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Diözese Innsbruck: Synodaler Prozess oder Kirchenvolksbegehren 2.0?

13. April 2022 in Österreich, 13 Lesermeinungen
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Kritik an klerikalen Strukturen, der Ehe- und Sexualmoral. Forderungen nach Frauenweihe und mehr Einfluss für Laien. Nichts Neues unter der Sonne.


Innsbruck (kath.net/jg)

Die Diözese Innsbruck hat im Rahmen des synodalen Prozesses eine Umfrage durchgeführt. Die dabei gesammelten Vorschläge entsprechen jenen, die seit dem Kirchenvolks-Begehren aus den 1990er Jahren bekannt sind: Gleichstellung der Frau in der Kirche inklusive Frauenweihe, Ende des Pflichtzölibats, mehr Beteiligung der Laien und Änderung der Ehe- und Sexualmoral.

Priester würden „vielerorts“ als „Verhinderer“ wahrgenommen. Laut Umfrage sei ein Wandel vom „(klerikal-autoritären) Lehrer“ zum „(respektvollen, hinhörenden und dienenden) Begleiter (auf Augenhöhe)“ nötig.


Kritik gibt es an „strukturellen und hierarchischen Hindernissen“, durch welche die Menschen abgehalten würden, sich am kirchlichen Leben zu beteiligen. „Klerikalismus, hierarchische Strukturen, fehlende Glaubwürdigkeit, großer Vertrauensverlust der Kirche, Fälle von struktureller Diskriminierung und Ausgrenzung, fehlende Geschlechtergerechtigkeit“ seien die Ursachen.

Zu den Änderungswünschen zählen die Weihe von Frauen, das Ende des Pflichtzölibats, die Stärkung von Laien. „Die geltenden Weihezulassungen sind für viele Menschen untragbar“, heißt es wörtlich. Der zweite Bereich betrifft Ehe und Beziehungen. Geschiedene-Wiederverheiratete sollen nicht ausgegrenzt werden, Segnung beziehungsweise Ehe für alle Paare und zwar unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Im Entwurf der Diözese liest sich das so: „Alle sollen Platz haben in der Kirche: neuer wertschätzender Umgang mit homosexuellen Personen und Paaren sowie der LGBTQIA+-Community, ebenso mit Geschieden-Wiederverheirateten.“

An dreizehnter Stelle der insgesamt fünfzehn Anregungen ist der Vorschlag zu finden, den Kirchenbeitrag neu zu regeln und ihn eventuell auf freiwillige Basis zu stellen.

Im Oktober 2021 wurde bei Auftaktgottesdiensten auf den synodalen Prozess und die Umfrage hingewiesen. Insgesamt gab es ungefähr 1.000 Rückmeldungen, davon waren etwa 900 Einzelpersonen und 100 Gruppen. Insgesamt hätten sich 2.000 Personen beteiligt, gab die Diözese bekannt. In der Diözese Innsbruck lebten Ende 2021 etwas mehr als 365.000 Katholiken.

 

 


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