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Indien: Erneute Gewaltausbrüche im Bundesstaat Manipur

14. September 2023 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Wieder Zusammenstöße von Angehörigen der verschiedenen ethnischen Gruppen mit zwei Toten, 40 Verletzen und Tränengas-Einsatz der Polizei


Neu-Delhi (kath.net/KAP) Zu erneuten Gewaltszenen ist es in den vergangenen Tagen in dem von interethnischen Konflikten geprägten indischen Bundesstaat Manipur gekommen. Einem Bericht des römischen Nachrichtendienstes "Fides" (Montag) zufolge kamen am Freitag zwei Menschen bei Zusammenstößen der verfeindeten Gruppen ums Leben, rund 40 wurden verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen und die Zusammenstöße zu beenden, hieß es in dem Bericht. Zuvor war am Donnerstag in fünf Bezirken Manipurs als Vorsichtsmaßnahme eine Ausgangssperre verhängt worden.

Erst vor einer Woche hatten UN-Menschenrechtsexperten über andauernde schwere Menschenrechtsverletzungen in Manipur gewarnt. Weiterhin komme es dort zu mutmaßlichen sexuellen Gewalttaten, außergerichtlichen Tötungen, Zerstörungen von Häusern, Zwangsumsiedlungen, Folter und Misshandlungen, hieß es in einem Bericht. Zuvor waren seit Mai rund 160 Menschen - die meisten von ihnen aus der ethnischen Gemeinschaft der christlichen Kuki - getötet, mehr als 300 Menschen verletzt, 70.000 vertrieben und 3.700 Gebäude, darunter Häuser, Tempel und Kirchen, niedergebrannt worden.


Der ethnisch-religiöse Konflikt hatte am 3. Mai mit einem Protest der christlichen Kuki gegen die beabsichtigte Gewährung des Status "gelisteter Stamm" für die mehrheitlich hinduistischen Meitei begonnen. Dieser Status hätte den wohlhabenden Meitei, die 53 Prozent der 3,2 Millionen Einwohner Manipurs ausmachen, besondere wirtschaftliche und soziale Privilegien im Rahmen des indischen Förderprogramms für gelistete Stämme verschafft. Seitdem kommt es immer wieder zu gewaltsamen und blutigen Zusammenstößen zwischen den beiden Ethnien, wobei das religiöse Element angesichts der unterschiedlichen Glaubensrichtungen der beiden Gruppen bald instrumentalisiert wurde.

Indiens Premierminister Narenda Modi äußerte sich erst dann zu der Gewalt, als erschütternde Videoaufnahmen von zwei Kuki-Frauen, die in der Öffentlichkeit gedemütigt und gefoltert wurden, im Internet kursierten. Den jüngsten Bericht der UNO nannte der Regierungschef "ungerechtfertigt und irreführend" und wies die Anschuldigungen von weitgehender Tatenlosigkeit der Behörden bei Anzeigen zurück. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen wie "Christian Solidarity Worldwide" oder "Karwan-e-Mohabbat" teilten hingegen die Bedenken der Vereinten Nationen und forderten mit ihnen die indische Regierung auf, "der Gewalt in dem Bundesstaat ein Ende zu setzen und sicherzustellen, dass die Täter vor Gericht gestellt werden".

Zu Wort meldete sich am Wochenende auch der regionale Bischofsrat von Nordostindien, der sich bei einer Pastoralkonferenz im indischen Guwahati traf. Man wolle konkrete Wege der Versöhnung suchen und Brüderlichkeit fördern, wobei die Papst-Enzyklika "Fratelli tutti" wichtige Anhaltspunkte liefere, hieß es in einer Mitteilung. Zugleich wurde die "tiefe Solidarität mit der Bevölkerung in Manipur" zum Ausdruck gebracht.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 J. Rückert 14. September 2023 
 

Fratelli tutti

wird auch für uns an Bedeutung gewinnen.


0
 

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