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Vatikan-Archivar: SS-Mann sollte Pius XII. ermorden

18. September 2023 in Chronik, 7 Lesermeinungen
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Papst sollte bei einer Audienz zu erstochen werden, SS-Mann weigerte sich aber den Auftrag auszuführen


Rom (kath.net/KAP) In der Debatte um das umstrittene Verhalten von Papst Pius XII. im Zweiten Weltkrieg ist ein neues Detail aufgetaucht. Der Vatikanarchivar Giovanni Coco sagte der Tageszeitung "Corriere della Sera" (Sonntagsbeilage "Lettura"), ein 1963 in den Papstgemächern gefundener Dolch mit einem Hakenkreuz habe den Vatikan auf die Spur eines in den 1940er Jahren geplanten Mordanschlags der SS gegen den Papst gebracht.


Den Dolch habe Johannes XXIII., der Nachfolger des Weltkriegs-Papstes, in der päpstlichen Wohnung gefunden. Die frühere Papst-Haushälterin, Schwester Pascalina Lehnert (1894 - 1983), habe auf Nachfrage berichtet, dass ein SS-Mann Papst Pius XII. den Dolch übergeben habe. Ursprünglich sei er beauftragt gewesen, den Papst damit bei einer Audienz zu erstechen, er habe sich dann aber geweigert, den Auftrag auszuführen.

Laut Einschätzung des Vatikan-Archivars ist der Dolchfund ein weiterer Beleg dafür, dass Pius XII. in den 1940er Jahren unter erheblichem Druck stand. Auch eine Besetzung des Vatikans durch deutsche Truppen sei damals befürchtet worden. Von September 1943 bis Juni 1944 hielten deutsche Truppen Rom besetzt, verschonten aber den Vatikan und die zum Vatikan gehörenden Gebäude in Rom. Im Oktober 1943 deportierte die SS mehr als tausend Juden aus Rom ins Vernichtungslager Auschwitz.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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