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Neapel erwartet mit Spannung das Blutwunder des San Gennaro

26. April 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Bei Gottesdienst am 2. Mai ohne öffentliche Beteiligung im Dom von Neapel wird Kardinal Sepe eine Ampulle mit eingetrocknetem Blut des ersten Bischofs von Neapel aus der Schatzkapelle holen, das sich dann verflüssigen sollte


Rom (kath.net/KAP) Die traditionelle Prozession zu Ehren von Neapels Stadtpatron San Gennaro fällt in diesen Jahr pandemiebedingt aus. Nach Diözesanangaben feiert Kardinal Crescenzio Sepe am 2. Mai eine Messe ohne öffentliche Beteiligung im Dom. Dazu wird er die Reliquie des Heiligen Januarius, eine Ampulle mit eingetrocknetem Blut, aus der Schatzkapelle holen. Üblicherweise tritt dabei eine Verflüssigung ein; das Ausbleiben dieses Phänomens gilt als böses Omen.


Das sogenannte Blutwunder des San Gennaro ereignet sich jährlich am Gedenktag der Reliquienübertragung am Samstag vor dem ersten Maisonntag, am 19. September, dem eigentlichen Festtag des Heiligen, und am 16. Dezember, dem Gedenktag an eine Warnung vor dem Vesuv-Ausbruch von 1631.

Im Mittelpunkt des Brauchtums steht eine Phiole, die laut Überlieferung Blut des ersten Bischofs von Neapel enthält, des heiligen Januarius oder Gennaro, der während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian im Jahr 305 enthauptet wurde. Im Normalzustand eine feste Masse, verflüssigt sich der Inhalt in dem Glasbehältnis während der Festgottesdienste.

Unter anderem 1980 fiel das Blutwunder aus. Dies brachten die Neapolitaner mit dem Erdbeben von Irpinia in Verbindung; durch die verheerendste Naturkatastrophe der italienischen Nachkriegszeit starben damals 2.900 Menschen. Zuvor warteten die Gläubigen 1973 vergeblich auf eine Verflüssigung des Bluts. In jenem Jahr wurde Neapel von einer Cholera-Epidemie heimgesucht.

Zuletzt unterblieb das Mirakel im Dezember 2016. Der Hüter der Reliquie, Vincenzo De Gregorio, mahnte die Gottesdienstgemeinde im Dom, nicht in Panik zu verfallen und weiter zu beten. Besondere Unglücksfälle im Anschluss wurden nicht bekannt.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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