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Historiker Wolffsohn: ‚Kirche macht sich überflüssig’

15. Februar 2024 in Spirituelles, 11 Lesermeinungen
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Die EKD falle in erster Linie durch politisches Engagement auf. Als eine von vielen nichtstaatlichen Organisationen verzichte die Kirche auf ihr ‚Alleinstellungsmerkmal Gottesbotschaft’, kritisiert der jüdische Historiker.


Zürich (kath.net/jg)
Die Kirche schaffe sich selbst ab, „denn seit Jahrzehnten beschäftigt sie sich eher selten mit dem Thema Gott-Mensch“, schreibt der jüdische Historiker Michael Wolffsohn in einem Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung.

Die Kirche mache sich als Institution damit überflüssig und begehe die „größte Dummheit“, fährt er fort. Statt Gott zu verkünden befassten sich die Kirchen mit Sexualtheologie, Zölibat, Genderfragen, Sozialethik und Politik. Letzteres treffe besonders für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zu.


„Mehr als andere betätigt sich die EKD als NGO, als austauschbarer Verband in der Verbandsdemokratie“, kritisiert Wolffsohn. Als eine von vielen nichtstaatlichen Organisationen verzichte die Kirche auf ihr „Alleinstellungsmerkmal Gottesbotschaft“ und mache auf diese Weise „sich selbst überflüssig“, schreibt er weiter.

Nach seiner Ansicht sind die Vertreter der Kirche entscheidend. Wo diese überzeugend den Glauben praktizieren, hätten die Kirchen und auch das Judentum in der Diaspora Zulauf. Wolffsohn wörtlich: „Wie kann und soll die einzelne Person die religiösen Regeln ihrer Institution einhalten, wenn deren Personal die eigenen Regeln selbst nicht einhält, Wasser predigt und Wein trinkt?“

In der säkularisierten Moderne gebe es zwar Spiritualität, doch sei diese nicht auf den biblisch, kirchlich oder rabbinisch beschriebenen Gott gerichtet. Viele Menschen glauben an eine den Kosmos durchdringende, spirituelle Urkraft, schreibt Wolffsohn. Das betreffe allerdings nicht den Islam. Die islamische Welt sei „von dieser Entwicklung Lichtjahre entfernt. Der Islam-Turm wankt noch nicht“, schreibt er.

 


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