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Kardinal Dolan: Ich hätte Biden die Kommunion nicht verweigert

5. November 2019 in Weltkirche, 17 Lesermeinungen
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Er wolle den Priester, der Joe Biden die Kommunion verweigert hat, nicht verurteilen, hätte sich aber an dessen Stelle anders verhalten. Er wolle nicht über die subjektive Schuld eines anderen urteilen, sagte der Kardinal.


New York City (kath.net/jg)
Timothy Kardinal Dolan hätte dem US-Politiker Joe Biden nicht die Kommunion verweigert. Das sagte der Erzbischof von New York in einem Interview mit dem Nachrichtensender FoxNews.

Biden, von 2009 bis 2017 Vizepräsident der USA unter Barack Obama, war im Oktober von einem katholischen Priester in South Carolina die Kommunion verweigert worden. Pfarrer Robert Morey begründete diese Entscheidung gegenüber dem katholischen Nachrichtendienst CNA mit dem Einsatz des Politikers für die Abtreibung.


Dolan räumte ein, dass Pfarrer Morey die Situation gut genützt habe, um öffentlich die Bedeutung der Eucharistie und der Abweichung von wesentlichen Inhalten der katholischen Lehre klar zu stellen. Er stimme inhaltlich mit Morey überein, betonte der Kardinal, er selbst hätte jedoch anders gehandelt.

Er wolle seine Stellungnahme nicht als Kritik an dem Pfarrer verstanden wissen, stelle Dolan klar. „Ich will auch ihn nicht verurteilen“, sagte der Erzbischof wörtlich. Manchmal würden Personen des öffentlichen Lebens mit der gleichen Frage zu ihm kommen, um die es im Fall Biden gegangen sei. Er gebe ihnen den Rat, die Kommunion nicht zu empfangen, weil sie in einem wesentlichen Punkt nicht in Einheit mit der Kirche seien.

Trotzdem würde er niemandem die Kommunion verweigern, weil er nicht entscheiden könne, ob die betreffender Person im Stand der Gnade sei oder nicht, sagte der Kardinal. Wenn er die Kommunion verteile, sei er kein Richter sondern ein Hirte.

In einem Memorandum an die Bischöfe der USA hatte der damalige Kardinal Ratzinger darauf hingewiesen, dass die Verweigerung der Kommunion kein Urteil über die subjektive Schuld sei, sondern eine Reaktion auf die öffentlich bekannte Unwürdigkeit, die Kommunion zu empfangen, weil sich die betreffende Person in einem objektiven Stand der Sünde befinde. Dazu zählte der Präfekt der Glaubenskongregation ausdrücklich katholische Politiker, die sich kontinuierlich für liberale Abtreibungs- und Euthanasiegesetze einsetzen. Diesen Personen muss der Kommunionspender die Eucharistie verweigern, heißt es in dem Memorandum.



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