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Kanada: 2021 stiegen die anti-katholischen Straftaten um 260 %, bei anderen Religionen "nur" um 60 %

31. August 2022 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Eine offensichtliche Ursache sind die Veröffentlichungen von Berichten über die ein Jahrhundert zurückliegenden Todesfälle indigener Kinder an katholischen Schulen - Die Indigenen selbst verurteilen die Hassanschläge.


Toronto (kath.net/mk) Die Katholiken in Kanada leiden unter dem höchsten Anstieg religionsbasierter Hassvergehen und -verbrechen im Jahr 2021. Dies berichtet „Catholic News Agency“ unter Berufung auf die Catholic Civil Rights League, eine unabhängige Laienorganisation aus Toronto, die anti-katholische Straftaten beobachtet. Die schwersten Verbrechen letztes Jahr betrafen Brandstiftungen an Kirchen, doch das (auch „einfachen“ Vandalismus beinhaltende) Gesamtausmaß, welches in den Massenmedien meist nicht berichtet wird, beläuft sich auf einen Anstieg von 260 % (also beinahe eine Vervierfachung) gegenüber dem Vorjahr entsprechend der offiziellen polizeilichen Statistik. Bei anderen Religionen ergab sich im Schnitt nur eine Zunahme von rund 60 %.


Solche Auswüchse müssen nicht immer auf den Anstieg tatsächlicher Vergehen zurückzuführen sein, sondern können auch auf einer erhöhten Sensibilisiertheit nach großen Verbrechen beruhen. Denn bekanntermaßen gelangt ein Großteil der Straftaten gar nicht auf die Schreibtische der Polizei. Dennoch ist die vor allem zwischen Mai und August 2021 zu verzeichnende Spitze erschreckend, und sie dürfte einen einfachen Grund haben: Im Mai waren die ersten Berichte über namenlose Gräber auf den Gründen ehemaliger Internate in katholischer und protestantischer Trägerschaft veröffentlicht wurden, die der Kirche eine Mitschuld am Tod vieler (vor allem indigener) Schüler anlasteten. Die Reaktionen in den Nachrichten verschwiegen oft die Tatsache, dass die Berichte bislang nur Vermutungen angestellt hatten, die erst zu überprüfen waren.

Diese Berichte dürften zum Anstieg der antireligiös motivierten Straftaten wesentlich beigetragen haben. Deshalb fordert die Catholic Civil Rights League die kanadischen Politiker auf, öffentlich gegen diese alarmierende Entwicklung aufzutreten. Jedenfalls spreche nichts dafür, dass die Hassvergehen von Indigenen durchgeführt wurden; denn deren Anführer hätten die Taten meist prompt verurteilt, und darüber hinaus seien auch Kirchen auf indigenem Land niedergebrannt worden.
Der Papst hat sich bei seinem Kanada-Besuch vor wenigen Wochen bei Vertretern der Ureinwohner für die geschehenen Missbräuche entschuldigt und auch von Völkermord gesprochen. Die Schulen wurden im 19. Jahrhundert geschaffen, der Besuch war verpflichtend und oft weit weg von den Familien der Kinder. Die (spärliche) Finanzierung ging vom Staat aus, der die Kinder aus der Armut holen und zu erfolgreichen Mitgliedern der modernen Gesellschaft machen wollte. Vernachlässigung und Krankheiten wie Tuberkulose oder Grippe trugen dazu bei, dass tausende Schüler, vor allem eben indigene, starben.

Weiterführender Link: Wie US-Medien Brandanschläge auf kanadische Kirchen rechtfertigen


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