streicht Muttertagsgedichte
  14. Völliger Realitätsverlust bei deutscher Ministerin
  15. Die Minority-Report-Mentalität oder: 'Von der Schönheit, Faschisten zu töten'

Kirchen in England warnen vor Freigabe von assistiertem Suizid

19. Oktober 2024 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Nichols und anglikanischer Erzbischof Welby befürchten "Dammbruch" und fordern stattdessen bessere Palliativmedizin und Hospizversorgung.


London (kath.net/ KAP)
Führende Vertreter der christlichen Kirchen in England lehnen einen neuen Gesetzesentwurf zur Legalisierung des assistierten Suizids ab und fordern stattdessen eine bessere Palliativmedizin und Hospizversorgung. Sie warnen vor einem Dammbruch und der Gefahr, dass schutzbedürftige Menschen unter Druck geraten könnten, ihr Leben zu beenden. Zu den Warnenden gehören der katholische Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, und der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby. Hintergrund ist ein Gesetzesentwurf aus den Reihen der regierenden Labour-Partei, über den Ende November im Parlament abgestimmt werden soll, wie britische Medien berichten.
Die Labour-Abgeordnete Kim Leadbeater plant, noch am Mittwoch einen Entwurf im Unterhaus einzubringen, der unheilbar kranken Menschen in England und Wales das Recht einräumen würde, ihr Leben zu beenden. Der neue Labour-Premier Keir Starmer hatte im Wahlkampf angekündigt, Sterbehilfe legalisieren zu wollen. Der Entwurf verlangt, dass ein Richter und zwei Ärzte den Wunsch eines Patienten bestätigen müssen, der sterben will. Starmer kündigte an, den Fraktionszwang für die Abstimmung aufzuheben.


"Recht zu sterben kann zur Pflicht werden"
Kardinal Nichols schrieb in einem Hirtenbrief, die Freigabe des assistierten Suizids könne für einige Erleichterung bringen, aber für viele, besonders für Verletzliche und Menschen mit Behinderung, Angst und Beklemmung. "Seien Sie vorsichtig, was Sie sich wünschen", mahnte Nichols. "Das Recht zu sterben kann zur Pflicht werden." Auch die Rolle der medizinischen Berufe würde sich durch die Freigabe von Sterbehilfe tiefgreifend verändern.
Nichols betonte, er wisse um die tiefen Ängste und Sorge bei vielen Menschen vor einem langen Leiden und einem Verlust der Würde. Die Antwort liegt für den Kardinal jedoch nicht die Ermöglichung von Sterbehilfe, sondern in der Verbesserung von Palliativmedizin und Hospizversorgung, "damit wir alle wirklich die Aussicht haben, unsere letzten Tage im Beisein von geliebten Menschen und fürsorglichen medizinischen Fachkräften zu verbringen", wie der Kardinal sagte: "Das ist wirklich ein Sterben in Würde."
David Alton, Mitglied des House of Lords, warnte ebenfalls vor der Öffnung der "Schleusen für Euthanasie". Schutzbedürftige könnten in Gefahr geraten. Bevor das Parlament ein Gesetz beschließe, solle es die Auswirkungen in Ländern wie den Niederlanden betrachten, die den Schutz der Schwachen durch unwirksame Sicherheitsvorkehrungen aufgegeben hätten, so der katholische Politiker. Er forderte ein stärkeres Engagement für mobile Hospizdienste und rief dazu auf, Menschenwürde und "die Heiligkeit des Lebens" zu wahren.

Mutter Welbys empfand sich als "Last"
Anglikaner-Primas Welby äußerte in einem BBC-Interview die Befürchtung, dass die Einführung einer Sterbehilfe-Gesetzgebung "den Weg für eine Ausweitung ebnet" und auch Menschen, die nicht unheilbar krank sind, sich unter Druck gesetzt fühlen könnten, danach zu fragen. Der Erzbischof von Canterbury sprach auch über seine Mutter, die 2023 im 94. Lebensjahr starb. Vor ihrem Tod habe sie das Gefühl beschrieben, eine "Last" zu sein, berichtete Welby. Er habe Sorge, wie viele andere Menschen sich gezwungen fühlen könnten, um den Tod zu bitten, wenn sie sich genauso fühlten, so der anglikanische Erzbischof.
Labour-Parlamentarierin Leadbeater betonte zuletzt in Interviews, dass es im aktuellen Gesetzesvorschlag um unheilbar kranke Menschen gehe. Britische Medien berichteten aber auch, dass eine Gruppe von mehr als 50 Abgeordneten aus verschiedenen Parteien bereits fordert, dass das Gesetz zur Sterbehilfe nicht nur für unheilbar Kranke, sondern auch für unheilbar Leidende gelten soll.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

England

  1. Kardinal Nichols: „Das kostbarste Geschenk, das der Kirche anvertraut ist: das heilige Messopfer“
  2. Sogar Kreuzzeichen sind verboten – Bannmeile um englische Abtreibungsklinik
  3. England der Mutter Gottes geweiht
  4. UK: Neues Oratorium wird in Manchester errichtet
  5. Oratorianer wird neuer Bischof von Newcastle
  6. Gender: ‚Nicht nur Mädchen und Frauen bekommen die Periode’
  7. Bischöfe von England und Wales: Botschaft zum Transgender-Gedenktag

Selbstmord

  1. Papst bittet um Unterstützung für selbstmordgefährdete Menschen
  2. Suizidbeihilfe? – „Diese Sichtweise widerspricht der Position der katholischen Kirche“
  3. Erzbischof Paglia: Priester dürfen assistierten Suizid begleiten
  4. Student stürzt sich vom Kölner Dom
  5. Suizid: Praktizierende Homosexuelle gefährdeter als Ehepaare
  6. Bayern: Priester tot aufgefunden, offenbar Selbstmord
  7. Jede Unterstützung einer Selbsttötung verbieten






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Vatikan veröffentlicht scharfe Kritik an deutschen Segnungsleitfäden für Homosexuelle!
  3. Sadomasochistische Gruppe auf dem Katholikentag in Würzburg
  4. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  5. GAME OVER! - Vatikan erteilt deutschem Segnungs-Leitfaden am Mittwoch nochmals eine klare Absage!
  6. Kommen kirchenrechtliche Sanktionen für deutsche Bischöfe?
  7. Priester sagt, in seiner Gemeinde gebe es viele religiöse Menschen, aber nur wenig Christen
  8. „Bestellt wie eine Ware“: Scharfe Kritik an Leihmutterschafts-Fall in der CDU
  9. Kennen Sie schon das Martinshorn-Gebet?
  10. Paukenschlag in der Klimadebatte: KlimaGuru Al Gore warnt plötzlich vor neuer Eiszeit
  11. Kardinal Müller: Geld war bei Papstwahl nicht entscheidend
  12. Der blinde Fleck: Wieviel Epstein steckt in uns?
  13. Goldenstein-Nonnen nach Romreise wieder in Salzburg eingetroffen
  14. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  15. Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. wird Mitte Mai erwartet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz