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Kalifornien: Proteste gegen Gesangsverbot bei Gottesdiensten

15. Juli 2020 in Chronik, 10 Lesermeinungen
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Es sei diskriminierend, den maximal 100 Gläubigen in einer Kirche das gemeinsame Singen zu verbieten, wenn gleichzeitig Protestmärsche mit zehntausenden Teilnehmern erlaubt seien.


Sacramento (kath.net/jg)

Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen haben den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom scharf kritisiert, weil dieser nach einer Zunahme von Covid-19 Erkrankungen in seinem Bundesstaat das Singen und gemeinsame laute Beten während der Gottesdienste verboten hat. Dies berichtet der Nachrichtensender Fox News.

 

Gottesdienste in geschlossenen Räumen sind auf 25 Prozent des Fassungsvermögens, jedoch maximal 100 Personen beschränkt. Die Gesundheitsbehörden des Landes empfehlen, die Gläubigen mögen nur zu Hause bei direkt übertragenen Gottesdiensten singen.

 

Gouverneur Newsom hatte die Verbote erlassen, nachdem die Covid-19 Fälle Anfang Juli in Kalifornien stark zugenommen hatten. Der Bundesstaat ist jetzt nach New York der am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Bundesstaat.


 

Sean Feucht, Leiter einer christlichen Lobpreisgruppe, hat die Maßnahmen Newsoms als „Angriff auf die Religionsfreiheit“ verurteilt. In ganz Kalifornien seien in den letzten Wochen Protestversammlungen abgehalten worden, bei denen Gesang und Sprechchöre zu hören gewesen seien. Vertreter des Bundesstaates hätten die Menschen dazu ermutigt, sagte er mit Bezug auf die Demonstrationen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Polizeigewahrsam.

 

Wenn sich Gläubige friedlich versammeln wollten um Gott zu loben, wie sie es seit tausenden Jahren getan hätten, würde ihnen das verboten. Die Heuchelei sei offensichtlich, sagt er in einem Video.

 

Pastor Samuel Rodriguez, Mitglied der National Covid-19 Recovery Commission, hält die Anordnung des Gouverneurs für schlechthin diskriminierend. „Man kann nicht Zehntausenden einen Protestmarsch ohne Masken erlauben und verlangen dass 100 Gläubige auf das Singen verzichten. Das mein Freund ist die Definition von Diskriminierung“, schreibt er wörtlich auf Instagram an die Adresse des Gouverneurs. Eine der wichtigsten Ursachen für den Anstieg der Covid-19 Fälle in vielen Bundesstaaten – darunter Kalifornien – seien die Proteste der letzten Wochen, betonte er. Er habe die Maßnahmen von Gouverneur Newsom zu Beginn der Corona-Pandemie unterstützt, doch diese Verbote lehne er ab, schreibt der Pastor.

 

Les Simmons, Pastor des South Sacramento Christian Center, wies darauf hin, dass gerade in der Kultur der Afroamerikaner der Gesang bei Gottesdiensten eine große Rolle spiele.

 


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