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Thomas Schirrmacher gibt Leitung der Weltweiten Evangelischen Allianz ab

11. April 2024 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Deutscher Theologe aus Gesundheitsgründen als Generalsekretär der evangelikalen Dachorganisation zurückgetreten


Bonn (kath.net/KAP) Der deutsche Theologe und Religionswissenschaftler Thomas Paul Schirrmacher (63) ist als Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) zurückgetreten. Er legte seine Funktionen laut einem Bericht des Medienmagazins PRO vom Montag wegen gesundheitlichen Gründen mit Monatsbeginn zurück. Seine Agenden übernimmt ein Interims-Leitungsteam unter dem Vorsitzenden des Internationalen Rats, Goodwill Shana, bis ein neuer Generalsekretär gefunden wird. Die WEA hat ihren Sitz in Deerfield (US-Bundesstaat Illinois) und ist laut eigenen Angaben mit 600 Millionen Mitgliedern in 129 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Römisch-Katholischen Kirche.

Schirrmacher erklärte, aufgrund seiner Long-Covid-Erkrankung falle es ihm schwer, sich zu konzentrieren, Zahlen zu merken oder auch zu formulieren, besonders aber die vielen mit seinem Amt verbundenen Reisen. Für eine Therapie müsse er sich längere Zeit zurückziehen, was als Generalsekretär nicht möglich sei. Er werde nicht in Ruhestand gehen, sondern wieder aktiver als Präsident des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit auftreten, sagte er. Zudem gebe es Pläne für den Ausbau eines Zentrums zum Interreligiösen Dialog in Bonn, in dem er ebenfalls mitarbeiten werde.


In Deutschland gilt Schirrmacher als ein führender Experte zum Thema Christenverfolgung, war dort mehrfach als Sachverständiger für den Bundestag tätig und wird dort auch im April im Menschenrechtsausschuss sprechen. Zudem ist er Berater der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung des weltweiten Ökumenischen Rates der Kirchen. Bei der WEA war Schirrmacher seit 1999 in verschiedenen Funktionen tätig, u.a. als Vorsitzender der Theologischen Kommission und Botschafter für Menschenrechte sowie in intensiven Kontakte zur katholischen Kirche, zur Orthodoxie sowie zu den großen Weltreligionen. Zuletzt war er ab 2021 Generalsekretär.

Schirrmacher war weiters auch einer der Architekten der 2011 veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Vatikan, des Weltkirchenrats und der WEA "Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt". Die Erklärung dokumentierte eine neue Zusammenarbeit von Partnern, die sich in der Vergangenheit nicht allzu viel zu sagen hatten. 2015 nahm er an der von Papst Franziskus einberufenen katholischen Familiensynode teil, 2018 veröffentlichten Vatikan und WEA das Ergebnis eines sechsjährigen Lehrgesprächs über die Heilige Schrift und die Tradition sowie die Bedeutung der Kirche für das Heil.

kath.net-Artikel von und über Thomas Schirrmacher: siehe Link

kath.net-Interview mit Thomas Schirrmacher: Synodenbeobachter Prof. Schirrmacher (Evangelische Allianz) kritisiert Medienrezeption der Bischofssynode, dies gelte "selbst dann, wenn verärgerte Synodenväter selbst Sachen an die Presse lancieren" - siehe Link

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Foto oben: Prof. Schirrmacher als geladener Beobachter der Vatikansynode (c) Thomas Schirrmacher


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