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Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“

24. April 2026 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Preisträgerin: „Ich konnte mir nicht vorstellen, mich dafür zu entschuldigen, dass ich mein Kind vor dem Tod geschützt habe. Ich lehre meine Kinder, dass die Wahrheit das Wichtigste ist und dass man sich nicht brechen lassen darf.“


Warschau (kath.net/gem/pl) Weronika Krawczyks Schicksal hat in den letzten Monaten ganz Polen bewegt – und nun erhielt sie vom polnischen offiziellen katholischen Portal „Opoka“ den Preis „Zbudowana na Skale“ [Auf Fels gebaut] verliehen, damit wurde ihr unerschütterlicher Einsatz für das ungeborene Leben geehrt. Der Preis wurde erstmalig verliehen, „Opoka“ ist ein Medium, das lehramtstreue Positionen vertritt, im Gegensatz zu manchen katholischen Mainstreammedien im deutschsprachigen Raum.

Die Hintergrundgeschichte zu dieser Preisverleihung ist unbequem: Krawczyk ist dreifache Mutter, bei einer ihrer Schwangerschaften wurde beim ungeborenen Kind die Diagnose „Down Syndrom“ gestellt, der Arzt in Danzig riet daraufhin mehrfach eindringlich zur Abtreibung. Im Gespräch mit einer anderen schwangeren Mutter, die beim selben Arzt in Behandlung war, warnte Krawczyk vor diesem Frauenarzt und bezeichnete ihn als „Abtreiber“. Daraufhin wurde Krawczyk von diesem Arzt wegen Rufschädigung verklagt. Eine Gerichtsverhandlung entschied: Entweder würde Krawczyk ihre Aussagen öffentlich widerrufen und sich entschuldigen, oder der dreifachen Mutter drohe die Ableistung einer mehrmonatigen gemeinnützigen Arbeit. Unabhängig von ihrer Entscheidung wurden ihr die Prozesskosten aufgelastet. Sie sagt im Nachhinein: „Ich konnte mir nicht vorstellen, mich dafür zu entschuldigen, dass ich mein Kind vor dem Tod geschützt habe. Ich lehre meine Kinder, dass die Wahrheit das Wichtigste ist und dass man sich nicht brechen lassen darf.“


Ob Weronika Krawczyk persönlich zur Preisverleihung kommen würde, war wegen des Strafmaßes bis vor kurzem ungewiss. Erst Mitte April 2026 erfolgte die Wende: Der polnische Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete eine Begnadigungsurkunde, die sie vor dem Antritt ihrer Strafe bewahrte.

Auf der Gala sprach sie offen über die psychische Last der vergangenen Monate, über Depressionen und die Angst um ihre Familie, aber auch über die Kraft, die sie aus ihrem Glauben schöpfte.

In der Laudatio hob Msgr. Marek Gancarczyk, der Vorsitzende der Stiftung Opoka, hervor, dass Weronika Krawczyk ein „lebendiges Zeugnis für einen Glauben ist, der auf dem Felsen der kirchlichen Lehre steht“.

Die Preisträgerin betonte in ihrer Rede drei zentrale Punkte:

  • Der Glaube als Anker: Für sie sei der Glaube kein abstraktes Konzept, sondern die tägliche Kraftquelle, um sich selbst zu verleugnen und für das Richtige einzustehen.
  • Zivilcourage: Sie rief dazu auf, die Augen vor der „Abtreibungs-Untergrundszene“ nicht zu verschließen und jene zu schützen, die keine eigene Stimme haben.
  • Dankbarkeit: Ein besonderer Dank galt ihrem Ehemann Michał sowie den zahllosen Freiwilligen, die Petitionen für ihre Freilassung organisiert hatten.

Die Atmosphäre im Saal war von tiefer Ergriffenheit geprägt. Viele Gäste sahen in Krawczyk nicht nur eine Aktivistin, sondern eine Frau, die bereit war, für ihre christlichen Werte einen hohen persönlichen Preis zu zahlen.

Die Gala der Stiftung Opoka hat gezeigt, dass hinter großen moralischen Debatten immer konkrete menschliche Schicksale stehen. Weronika Krawczyk verließ die Bühne nicht nur mit einer Statue, sondern als Symbol für die Kraft der Überzeugung in einer unsicheren Zeit.

Foto: Weronika Krawczyk bei der Preisverleihung (c) Opoka


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