Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  3. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  4. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  5. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  8. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  9. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  10. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  11. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  12. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  13. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  14. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  15. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur

Mit Muslimen beten?

2. Mai 2022 in Weltkirche, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Dialog - ja, miteinander beten - nein - Anfang des Jahres fand in der Pariser Kirche Saint-Sulpice ein Gebetstreffen von Christen und Muslimen statt, das auf heftige Kritik gestoßen ist. Im Folgenden Gedanken über die Sinnhaftigkeit solcher Begegnung


Paris (kath.net/http://vision2000.at)

Anfang des Jahres fand in der Pariser Kirche Saint-Sulpice ein Gebetstreffen von Christen und Muslimen statt, das auf heftige Kritik gestoßen ist. Im Folgenden Gedanken über die Sinnhaftigkeit solcher Begegnungen.


Was halten Sie von der Begegnung von Muslimen und Christen in Saint-Sulpice?

P. François Jourdan: Meiner Meinungen nach ist die Wahl einer Kirche als Ort für Begegnung und Gebets ungeschickt. Für Muslime ist so etwas der Vorgriff auf eine fortschreitende Islamisierung Frankreichs, die auch Orte des Gottesdienstes erfasst. Hier haben wir es mit einer Doppeldeutigkeit zu tun. Man hätte das in einem Versammlungsraum der Pfarre oder dem einer benachbarten Moschee machen können.

Man betete dort gemeinsam mit Maria…

Jourdan: Stimmt, aber Maria hat in beiden Religionen keineswegs denselben Stellenwert. Auch da gibt es Doppeldeutigkeit. Zugegeben, Maria ist im Koran die Mutter Jesu, aber Jesus ist für Muslime ein muslimischer Prophet. Außerdem hat die Jungfräulichkeit Marias keinerlei Bedeutung für Muslime. Der Zusammenhang im christlichen und im muslimischen Glauben ist ein ganz anderer. Das ist bei diesem Treffen keineswegs herausgekommen. Dadurch entsteht die Illusion einer Annäherung. Nehmen wir zum Beispiel Abraham. Er ist der Vater der Juden und Christen, aber keineswegs jener der Muslime. Der Islam ist eine von Adam, nicht von Abraham abgeleitete Religion. Daher sind wir aus muslimischer der Natur nach wie Adam alle als Muslime geboren. Daher darf man sich nicht wundern, dass dieses Treffen massive Kritik ausgelöst hat…

Kann es gemeinsam Gebete mit Muslimen geben?


Jourdan: Sicher nicht! Man kann an einem neutralen Ort, weder Kirche noch Moschee, eine Gebetszeit halten, wobei jeder zu seinem Gott betet. Ich habe das erlebt. Ich betete in meinem Herzen, während der andere auf eine Weise betete, die nicht meine ist. Man kann sich beim Beten treffen, aber man betet nicht miteinander. Jeder betet auf seine besondere Weise. Aus einem einfachen Grund: Wir haben nicht die gleiche Gottesbeziehung.

Ist ein christlich-muslimischer Dialog notwendig?

Jourdan: Selbstverständlich! Aber ein echter, das heißt einer, der den Unterschieden Rechnung trägt. Die wahre Begegnung findet statt, wenn man sich über unseren Dissens einigen kann. Aber die Fatiha mit zwei Imamen in einer Kirche zu singen, wie es in Saint-Sulpice geschah, das passt nicht. Sie ist die erste Sure des Korans, ein rituelles Gebet, das die Muslime 17 Mal täglich beten. Dieses grundlegende kurze Gebet endet mit „Führe uns nicht auf den Weg der Verirrten“. Und dabei sind der gesamten islamischen Tradition zufolge wir Christen gemeint.

Wie stellen Sie sich den Dialog mit den Muslimen vor?

Jourdan: Es begegnen einander Wahrheit und Liebe, wie es im Psalm heißt. Denn die Wahrheit wird uns frei machen. Man muss die Zweideutigkeiten der Worte vermeiden, die in beiden Religionen verwendet werden, aber nicht denselben Sinn haben. Barmherzigkeit zum Beispiel: Die des Korans hat nichts mit der in der Bibel verwendeten zu tun. Warum? Weil für uns Christen und Juden Gott der Retter ist. Er wirkt in der Geschichte des Menschen, Er gibt sich hin: Das gibt es überhaupt nicht im Koran. Deshalb bekommt Barmherzigkeit einen ganz anderen Sinn. Wenn man nicht klarstellt, was man mit diesem oder jenem Wort meint, gibt es keinen Dialog. Er wird zur Lüge. Man täuscht den anderen und sich selbst. Das ist interreligiöser Obskurantismus.
(…)
Kann der Dialog eine Vorstufe dafür sein, Christus zu verkündigen?

Jourdan: In einem Dialog stellt mir zwangsläufig der andere seinen Glauben vor und ebenso tue ich das mit meinem. Das ist gut so, vorausgesetzt es wird nicht als Druckmittel eingesetzt. Daher ist Vorsicht mit Methoden gewisser amerikanischer evangelikaler Gruppen geboten.

Das Gespräch führte Charles-Henri d’Andigné für Famille Chrétienne v. 17.2.22 mit dem Autor von Islam et christianisme. Comprendre les différences. Verlag L’Artilleur.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  2. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  3. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten
  4. Der ‚reaktionäre‘ Islam und die Herausforderung für den liberalen Verfassungsstaat
  5. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  6. Wien: Viele junge Muslime stellen religiöse Vorschriften über österreichische Gesetze
  7. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  8. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  9. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus
  10. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  6. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  7. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  8. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  9. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  10. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  11. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  12. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  13. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen
  14. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz