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„Diakoninnen“ - das Dilemma des Papstes

26. August 2022 in Kommentar, 65 Lesermeinungen
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„Heuchlerisch schiebt man dem Papst in die Schuhe, wofür man selber nicht mehr einstehen will. Wenn so die ‚Treue‘ zu Kirche aussieht, wie wird dann erst der Verrat daherkommen?“ Kommentar von Joachim Heimerl


Wien (kath.net/joh) Spätestens seit Beginn des Synodalen Irrwegs werden die Stimmen lauter, die behaupten, das Schicksal der Kirche hinge an den Frauen; deshalb müssten sie wenigstens zu „Diakoninnen“ geweiht werden. Dies meint etwa Kardinal Marx, der auch meint, die Zeit sei dafür eben „reif“.

Die Stimmen der Zeit aber sind weder die Stimme Gottes, noch „reifen“ die Sakramente im Licht der Zeit heran. Stattdessen hat sie Christus ein für allemal eingesetzt, als „wirksame Zeichen der Gnade, durch die uns das göttliche Leben gespendet wird“ (KKK1131).

Kraft göttlicher Autorität aber hat Christus nur Männer zum Apostelamt berufen, und aus diesem Grund hat die Kirche keine eigene Autorität, aus der sie eine Vollmacht ableiten könnte, Frauen die Weihen zu spenden, heute nicht, morgen nicht, ganz gleich, was die Stimmen der Zeit fordern. Daran kann auch Kardinal Marx nichts ändern nichts; zu gerne würde der deshalb den Diakonat von den beiden anderen Weihestufen entkoppeln; als „Trostpreis“ für kirchlich ambitionierte Frauen und schließlich als „Türöffner“ zum Priester- und Bischofsamt.

So schräg dieser Taschenspielertrick ist, so faul ist er natürlich auch. Christus hat nämlich nicht drei von einander unabhängige Ämter eingesetzt, sondern ein einziges Amt in drei Stufen. Die Weihen verleihen deshalb einen jeweils graduellen Anteil an dem einen und einzigen Amt, am Hohenpriestertum Christi. Mit anderen Worten: Es gibt kein separates Diakonat als kirchenpolitischen Selbstzweck, und so wenig es einen weiblichen Christus gibt, so wenig könnte überdies eine Frau an jenem sakramentalen Priestertum Christi Anteil haben, dessen niedrigste Stufe wiederum der Diakonat bezeichnet.


So unveränderlich und endgültig die Lehre der Kirche ist, so sehr ist sie inzwischen unter Beschuss geraten. Dies umso mehr, seitdem neben Marx und Bätzing auch weitere Bischöfe die Lehre der Kirche bezweifeln. Dass sie damit ihr Weiheversprechen brechen, ist eine Sache, eine andere ist es, dass sie zugleich in der Öffentlichkeit falsche Erwartungen wecken und den Druck auf die Kirche genau dort erhöhen, wo sie selbst als Hirten und Lehrer versagt haben.

Während sie sich gern als aufgeschlossene „Reformer“ zu Markte tragen, weisen sie deshalb entschieden von sich weg auf den Papst: Der könne ja alles ändern, wenn er nur wolle. Selten hat man eine größere Scheinheiligkeit und eine größere Ignoranz gesehen. Heuchlerisch schiebt man dem Papst in die Schuhe, wofür man selber nicht mehr einstehen will. Wenn so die „Treue“ zu Kirche aussieht, wie wird dann erst der Verrat daherkommen?

Wenn sich sogar die Hirten wegducken, wo sie sich zur Kirche bekennen und ihren Glauben verkünden sollten, kann es niemand mehr verwundern, wenn der Glaube nun völlig erodiert. Dank des Komplettausfalls der Katechese wie eines fundierten Religionsunterrichts kennt ohnehin kaum noch wer die Basics des Katholischen: „Sakramente? - Nie gehört!“

Dieses große Nichtwissen korrespondiert mit dem noch größeren Nichtkennen Christi, und beides hat inzwischen das Innere der Kirche erfasst. An die Stelle des Glaubens sind säkulare und sogar heidnische Ideologien getreten, die man inzwischen wie selbstverständlich für „katholisch“ hält; kein Wunder also, wenn eine „durchgegenderte“ Öffentlichkeit kein Verständnis mehr dafür hat, dass der Papst keine „Diakoninnen“ zulassen kann.

Der Papst freilich steht damit vor einem Dilemma. Dafür aber haben nicht nur die abweichenden Bischöfe gesorgt, sondern indirekt auch der Papst selbst, indem er mittlerweile die zweite Kommission eingesetzt hat, um die Rolle jener spätantiken „Gemeindeschwestern“ zu beleuchten, die interessierte Kreise als „geweihte Diakoninnen“ missverstehen wollen.

Seither ist der Erwartungsdruck auf den Papst natürlich enorm gestiegen, während die Begrenzung der Vollmacht, die die Kirche in der Weihefrage von Christus empfangen hat, die gleiche geblieben ist. Würde der Papst diese Vollmacht überschreiten und die Diakonenweihe für Frauen „öffnen“, hätte dies für die Kirche verheerende Folgen: Die Entstellung des sakramentalen Amts durch ungültige Weihen würde sie spalten und aus ihrem Innersten heraus zerstören.

Wer auch immer für „Diakoninnen“ eintritt, tritt letztlich nur dafür ein. Umgekehrt heißt Treue zur Kirche aber unbedingte Treue zu den von Christus eingesetzten Sakramenten, ganz besonders zum Weihesakrament, von dem die Gültigkeit der anderen Sakramente abhängt. Dies endgültig klarzumachen, ist die heikle Aufgabe des Papstes. Die Spendung ungültiger „Frauenweihen“ wird er dennoch kaum mehr verhindern können; dafür werden „Verbandskatholik*innen“ in Deutschland und Österreich sorgen. Unfreiwillig werden sie die Kirche damit allerdings auch von jenem Ballast des Unglaubens und des Zerfalls befreien, der sie letztlich selber sind.

Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.


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