Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  13. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  14. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  15. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition

„Diakoninnen“ - das Dilemma des Papstes

26. August 2022 in Kommentar, 65 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Heuchlerisch schiebt man dem Papst in die Schuhe, wofür man selber nicht mehr einstehen will. Wenn so die ‚Treue‘ zu Kirche aussieht, wie wird dann erst der Verrat daherkommen?“ Kommentar von Joachim Heimerl


Wien (kath.net/joh) Spätestens seit Beginn des Synodalen Irrwegs werden die Stimmen lauter, die behaupten, das Schicksal der Kirche hinge an den Frauen; deshalb müssten sie wenigstens zu „Diakoninnen“ geweiht werden. Dies meint etwa Kardinal Marx, der auch meint, die Zeit sei dafür eben „reif“.

Die Stimmen der Zeit aber sind weder die Stimme Gottes, noch „reifen“ die Sakramente im Licht der Zeit heran. Stattdessen hat sie Christus ein für allemal eingesetzt, als „wirksame Zeichen der Gnade, durch die uns das göttliche Leben gespendet wird“ (KKK1131).

Kraft göttlicher Autorität aber hat Christus nur Männer zum Apostelamt berufen, und aus diesem Grund hat die Kirche keine eigene Autorität, aus der sie eine Vollmacht ableiten könnte, Frauen die Weihen zu spenden, heute nicht, morgen nicht, ganz gleich, was die Stimmen der Zeit fordern. Daran kann auch Kardinal Marx nichts ändern nichts; zu gerne würde der deshalb den Diakonat von den beiden anderen Weihestufen entkoppeln; als „Trostpreis“ für kirchlich ambitionierte Frauen und schließlich als „Türöffner“ zum Priester- und Bischofsamt.

So schräg dieser Taschenspielertrick ist, so faul ist er natürlich auch. Christus hat nämlich nicht drei von einander unabhängige Ämter eingesetzt, sondern ein einziges Amt in drei Stufen. Die Weihen verleihen deshalb einen jeweils graduellen Anteil an dem einen und einzigen Amt, am Hohenpriestertum Christi. Mit anderen Worten: Es gibt kein separates Diakonat als kirchenpolitischen Selbstzweck, und so wenig es einen weiblichen Christus gibt, so wenig könnte überdies eine Frau an jenem sakramentalen Priestertum Christi Anteil haben, dessen niedrigste Stufe wiederum der Diakonat bezeichnet.


So unveränderlich und endgültig die Lehre der Kirche ist, so sehr ist sie inzwischen unter Beschuss geraten. Dies umso mehr, seitdem neben Marx und Bätzing auch weitere Bischöfe die Lehre der Kirche bezweifeln. Dass sie damit ihr Weiheversprechen brechen, ist eine Sache, eine andere ist es, dass sie zugleich in der Öffentlichkeit falsche Erwartungen wecken und den Druck auf die Kirche genau dort erhöhen, wo sie selbst als Hirten und Lehrer versagt haben.

Während sie sich gern als aufgeschlossene „Reformer“ zu Markte tragen, weisen sie deshalb entschieden von sich weg auf den Papst: Der könne ja alles ändern, wenn er nur wolle. Selten hat man eine größere Scheinheiligkeit und eine größere Ignoranz gesehen. Heuchlerisch schiebt man dem Papst in die Schuhe, wofür man selber nicht mehr einstehen will. Wenn so die „Treue“ zu Kirche aussieht, wie wird dann erst der Verrat daherkommen?

Wenn sich sogar die Hirten wegducken, wo sie sich zur Kirche bekennen und ihren Glauben verkünden sollten, kann es niemand mehr verwundern, wenn der Glaube nun völlig erodiert. Dank des Komplettausfalls der Katechese wie eines fundierten Religionsunterrichts kennt ohnehin kaum noch wer die Basics des Katholischen: „Sakramente? - Nie gehört!“

Dieses große Nichtwissen korrespondiert mit dem noch größeren Nichtkennen Christi, und beides hat inzwischen das Innere der Kirche erfasst. An die Stelle des Glaubens sind säkulare und sogar heidnische Ideologien getreten, die man inzwischen wie selbstverständlich für „katholisch“ hält; kein Wunder also, wenn eine „durchgegenderte“ Öffentlichkeit kein Verständnis mehr dafür hat, dass der Papst keine „Diakoninnen“ zulassen kann.

Der Papst freilich steht damit vor einem Dilemma. Dafür aber haben nicht nur die abweichenden Bischöfe gesorgt, sondern indirekt auch der Papst selbst, indem er mittlerweile die zweite Kommission eingesetzt hat, um die Rolle jener spätantiken „Gemeindeschwestern“ zu beleuchten, die interessierte Kreise als „geweihte Diakoninnen“ missverstehen wollen.

Seither ist der Erwartungsdruck auf den Papst natürlich enorm gestiegen, während die Begrenzung der Vollmacht, die die Kirche in der Weihefrage von Christus empfangen hat, die gleiche geblieben ist. Würde der Papst diese Vollmacht überschreiten und die Diakonenweihe für Frauen „öffnen“, hätte dies für die Kirche verheerende Folgen: Die Entstellung des sakramentalen Amts durch ungültige Weihen würde sie spalten und aus ihrem Innersten heraus zerstören.

Wer auch immer für „Diakoninnen“ eintritt, tritt letztlich nur dafür ein. Umgekehrt heißt Treue zur Kirche aber unbedingte Treue zu den von Christus eingesetzten Sakramenten, ganz besonders zum Weihesakrament, von dem die Gültigkeit der anderen Sakramente abhängt. Dies endgültig klarzumachen, ist die heikle Aufgabe des Papstes. Die Spendung ungültiger „Frauenweihen“ wird er dennoch kaum mehr verhindern können; dafür werden „Verbandskatholik*innen“ in Deutschland und Österreich sorgen. Unfreiwillig werden sie die Kirche damit allerdings auch von jenem Ballast des Unglaubens und des Zerfalls befreien, der sie letztlich selber sind.

Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  13. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Ist Jesus der Herr?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz