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Macht oder Mystik – wem oder was folgen?

24. September 2019 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Immer wieder wird deutlich, dass Frauen der KFD oder dem KFB die besondere Struktur der katholischen Kirche verkennen. Gastkommentar von Helmut Müller


Vallendar (kath.net) Immer wieder wird deutlich, dass Frauen der KFD oder dem KFB die besondere Struktur der katholischen Kirche verkennen. Sie ist sowohl Volk Gottes, was besonders vom letzten Konzil herausgestrichen worden ist, als auch Leib Christi, wovon kein geringerer spricht als der Apostel Paulus. „Er ist das Haupt, wir sind die Glieder.“ Christus das Haupt ist männlich, die Glieder männlich und weiblich. In einer Zeit in der Gendermainstreaming immer mehr um sich greift, ist die Männlichkeit Christi offenbar so unwesentlich wie einerseits unveränderliche Blauäugigkeit und andererseits veränderliche Beinbehaarung. Man glaubt die Männlichkeit Christi wie Beinbehaarung behandeln zu können. Kein Wunder, wenn schon im Kindergarten St. Martin und St. Nikolaus weiblich sein können. Spannend wäre zu wissen, ob Lucia in Schweden auch männlich sein kann. Wesentliche und unwesentliche Unterschiede geraten auf die gleiche Ebene. Vielleicht wird es deutlicher, dass diese Unterschiede nicht auf die gleiche Ebene gehören, wenn wir uns folgendes vorstellen: Wie wäre es, wenn man Winnetou in Karl May mit seiner Schwester und umgekehrt besetzen wollte? Hier kann jeder einmal mitdenken und weiter phantasieren. Jedenfalls repräsentieren in der katholischen Kirche und den Kirchen des Orients Männer Christus. Man sollte jetzt nicht den Rückschluss ziehen, dass Gott real männlich ist. Im Vaterunsergebet ist er allerdings substantivisch männlich, aber bei Jesaja (66,13) und vielen weiteren Stellen auch adjektivisch weiblich. Das liegt daran, dass wir über etwas reden, das sich völlig unserer Anschauung entzieht und wir unsere Aussagen auf die Grammatik der Hl. Schrift gründen. Da ist Gott nun einmal substantivisch männlich und adjektivisch weiblich. Seit Michel Foucault und Judith Butler ist die Sprache nicht mehr Tabu, sondern man verändert sie gemäß den Vorstellungen, die man hat. Das ist nicht wissenschaftlich zu begründen, sondern reine Weltanschauung, die man eben teilt oder nicht teilt. Jedenfalls ist Christus nicht nur grammatisch männlich, sondern auch real ein Mann gewesen. Und nur er wird sakramental abgebildet. Die katholische Kirche und die orientalischen Kirchen meinen es ernst mit ihrer Anschaulichkeit und deshalb versuchen sie in der Eucharistiefeier Christus so wesentlich wie möglich abzubilden.

In den Kirchen der Reformation, die sich als Kirchen des Wortes verstehen und die eben genannte Anschaulichkeit gar nicht abbilden wollen, gibt es kein Weihesakrament, so dass Christus gar nicht sakramental repräsentiert wird und Pfarrer und Pfarrerin lediglich Gemeindeleiter sind. Es gibt eine lange Tradition bis in das Neue Testament hinein, dass Christen nicht einfach ein Abziehbild ihrer Zeit sein sollten, aber dennoch sich ihren Fragen stellen müssen. Da Kirche Volk Gottes ist, sollte sie sich säkular und sozialethisch Gerechtigkeitsfragen, auch Fragen der Geschlechtergerechtigkeit nicht verweigern. Diese Sozialethik hat aber ihre Grenzen, wenn sie ihre andere „Natur“, die eigentlich eine „Übernatur“ ist, berührt. Die säkulare Natur der Kirche findet ihre Grenzen an ihrer sakramentalen Struktur. Und diese sakramentale Struktur gleicht nicht einer Theateraufführung in der man das Publikum provoziert, indem Männer und Frauenrollen bunt durchmischt werden.


Auf zwei Ereignisse möchte ich aufmerksam machen. In der hessen-nassauischen Kirche wurde vor einigen Wochen eine evangelische Pfarrerin katholisch. Es ist ihr nicht leicht gefallen, da sie ihre Tätigkeit gern ausgeübt hat. Aber die katholische Form von Kirche und Glaube war ihr so wertvoll, dass sie darauf verzichtet hat weiter eine Gemeinde zu leiten. Das andere Ereignis: Katholische Frauen jüngeren Alters haben in Reaktion auf Maria 2.0 aus einer Initiative Maria 1.0 heraus eine neue katholische Frauenbewegung gegründet, da sie sich in KFD und KFB nicht mehr wiedergefunden haben, weil sie richtigerweise und evangeliumsgemäß Kirche nicht von Machtstrukturen herdefinieren, sondern vom Leib Christi her, dessen „Haupt“ nun einmal männlich ist und dann sind sie auch offen für sozialethische Gerechtigkeitsfragen. Frauen, die anders denken sollten sich fragen, wem oder was sie folgen, etwa: „Frauen.Macht.Zukunft“, „MachtLichtan“ und „Macht für Dich, Macht für alle“. Auf welchem Gleis bewegt sich eigentlich die Kfd mit solchen Slogans, die ich kürzlich las? Eben dieselbe Macht haben viele Kleriker, die eigentlich zum Dienst bestellt sind, in der Vergangenheit schlimm missbraucht, obgleich einer der Titel des „obersten Klerikers“, des Papstes nämlich – servus servorum – Diener der Diener heißt.

Frauen der Kfd glauben offenbar mit Macht besser umgehen zu können. Woher kommt eigentlich diese Zuversicht? Schon wenige Wochen nach dem Maria 2.0 ausgerufen wurde, hat diese Gruppierung mit ihrer „Frauenmacht“ den Festgottesdienst in einer fränkischen Gemeinde zum Fest Maria Himmelfahrt verunmöglicht zum Verdruss nicht nur des Pfarrers, sondern mit Sicherheit auch vieler Frauen. Wenn es diesen Machtmissbrauch schon in den Anfängen gibt, was macht da so optimistisch, dass durch „partnerschaftliches Teilen der Macht“ alles besser wird? Im Evangelium ist konsequent vom Gegenteil die Rede. Wir wissen, dass nicht nur die Rede davon war, sondern Christus selbst und auch sein Ruf in die Nachfolge haben immer das krasse Gegenteil angezielt. Will man jetzt der von Missbrauch geradezu kontaminierten „Droge“ Macht folgen, weil man als Frau der Meinung ist, davon weniger verführbar zu sein?

Vermutlich liegt es daran, dass die Kfd seit Jahrzehnten von Mentoren und Mentorinnen beeinflusst ist, die einer anderen Schrift folgten, nämlich dem kommunistischen Manifest, in dem empfohlen wird, Macht den Mächtigen zu entreißen. Im Evangelium ist das der Job Gottes, denn im Magnificat heißt es, „die Niedrigen wird er erhöhen“. Ich glaube nicht, dass damit eine Selbsthilfegruppe gemeint ist. Sicherlich, es gibt in der Hl. Schrift so etwas wie Fremdprophetie, der persische König Kyros (Esra 1. Kapitel) und Bileam (Num 22 -24) sind Beispiele. Aber Karl Marx, Michel Foucault, Judith Butler und viele mehr als Fremdprophetie sehen? Und überdies scheint mir der Grad der Fremdprophetie in der Kfd mittlerweile so gewaltig, dass von diesem Mann aus Nazareth nicht mehr viel übrig bleibt, wenn man ihm jedes Wort im Mund umdreht und jede Handlung hinterfragt, wenn Selbstverleugnung als Selbstverwirklichung gelesen. Er hat nun mal nicht das Mahl mit den Sündern, sondern das letzte Abendmahl in einen liturgischen Rang gehoben.

Sollte nicht wenigstens nachdenklich machen, dass Politiker aller Farben bis in die CSU hinein, Macht für Frauen über die säkulare Dimension von Kirche als Volk Gottes hinaus, auch für die sakramentale Dimension fordern? Leider bin ich bloß ein Mann, aber mit der Religionsphilosophin Hanna Barbara Gerl-Falkovitz und der Wiener Dogmatikerin Marianne Schlosser, die zum päpstlichen Gremium gehörte, zum Diakonat der Frau zu forschen, bin ich der Meinung: Es gibt in der Natur und erst recht im Sakramentalen eine Asymmetrie des Geschlechtlichen, die auch durch keine Genderstudies aufgehoben werden kann. In der Kirche als mystischem Leib Christi kann keine Symmetrie, wie sie in der Dimension Kirche als Volk Gottes von Fall zu Fall möglich ist, hergestellt werden. Die bedeutendste Asymmetrie: Nur eine Frau konnte mit einem Gott schwanger werden, der dann allerdings als Mann aufwuchs. Mutter Teresa fiel dazu folgendes ein: „Eine, die wie kein anderer hätte sagen können „das ist mein Fleisch, das ist mein Blut, hat gesagt: Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe wie du gesagt.“ Wenn das ein Anlass von Schmähreden sein sollte, sollten sie mich treffen, der ich dieses Zitat aus der Versenkung geholt habe. Jedenfalls hat diese große Frau keine Schmähreden verdient.

Die Kirchen der Reformation, die sich nicht in dieser Weise mystisch begreifen, und alles haben, was Kfd Frauen fordern, zeigen, dass das keine blühenden christlichen Landschaften garantiert, ausgenommen Freikirchen. Aber wer will schon aus der Kfd in eine Freikirche wechseln? Da folge ich lieber (ausnahmsweise) Karl Rahner: „Der Christ der Zukunft wird Mystiker sein oder er wird nicht sein.“ Darum sollte man nicht politischen Kategorien folgen und schon gar nicht billige Wahlgeschenke machenden Politikern, sondern Jesus von Nazareth. Der konnte es gut mit Frauen. Er ließ sich sogar von reichen Frauen aushalten (Lk 8,3) ohne sich mit besonderen Posten erkenntlich zu zeigen, nicht mal den Söhnen gegenüber (Mt 20,20). Er machte allerdings zwischen Freunden und erst recht Freundinnen und Jüngern Unterschiede, obwohl er mit manchen Frauen zugegebenermaßen besser beraten gewesen wäre. Aber so war der unkonventielle Galiläer halt, wie ihn die Evangelien darstellen. Über die Asymmetrie der Geschlechter setzte er sich nicht komplett hinweg. Die orientalischen Kirchen und die katholische Kirche folgen jedenfalls dieser ältesten Tradition des Christlichen. Wer das nicht möchte, dem steht es frei jüngeren Traditionen des Christlichen zu folgen, nämlich den Kirchen der Reformation. Über beide Traditionen hinweg sind gute und ehrliche Freundschaften möglich. Ich kann es bezeugen.

kath.net-Buchtipp:
Zeitgerecht statt zeitgemäß
Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist
Von Helmut Müller
Hardcover, 244 Seiten
2018 Bonifatius-Verlag
ISBN 978-3-89710-790-8
Preis Österreich: 15.40 EUR

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