Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  6. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  7. Die Stunde der Heuchler
  8. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  9. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  12. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  13. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  14. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  15. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen

Marias Mut

4. April 2020 in Jugend, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mit dem heutigen Eintreten in den Monat April nähern wir uns immer mehr der Heiligen Woche - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)
Mit dem heutigen Eintreten in den Monat April nähern wir uns immer mehr der Heiligen Woche. Meine Aufforderung an Sie alle ist: Gehen wir mit Maria zum Kreuz!
Wenn man an Maria als die Mutter Jesu denkt, wird man meines Erachtens sehr leicht zu der Annahme verleitet, dass Maria genau wusste, worauf sie sich einlässt, dass sie wusste, welcher Schmerz ihren Sohn und sie selbst im Gang der Zeit treffen sollte.

Maria wurde verkündet, wer ihr Sohn war: Der Sohn des Höchsten. Doch aus dem Wissen um die Messianität ihres Sohnes, folgt nicht automatisch die vollkommene Einsicht in das Geheimnis und die Person des Messias. Das wird beispielsweise dann deutlich, wenn wir auf Lk 2,49f blicken: „Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte.“

Dieser Aspekt ist es, der meiner
Ansicht nach die Person Marias noch beeindruckender macht, denn trotz ihrer Begnadigung, trotz dessen, dass sie die Mutter Gottes war, blieb sie in all dem mit dem Hell-Dunkel, der Oszillation zwischen Wissen und Nicht-Wissen, des Glaubens konfrontiert.

An dieser Stelle möchte ich ein Zitat Josef Ratzingers anführen: „Auch für den glaubenden, ganz auf Gott hin geöffneten Menschen sind Gottes Worte nicht vom ersten Augenblick an verständlich und einsichtig. Wer von der christlichen Botschaft die Sofort-Verständlichkeit des Banalen verlangt, versperrt Gott den Weg.

Wo es nicht die Demut des angenommenen Geheimnisses gibt, die Geduld, die das Unverstandene in sich hineinnimmt, es trägt und sich langsam öffnen läßt, da ist der Same des Wortes auf Stein gefallen; er hat kein Erdreich gefunden.“
Maria wusste, dass der Vater für Jesus etwas Großes bereithielt, spätestens seit Simeons Prophezeiung wusste sie zudem, dass auch ihr großer Schmerz widerfahren würde. Nichtsdestotrotz kannte sie vermutlich nicht jede Einzelheit ihres kommenden Lebensweges als Mutter des Höchsten. Doch sie nahm dieses Geheimnis mit seiner Unverständlichkeit an. Marias Worte „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38) waren eine Übereignung an den Vater - inmitten des Wissens und Nicht-Wissens hinsichtlich des Kommenden – in vollkommener Gottestreue.

Auf die an sie und Josef gerichtete Frage „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ reagierte Maria sodann mit dem Bewahren dieser Worte. Nach Ratzinger weist das Bewahren an dieser Stelle „das Moment des Durchtragens und des Festhaltens“ auf. Dieses Moment ist es wohl, das exemplarisch für die Gottesbeziehung Marias ist.

Unter dem Kreuz wird es sein, wo ihr Glaube hinsichtlich des Messiasgeheimnisses und ihre Gottestreue seine größte Bewährungsprobe erfährt, denn sie muss miterleben wie der Sohn, dessen Herrschaft ihr verheißen wurde, den sie genährt und erzogen hat, gekreuzigt wird. Doch genau dieser Moment ist es auch, in dem ihre Bereitschaft zur Willensgemeinschaft mit Gott ihren vollständigen Vollzug findet. Sie hält ihr Ja, ihre Treue, ihren Glauben: Was des Vaters Willen ist, ist ihr auch ihr eigener Wille – ungeachtet dessen, wie herausfordernd oder schmerzvoll dies für sie sein würde.

Wenn ich auf Maria blicke, dann sehe ich eine Frau voll Mut. Durch ihre Gottesnähe und ihr Leben in seinem Wort wusste sie vermutlich – oder ahnte sie zumindest – vieles über ihren Sohn, dessen Lebensweg und Tod, doch wir können annehmen, dass auch sie keinen allumfassenden, detailgenauen Einblick in das Kommende hatte und so nicht alles von Anfang an verstehen konnte. Inmitten der Messiasmutterschaft und ihrer Begnadigung blieb sie schließlich immer Mensch, Geschöpf. Doch sie war eine Frau, die am Wort ihres Gottes festhielt und deswegen Ja sagen konnte zu allem, was sie erwarten würde.

Der bereits verstorbene Kardinal Leo Scheffczyk veröffentlichte ein Buch unter dem Titel „Maria, Mutter und Gefährtin Christi.“ – meines Erachtens einer ihrer schönsten Titel, denn ihr Ja zu Gott ließ sie nicht nur zur Mutter ihres Sohnes werden, sondern auch zu einer treuen Gefährtin, die den Weg von Anfang bis zum Ende mit ihm ging.

Diese mütterliche Gefährtenschaft gilt auch uns, deswegen noch einmal: Gehen wir mit Maria zum Kreuz, denn sie ist die Frau des Mutes. Und wenn ich vom Kreuz spreche, dann spreche ich nicht nur vom Kreuz Jesu, das wir bald schon besonders verehren werden, sondern ich spreche ich auch von unseren persönlichen Kreuzen oder dem Kreuz, das momentan besonders auf der Gesellschaft lastet: Gehen wir mit Maria durch diese herausfordernde Zeit, denn mit ihr lernen wir in Demut und Glauben anzunehmen, was kommt. Mit Maria lernen wir, mutig zu sein.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  2. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  3. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  4. Gnade in jedem Augenblick
  5. Die Sehnsucht Christi nach dir
  6. Gerufen, das Blut Christi zu lieben
  7. Große Veränderung beginnt von kleinen Fortschritten
  8. Berufen zur Blume im Garten Gottes
  9. Er macht seine Pläne mit deiner Verwundbarkeit
  10. Wenn du heute vor Jesus stehen würdest ...






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  9. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  12. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  13. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  14. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  15. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz