Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  2. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  3. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  4. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  5. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  6. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  7. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  8. Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"
  9. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  10. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  11. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  12. Vatikan veröffentlicht Programm der Kardinalsversammlung
  13. WM-Public-Viewing in katholischer KIRCHE - (K)eine gute Idee?
  14. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  15. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt

Papst als „Häretiker“ beschimpft – Der Vorfall von Athen als ökumenisches Lehrstück?

6. Dezember 2021 in Kommentar, 21 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Natürlich war das Verhalten des Athener Priesters gegenüber dem Heiligen Vater völlig unangemessen, es war aber auch eines: Es war, aus der Sicht vieler Orthodoxer, sehr ehrlich.“ Gastbeitrag von Joachim Heimerl


Athen (kath.net) Als der Heilige Vater Franziskus jüngst in Athen von einem orthodoxen Priester als „Häretiker“ beschimpft wurde (Link), sorgte dies in den kirchlichen Medien für einiges Aufsehen. Dass derlei natürlich nicht akzeptabel ist, ist keine Frage.

Keine Frage ist allerdings auch, dass die Haltung, die dieser Priester vertrat, im Grunde wenig überraschte.

Wenn eine solch strikte Ablehnung des Katholischen auf uns „exzentrisch“ wirken mag, so ist dies genau besehen zutiefst „orthodox“, und das, was man in Europa oder gar in Deutschland heute als „Ökumene“ bezeichnet, sorgt in weiten Teilen der Orthodoxie nur für Kopfschütteln – oder eben für eine verbale Entgleisung wie in Athen.

Natürlich gibt es spätestens seit 1965 eine Annäherung zwischen den Kirchen des Westens und des Ostens: Die gegenseitigen Bannflüche aus dem Mittelalter wurden aufgehoben und man begegnet sich auf der Augenhöhe von Schwesterkirchen.

Immerhin: Anders als die protestantischen Glaubensgemeinschaften ist die Orthodoxie wirklich „Kirche“ und hat sich die Gültigkeit ihrer Sakramente und Ämter immer bewahrt. Der Weg zur Einheit wäre hier eigentlich kurz - eigentlich! Denn diese sehr katholische Sicht auf die Kirchen der Orthodoxie ist längst nicht deren Sicht auf eine mögliche Einheit mit uns. Daran ändern leider auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Heiligen Vater und dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel erst einmal nichts; schon der Patriarch ist innerorthodox nicht unumstritten und auch eine wirkliche Einheit zwischen den einzelnen Patriarchaten besteht – aus vielen Gründen – keineswegs überall. Der Gegensatz zwischen den Patriarchen von Moskau und Konstantinopel beispielsweise könnte – sehr milde ausgedrückt – gegenwärtig gar nicht größer sein.


So gleicht die orthodoxe Welt heute mehr einem Flickenteppich denn je.

Wer einmal den Heiligen Berg Athos besucht hat, bekommt auf sehr engem Raum bereits einen Eindruck davon, übrigens auch davon, wie weit entfernt man an der orthodoxen „Basis“ von allem Katholischen ist. Insofern macht der Zwischenfall von Athen wie ein Lehrstück eines sehr deutlich: Eine wirkliche Einheit zwischen den Schwesterkirchen des Westens und des Ostens wird es wohl noch lange nicht geben. Dies umso weniger, als man – etwa in Deutschland – den Begriff der „Ökumene“ vorzugsweise auf den Protestantismus bezieht und dabei völlig aus den Augen verliert, dass uns jede Annäherung an den Protestantismus von der Orthodoxie nur noch weiter trennt.

Protestantische „Kirchen“ sind eben keine „Kirchen“ im vollen Sinn. Sie haben weder gültige Ämter noch – mit Ausnahme der Taufe – gültige Sakramente. So liegt es auf der Hand, dass es keine Annäherung mit der Orthodoxie und zugleich eine „Einheit“ mit dem Protestantismus geben kann und geben wird. Auch das hat der Vorfall von Athen – wenigstens indirekt – sehr deutlich gezeigt.

Begriffe wie „Reform“ oder gar „Reformation“ sind dem orthodoxen Glaubensverständnis völlig wesensfremd. „Orthodox“ zu sein, das heißt zu allererst, den Glauben und die Tradition zu bewahren und sie zu verteidigen. Ohne Zweifel ist das etwas, das wir Katholiken von unseren orthodoxen Brüdern und Schwestern zu lernen hätten, anstatt beständig auf „Veränderungen“ zu schielen. Auch so könnte „Ökumene“ beginnen.

Natürlich war das Verhalten des Athener Priesters gegenüber dem Heiligen Vater völlig unangemessen, es war aber auch eines: Es war – aus der Sicht vieler Orthodoxer – sehr ehrlich. Das ist natürlich eine ebenso schmerzliche wie wahre Erkenntnis. Ökumene aber kann nur dort „echt“ sein, wo das Trennende ernst genommen wird und wo es einen wirklichen Schmerz darüber gibt, jenen Schmerz nämlich, der der Schmerz Christi in Abendmahlsaal war, als er um die Einheit der Seinen betete (vgl. Joh. 17,9). Hier und nur hier liegt der Ausgangspunkt jedweder wirklichen Ökumene.

Die „ökumenischen“ Bestrebungen des Synodalen Weges in Deutschland sind das erschreckende Gegenteil davon. Hier versucht man mit der Abrissbirne die Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten einzueben und die Illusion einer „versöhnten Verschiedenheit“ zu erschaffen, die nichts anderes ist als die Preisgabe des Katholischen und ein Akt katholischer Selbstprotestantisierung.

Gerade in Deutschland würde man sich deshalb Priester wünschen, die lautstark für den katholischen Glauben eintreten, und die sich nicht scheuen, diesen klar zu bekennen, erst recht gegenüber so manchem Bischof, der protestantische Ansichten vertritt – und diese auch noch für „katholisch“ hält. Ein „Lehrstück“ wie in Athen bliebe – freilich in einem besseren Sinn – hier noch abzuwarten.

Der Autor Dr. Joachim Heimerl ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  3. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  4. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  5. Johannes Laichner neuer "Missio"-Nationaldirektor in Österreich
  6. Ehemalige Hamas-Geisel deckt die Lügen der UN-Sonderberichterstatterin auf!
  7. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  8. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  9. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  10. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  11. Das zweite Konsistorium Leos XIV.
  12. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  13. Französische Sportmoderatorin: „Es gibt hunderte Spieler, die dafür töten würden“
  14. Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"
  15. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz