Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Impfpflicht? - Niemand kann gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln!
  2. Die Frage der Impfung ist für jeden eigentlich eine Gewissensfrage
  3. "Wenn Impfung wichtiger als Jesus wird"
  4. "Das erbärmliche Schweigen"
  5. „Papst sollte nunmehr schleunigst auch klare Leitlinien für die Feiern des Novus Ordo herausgeben“
  6. Papst Franziskus’ ‚gnadenloser Krieg gegen den Alten Ritus’
  7. Die Gläubigen der „Ausserordentlichen Form“ sind das Symptom, nicht die Krankheit
  8. Die gewollte Spaltung unserer Gesellschaft
  9. ‚Papst Franziskus verliert seinen Kulturkampf’
  10. Treue zum Konzil - oder Treue zum "Bruch"?
  11. Lebensschutzbewegung bekommt offizielle Flagge
  12. Kardinal Wilton Gregory untersagt dem ehemaligen Nuntius in der Schweiz die 'Alte Messe'
  13. Franziskus hat die Lehre zu diesem Thema nicht geändert
  14. Nach Protestflut: Erste Konsequenzen für Schweizer Portal kath.ch
  15. Sozialethiker Rhonheimer verteidigt Recht auf Privateigentum

Die bösen Winzer

4. Oktober 2020 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun? Das Gleichnis gilt für alle Zeiten, auch für unsere. Nach dem Angelus: Veröffentlichung der dritten Enzyklika „Fratelli tutti“. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist“: Angelus am siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis, Festtag des heiligen Franz von Assisi, Tag der Veröffentlichung der dritten Enzyklika „Fratelli tutti“. Der Vatikan wünschte, dass alle Sprachausgaben denselben italienischen Titel vorweisen. Dies war bereits bei der Umweltenzyklika „Laudato si’ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus “ (2015) der Fall gewesen. Das neue Lehrschreiben ist die dritte Enzyklika von Papst Franziskus, die erste nach sechzig Monaten, was es seit fast 200 Jahren nicht mehr gegeben hat.

Wie schon seine zweite Enzyklika „Laudato si’“ – die erste, „Lumen fidei – Licht des Glaubens“ (2013), entstand in Teilen noch im Pontifikat von Benedikt XVI. – beginnt Franziskus das Schreiben mit einem Zitat seines Namenspatrons Franz von Assisi (1181/1182-1228): „Fratres omnes!“. Auch fällt die Veröffentlichung des aktuellen Schreibens am 4. Oktober auf den Festtag des heiligen Franziskus.

In seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium mit dem Gleichnis von den Winzern (Mt 21,33–42.44.43).

Jesus, der seine Passion und seinen Tod vorhersehe, erzähle dieses Gleichnis von den mörderischen Winzern, um die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu warnen, die im Begriff seien, eine falsche Richtung einzuschlagen. Diese hätten in der Tat schlechte Absichten ihm gegenüber und suchten nach Wegen, ihn auszuschalten.


Die allegorische Geschichte beschreibe einen Herrn, der, nachdem er seinen Weinberg sehr gepflegt hatte, ihn verlassen und den Winzern anvertrauen müsse. Dann, zur Erntezeit, schicke er einige Diener, um die Früchte einzusammeln. Doch diese Winzer » packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, wieder einen anderen steinigten sie“. Der Herr schicke andere, zahlreichere Diener, die aber die gleiche Behandlung erhielten. Der Höhepunkt sei erreicht, als der Herr beschließe, seinen Sohn zu schicken: die Winzer hätten keinen Respekt vor ihm, im Gegenteil, sie dächten, dass sie den Weinberg übernehmen könnten, wenn sie ihn eliminierten, und töteten deshalb auch ihn.

Das Bild des Weinbergs stelle das Volk dar, das der Herr mit solcher Sorgfalt ausgewählt und geformt habe Die vom Herrn gesandten Diener „sind die von Gott gesandten Propheten, während der Sohn die Gestalt Jesu ist. Und so wie die Propheten abgelehnt wurden, so wurde auch Christus abgelehnt und getötet“.

Am Ende der Geschichte frage Jesus die Führer des Volkes: „Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun?“ (V. 40). Und sie, von der Logik der Erzählung ergriffen, sprächen von sich aus ihre eigene Verurteilung aus: er „wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist“ (V. 41).

Mit diesem sehr harten Gleichnis konfrontiere Jesus seine Gesprächspartner mit ihrer Verantwortung, und er tue dies mit äußerster Klarheit. Aber wir sollten nicht glauben, dass diese Mahnung nur für diejenigen gelte, die Jesus damals abgelehnt hätten: „Es gilt für alle Zeiten, auch für unsere. Auch heute noch erwartet Gott die Früchte seines Weinbergs von denen, die er zur Arbeit im Weinberg gesandt hat“.

In jedem Zeitalter könnten diejenigen, die in Gottes Volk eine Vollmacht hätten, versucht sein, ihre eigenen Interessen statt jene Gottes zu verfolgen. Doch der Weinberg gehöre dem Herrn, nicht uns. Die Vollmacht sei ein Dienst, und als solcher müsse sie zum Wohle aller und zur Verbreitung des Evangeliums ausgeübt werden.

Der heilige Paulus sage in der zweiten Lesung der heutigen Liturgie, wie wir gute Arbeiter im Weinberg des Herrn sein sollten: „Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!“ (Phil 4,8). Auf diese Weise würden wir eine Kirche werden, die immer reicher an den Früchten der Heiligkeit werde, „wir werden dem Vater, der uns mit unendlicher Zärtlichkeit liebt, dem Sohn, der uns weiterhin das Heil schenkt, dem Geist, der unsere Herzen öffnet und uns zur Fülle des Guten treibt, Ehre erweisen“.

Nach dem Angelus ging der Papst auf die heutige Veröffentlichung seiner dritten Enzyklika ein. Franziskus hatte gewollt, dass dies auch mit der Wiederaufnahme der Print-Ausgabe des „L’Osservatore Romano“ zusammenfällt. Diese war aufgrund der COVID-19-Pandemie eingestellt worden. In den letzten Monaten hatte es die Zeitung nur on-line und als PDF-File gegeben. Die einzige noch ohne Unterbrechung regelmäßig gedruckte Ausgabe, die nie eingestellt wurde, war die deutsche Sprachausgabe, die in Deutschland vom Schwabenverlag gedruckt wird. Die neue Enzyklika erschien als Sonderbeilage der italienischen Tagesausgabe:

"Heute habe ich die Freude, euch, die ihr auf dem Platz – und auch außerhalb des Platzes – seid, die neue Enzyklika in der außerordentlichen Ausgabe des 'L’Osservatore Romano' zu überreichen. Und mit dieser Ausgabe beginnt wieder die Tagesausgabe des 'L'Osservatore Romano'. Der heiige. Franziskus möge den Weg der Geschwisterlichkeit in der Kirche, unter den Gläubigen aller Religionen und unter allen Völkern begleiten".

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 phillip 10. Oktober 2020 
 

An dieser Stelle sei auch noch darauf hingewiesen, dass ...

Gott nicht nur die bestraft, die den Weinberg des Herrn zwar hegen und pflegen, jedoch ihm keine Früchte abliefern, sondern auch jene, die den Weinberg umbauen, verwüsten und/oder vernichten, so dass schon aus diesem Grunde keine Früchte zu erwarten sind!


0

0
 
 galil?a! 4. Oktober 2020 
 

Wer den Herrn liebt, weitet seine Schafe

Wer mit der Kirche mitbaut und ihre Kinder vermehrt und sich als Vorbild für ihre Heiligung darstellt in allem der arbeitet im Weinberg Gottes mit.

Wer gegen die katholische Kirche ist und versucht Menschen aus ihr herauszureißen, sie zu verwirren oder zu verunsichern der gleicht diesen negativen Arbeitern.


3

0
 
 Chris2 4. Oktober 2020 
 

Danke, Hl. Vater, für diese klaren Worte:

"In jedem Zeitalter könnten diejenigen, die in Gottes Volk eine Vollmacht hätten, versucht sein, ihre eigenen Interessen statt jene Gottes zu verfolgen. Doch der Weinberg gehöre dem Herrn, nicht uns. Die Vollmacht sei ein Dienst, und als solcher müsse sie zum Wohle aller und zur Verbreitung des Evangeliums ausgeübt werden."
Dem ist nichts hinzuzufügen.


3

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Der Kern des Glaubens: die Begegnung mit Jesus
  2. Das Mehren Gottes – einer anderen Logik entsprechend
  3. Die Notwendigkeit der ‚Ökologie des Herzens’. Ruhe, Kontemplation und Mitleid
  4. Wieder ein Angelus aus der Poliklinik Gemelli, der erste des Pontifikats
  5. Der Skandal der Menschwerdung Gottes
  6. Die größte Krankheit im Leben ist der Mangel an Liebe
  7. Den Kurs mit Jesus finden – der Anfang des Glaubens
  8. Das Große im Kleinsten
  9. Die Logik der Eucharistie
  10. Das unermessliche Geheimnis der Dreifaltigkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Die gewollte Spaltung unserer Gesellschaft
  2. "Das erbärmliche Schweigen"
  3. Bitte helfen Sie kath.net - Die Stimme der Diaspora-Katholiken im deutschen Sprachraum!
  4. "Wenn Impfung wichtiger als Jesus wird"
  5. ‘Traditionis custodes’ bei Licht betrachtet
  6. Impfpflicht? - Niemand kann gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln!
  7. ‚Papst Franziskus verliert seinen Kulturkampf’
  8. Die Gläubigen der „Ausserordentlichen Form“ sind das Symptom, nicht die Krankheit
  9. „Papst sollte nunmehr schleunigst auch klare Leitlinien für die Feiern des Novus Ordo herausgeben“
  10. Weihbischof Mutsaerts: „In den Pfarreien ist alles möglich, außer der tridentinischen Messe“
  11. "Derzeit weinen viele katholische Familien, Jugendliche und Priester auf allen Kontinenten"
  12. Gesichtsmaske mit ‚Jesus Loves Me’ verboten – Mutter klagt gegen Schulbehörde
  13. KOMMEN SIE MIT! Romreise zu Ostern 2022 mit Bischof Marian Eleganti
  14. Die Frage der Impfung ist für jeden eigentlich eine Gewissensfrage
  15. Kardinal Wilton Gregory untersagt dem ehemaligen Nuntius in der Schweiz die 'Alte Messe'

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz