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Facebook-Chef gesteht Zensur in Hunter-Biden-Affäre ein

15. September 2022 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Die Zirkulation entsprechender Informationen rund um den Sohn von Joe Biden wurde in der Vorwahlzeit tagelang unterdrückt. Problematisch ist jedenfalls die offensichtliche Ungleichbehandlung der beiden Präsidentschaftskandidaten.


Washington D.C. (kath.net/mk) Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat unlängst in einem Interview eingeräumt, dass sein Konzern im Vorfeld der letzten US-Präsidentschaftswahlen die Verbreitung einer kompromittierenden Geschichte über Joe Bidens Sohn Hunter unterdrückte. Das berichtet die WELT. Im Vorfeld sei das FBI auf ihn zugekommen und habe ihn aufgefordert, „wachsam“ gegenüber der Verbreitung „russischer Propaganda“ zu sein. Als dann im Herbst 2020 die sogenannte „Hunter-Biden-Laptop-Affäre“ bekannt wurde, habe Facebook die Zirkulation entsprechender Informationen tagelang reduziert, um nach Zuckerbergs Angaben auf die Bewertung „externer Fakten-Checker“ zu warten. Im Nachhinein habe sich zwar ein zumindest begründeter Verdacht gegen Hunter Biden bestätigt, dennoch habe der Konzern mit der einstweiligen Informationsunterdrückung richtig gehandelt, glaubt der Facebook-Chef unter Verweis auf die FBI-Warnung.


Auslöser der Affäre kurz vor der heiß umkämpften Trump-Biden-Wahl war ein Artikel der US-Boulevard-Zeitung „New York Post“ vom 14. Oktober 2020, wonach sich auf einer gesicherten Festplatte eines Laptops von Hunter Biden rekonstruierte Mails befänden, die Hunters und auch Joe Bidens Verwicklung in korrupte Geschäfte im ukrainischen Energiesektor nachweisen würden. Wie hoch der Wahrheitsgehalt dieser Vorwürde ist, bleibt bis heute unklar, weil sich Experten nicht einig sind, wie viele der angeblich rekonstruierten Mails authentisch sind, zumal der Laptop durch viele Hände ging. Ein konservativer „Times“-Journalist ging aber bereits im Oktober 2020 von einer vor einer Wahl typischen „Oppositionsrecherche“ und keiner russischen Desinformationskampagne aus.

Die Geschichte hinterlässt jedenfalls eine Kontroverse darüber, wie Medien und Social-Media-Konzerne mit Informationen umgehen sollen, die das Potenzial haben, Wahlen zu beeinflussen oder sonst schädigend zu wirken. Dabei ist zu beachten, dass ein Schaden in der Regel nur dann entstehen kann, wenn die Information tatsächlich falsch ist. Ist sie aber wahr, dann wird hingegen durch ihre (zumindest längerfristige oder systematische) Unterdrückung ein Schaden eintreten. Zuckerberg rechtfertigt zwar den konkreten Fall mit einer FBI-Warnung, doch auch staatliche Behörden können irren bzw. auf einem einseitigen Kurs unterwegs sein. Problematisch ist hier jedenfalls die offensichtliche Ungleichbehandlung der beiden Präsidentschaftskandidaten: Nie bestätigte Geschichten über angebliche Trump-Treffen mit Prostituierten in Russland wurden nie derart wie die Affäre um Hunter Biden unterdrückt. Es drängt sich – auch bei anderen „Krisen“ der vergangenen Zeit – der Verdacht auf, dass Social-Media-Riesen, an der Kandare bestimmter politischer Gruppen, sehr wohl entscheiden, was wahr sein soll und was nicht wahr sein darf.


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