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Tschechien: Erzbischof Graubner ruft zum Gebet für Zeman auf

13. Oktober 2021 in Chronik, keine Lesermeinung
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Auch Genesungswünsche an Staatspräsident in kurzer Erklärung des Bischofskonferenz-Vorsitzenden zu jüngster Parlamentswahl


Prag (kath.net/KAP) Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz hat in einer kurzen Erklärung den Ausgang der jüngsten Parlamentswahl kommentiert und zum Gebet für den erkrankten Staatspräsidenten Milos Zeman aufgerufen. Für Zeman bitte man um Genesung und Kraft, damit er "die Hauptaufgaben des Staatsoberhaupts in dieser wichtigen Zeit erfüllen" könne, betonte der Olmützer Erzbischof Jan Graubner laut Mitteilung des Kirchenportals "Cirkev.cz". Da die Verhandlungen um die Zusammenarbeit der Parteien in Parlament und Regierung "nicht mühelos verlaufen" würden, rief Graubner auch hierzu zum Gebet auf, damit die Politiker "bei der Erfüllung ihrer Wahlversprechen und parteilichen Prioritäten nicht das Gemeinwohl aus den Augen verlieren".

Er wolle "den Siegern und zugleich allen Mitbürgern, die zur Wahl gegangen sind und so einen neuen Impuls zur weiteren Ausrichtung unseres Landes gegeben haben, eine herzliche Gratulation aussprechen", hielt Graubner zum Ergebnis der Wahl fest. Er hoffe auf eine "friedliche und funktionierende Ordnung nach der Wahl", so der Erzbischof, "in der die Stimme der Christen unverzichtbar und gut hörbar sein wird". Über den Gesundheitszustand von Präsident Zeman, der seit dem Wochenende auf der Intensivstation eines Spitals in Prag behandelt wird, gab es zuletzt keine weiteren Informationen. Eine Sprecherin des Krankenhauses erklärte am Montag nur, der Zustand Zemans sei "stabilisiert".


Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am Freitag und Samstag hatte das liberal-konservative Wahlbündnis Spolu (Gemeinsam) aus Demokratischer Bürgerpartei (ODS), christdemokratischer Volkspartei (KDU-CSL) und bürgerlich-liberaler TOP 09 mit einem Stimmenanteil von 27,8 Prozent die Partei ANO (Aktion unzufriedener Bürger) von Regierungschef Andrej Babis (27,1 Prozent) überholt. Zusammen mit dem Bündnis der Piraten und der Gruppierung Stan hat Spolu eine Mehrheit von 108 der 200 Sitze. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sind die Kommunisten künftig nicht mehr im Unterhaus des Parlaments vertreten. Sie scheiterten wie die Sozialdemokraten an der Fünf-Prozent-Hürde. Regierungschef Babis verlor damit auch beide Partner seiner 2018 gebildeten Minderheitsregierung.

Die Katholische Kirche hat sich im abgelaufenen Wahlkampf diesmal völlig zurückgehalten. Mediales Interesse erweckte nur das Antreten zweier Persönlichkeiten mit einem Naheverhältnis zur Kirche: Die Wirtschaftswissenschaftlerin Hana Lipovska (30) verpasste den Einzug ins Abgeordnetenhaus, da der neu gegründete "Freie Block" (Volny blok), für den sie kandidierte, landesweit nur 1,33 Prozent der Stimmen erzielte. Lipovska war im Vorjahr vom früheren Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kardinal Dominik Duka gegen erheblichen Widerstand auch innerhalb Bischofskonferenz als Vertreterin der Kirche in den Rat des öffentlich-rechtlichen Senders CTV nominiert worden.

Josef Nerusil (38), ein enger Mitarbeiter Kardinal Dukas vor allem im Bereich der Medienarbeit, kandidierte bei den Wahlen für die rechtspopulistische SPD (Freiheit und direkte Demokratie) Tomio Okamuras. Diese schaffte zwar mühelos den Wiedereinzug in die Abgeordnetenkammer, reüssierte aber nicht in Prag. Als Listenführer der Hauptstadt erhielt Nerusil nicht einmal halb so viele Vorzugsstimmen wie der wiedergewählte Jiri Hobza.

 

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