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„Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs

29. April 2026 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
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„Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern“ übt scharfe Kritik am Entwurf für das neue Evangelische Gesangbuch – Verband warnt vor Abschied von biblischen Fundamenten – „Abfall vom christlichen Glauben“ - „Kreis statt Kreuz“


Ansbach (kath.net/gem/red) Das neue Evangelische Gesangbuch (EG), das derzeit in einer Erprobungsphase getestet wird, stößt in konservativen kirchlichen Kreisen auf heftigen Widerstand. Martin Fromm, stellvertretender Vorsitzender der KSBB, spart in einer aktuellen Analyse nicht mit deutlichen Worten: Von einer „sprachlichen Vergewaltigung des Allmächtigen“ und einem „Abfall vom christlichen Glauben“ ist die Rede.

Symbolik: Der Kreis statt des Kreuzes

Bereits die optische Gestaltung des Erprobungsbandes sorgt für Unmut. Dass das zentrale Symbol des Christentums – das Kreuz – durch Kreise ersetzt wurde, wertet die KSBB als fatale Fehlentscheidung. Während das Kreuz für die lineare Heilsgeschichte (Anfang, Mitte, Ziel) stehe, symbolisiere der Kreis ein zyklisch-mythologisches Weltverständnis.

„In einer Gesellschaft, in der jedes Burger-Restaurant auf ein einprägsames Zeichen setzt, ist dieser Kreuzverzicht schon allein marketingtechnisch unverzeihlich, theologisch ist er katastrophal!“


Vorwurf des „Wokeismus“ und der Gender-Theologie

Besonders hart ins Gericht geht die KSBB mit der Integration einer „queerfeministischen Theologie“. Kritisiert wird insbesondere:

- Gendergerechte Sprache: In Psalm-Übertragungen werde Gott wechselweise männlich, weiblich oder genderfluid dargestellt (z. B. „die Ewige“).

- Das Kunstwort „Geistkraft“: Die Verwendung dieses Begriffs in der Trinitätsformel wird als „Häresie“ bezeichnet, da sie den Heiligen Geist verweibliche und ihn von einer Person zu einer bloßen „Wirkenergie“ herabstufte.

- Verschleierung des biblischen Gottesnamens: Die Ersetzung von „HERR“ durch den Gattungsbegriff „Gott“ lasse die persönliche Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf verblassen.

„Infantilisierung“ und Verlust der Tradition

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die sprachliche Qualität und den pädagogischen Ansatz des Werkes. Die KSBB spricht von einer „vulgären Infantilisierung“ biblischer Texte. So würden die existenziellen Klagen der Psalmen (z. B. Psalm 130) auf das Niveau von „Kindergartengottesdiensten“ reduziert („Ich habe Angst, wenn es dunkel ist“). Zudem wird die Aufnahme von Piktogrammen (z. B. Hände für Gebet) als herablassend gegenüber der gebildeten Gottesdienstgemeinde empfunden.

Entfremdung von der eigenen Identität

Auch die Auswahl der Autoren sorgt für Kopfschütteln. Dass Texte des Agnostikers SAID oder des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch aufgenommen wurden, zeige eine „Entfremdung gegenüber der eigenen geistlichen Tradition“. Gleichzeitig werde durch eine „entgeschichtlichte“ Sprache der Bezug zum Volk Israel gekappt, was die KSBB sogar die Frage nach einem latenten Antijudaismus stellen lässt.

Fazit: Ein Aufruf zum Widerstand

Die KSBB sieht im neuen Gesangbuch nicht weniger als die Gefahr einer innerkirchlichen Spaltung und eines massiven Kulturverlusts. Martin Fromm ruft Gemeinden und gläubige Liederdichter dazu auf, die Erprobungsphase für leidenschaftlichen Protest zu nutzen.

Sollten keine gravierenden Änderungen erfolgen, empfiehlt der Verband den Gemeinden, dem bisherigen Gesangbuch „unverbrüchlich die Treue zu halten“. Das Fazit der KSBB fällt vernichtend aus: Das Werk sei ein Produkt einer „zwanghaft modischen, zeitgeisthörigen“ Kirche, das bereits zum Zeitpunkt seines Erscheinens veraltet sei.

Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis ist ein konservativ-lutherischer Zusammenschluss, der in verschiedenen Landeskirchen der EKD aktiv ist. Sie orientiert sich in der Lehre an der Bibel und den lutherischen Bekenntnisschriften.


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Lesermeinungen

 Sextus 4. Mai 2026 
 

Der Heilige Geist als strippenziehende, durchlöcherte, hölzerne Puppe

So erscheint das Bild des Heiligen Geistes, serviert auf dem Cover des Pfarrblattes (Nummer 5) der Katholischen Stadtkirche Heidelberg.
Das blasphemische Bild wird von einem Zitat von Huub Osterhuis, ex-Jesuit, ex-Priester, ex-Katholik, wiederverheirateter Geschiedener, begleitet:
"Paraclete, Trösterin, uns in Gottes Nam' gegeben, aus der Höhe [die Haare der Puppe ziehen nach oben], Funkenfall ..." usw.
Meine Protest e-mail, gerichtet an die Heidelberger Kirchenleitung und an das Generalvikariat in Freiburg, ist bisher unbeantwortet geblieben.


0
 
 ThomasMoore 30. April 2026 

Gotteslob 2013 ist auch nicht viel besser.

Da gibts zwar keine Extreme wie gegenderte Schrifttexte. Aber der Vergleich mit traditionellem katholischen Liedgut, wie es z.B. im Gesangbuch "Laudate Patrem" zu finden ist spricht auch hier eine deutliche Sprache: Etwa im fast vollständigem Entfall der zahlreihen Eucharistischen Lieder wie z. B. "O Christ hie merk" oder "Kommt herab ihr Himmelsfürsten" in dem die Rede davon ist dass der Lobpreis der Engel für die Eucharistie die Lästerungen der Menschen verdrängen soll.
Natürlich wurden auch Strophen wie "Wohl tobet um die Mauern; Der Sturm in wilder Wut; Das Haus wird’s überdauern, Auf festem Grund es ruht" von "Ein Haus voll Glorie schauet" schon 1975 entsorgt. Zahlreiche weitere Beispiele könnte ich hier aufführen.
Auch das Kreuz auf dem Buchcover ist beim GL 2013 bereits einem Adobe-ähnlichen Logo gewichen.


1
 
 golden 29. April 2026 
 

Es geht nicht um den Gegensatz alte versus neue Lieder

pauschal gesagt: in Kirchengesangbüchern stehen gläubige Liedtexte für Gläubige Sänger.
Modisch dichtend will man Wohlfühl-Texte für alle denkbaren Wohlfühl-Zielgruppen
Christus vincit !


0
 
 Hängematte 29. April 2026 
 

Der Grundsatz Martin Luthers "sola scriptura" - "allein die Schrift"

verpufft zusehends bei den Protestanten. Der Begriff der Tradition wird bei den Dominationen aus der Reformation abgelehnt - obwohl sie in Wirklichkeit Tradition praktizieren - die Traditionen nach Martin Luther, nach Johannes Calvin, die Presbyterianer, usw.


4
 
 littlemore 29. April 2026 

Dabei gehen die Zeichen doch bereits spürbar in eine ganz andere Richtung

"Folge dem Geld!"
Mich würde interessieren, welche NGOs dieses Buchprojekt finanziell fördern und ausstatten mit Projektstellen u.a.
Denn es ist ja noch nicht mal mehr ein zeitgemäßer Entwurf. Die Zeichen gehen doch spürbar bereits in eine andere Richtung.
So viel stures Beharrungsvermögen, ein bei Erscheinen schon altes Buch herauszubringen kann nur mit viel Geld gefüttert sein.


3
 
 SpatzInDerHand 29. April 2026 

SO?! Das passt ins Gesamtbild. Und bei uns haben wir auch schon eine Kinderskizze statt dem Kreuz,

eine DREIZIPFELIGE Kinderskizze, wohlbemerkt, damit man ja nicht zu deutlich an die vier Balkenenden des Kreuzes erinnert werde. Und auch das "Runternivellieren" der Liedtexte hat bei uns schon längst angefangen. Es ist furchtbar!


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 Jothekieker 29. April 2026 
 

Alternativlos

Als Vorfeldorganisation der Grünen hat sich die EKD selbstverständlich an den Sprach- und Symbolgebrauch der Mutterpartei anzupassen. Da muß das Kreuz natürlich genauso verschwinden wie der HERR.
Wer sich davon angewidert fühlt, sollte diesen Verein allerdings so schnell wie möglich verlassen.


5
 

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