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Erzbischof: Christen in der Türkei brauchen mehr Hilfe

25. September 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Mor Saliba Özmen, syrisch-orthodoxer Erzbischof von Mardin/Diyarbakir, eröffnet Jahrestagung der "Initiative Christlicher Orient" - Nur mehr 2.600 Christen leben im "Tur Abdin", einem ursprünglichen Siedlungsgebiet der syrisch-orthodoxen Kirche


Salzburg (kath.net/KAP) "Unser Volk braucht Unterstützung, um in der Heimat dauerhaft bleiben zu können." Mit diesen Worten hat sich Mor Philoxenos Saliba Özmen, syrisch-orthodoxer Erzbischof von Mardin/Diyarbakir, an die Teilnehmer der Jahrestagung der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) gewandt. Jede Hilfe für die verbliebenen einheimischen Christen, egal ob im sozialen, kulturellen oder religiösen Bereich, sei wichtig und notwendig. Der Erzbischof aus dem Südosten der Türkei eröffnete am Montagvormittag dies diesjährige ICO-Tagung, die sich vor allem dem schwindenden Christentum in der Türkei widmet.

Özmen steht als Erzbischof an der Spitze der syrisch-orthodoxen Diözese Mardin und ist zugleich auch Abt des Klosters Deyrulzafaran. Das Kloster geht auf das fünfte Jahrhundert zurück. Mardin bzw. Deyrulzafaran liegen am Rande des sogenannten "Tur Abdin", einer abgelegenen bergigen Region, in der noch einige wenige syrisch-orthodoxe Christen ausharren. Bis heute feiern sie die Messe auf Aramäisch, in der Sprache Jesu.


Krieg, wirtschaftliche Not und ein ablehnendes muslimisches Umfeld zwangen ab den 1970er Jahren zigtausende Christen zum Auswandern in den Westen. Noch in den 1960er Jahren sollen im Tur Abdin bis zu 70.000 Christen gelebt haben. Inzwischen sind es nur mehr 2.600, wie es bei der Tagung hieß. Damit wenigsten die letzten bleiben konnten, gründete der Linzer Liturgieprofessor Hans Hollweger 1989 den "Verein der Freunde des Tur Abdin", aus dem später die "Initiative Christlicher Orient" (ICO) wurde. Diese feiert heuer ihr 30-Jahr-Jubiläum.

ICO-Obmann Slawomir Dadas begrüßte zu Beginn der Tagung u.a. den Salzburger Alterzbischof Alois Kothgasser. Am Montagabend wird auch sein Nachfolger Erzbischof Franz Lackner das Wort ergreifen. Den Hauptvortrag der Tagung hält am Montagabend der für die Niederlande zuständige syrisch-orthodoxe Bischof Mor Polycarpus. Weitere Referenten sind u.a. der langjährige Direktor des St. Georgs-Kollegs und Superior der Lazaristen in Istanbul, Franz Kangler, die frühere österreichische Botschafterin in der Türkei, Heidemaria Gürer, die Salzburger Armenien- und Türkei-Expertin Jasmine Dum-Tragut und die in England forschende österreichische Orient-Expertin Heidi Ambruster.

Nur mehr verschwindend kleine Minderheit

Die Christen sind in der Türkei nur mehr eine verschwindend kleine Minderheit. Von den rund 80 Millionen Einwohnern der Türkei sind gerade einmal 100.000 Christen - nicht einmal mehr 0,2 Prozent der Bevölkerung, wie die ICO mitteilte. Die überwiegende Mehrzahl der Christen lebt im Großraum Istanbul, größere Gemeinden gibt es noch in einzelnen Regionen am Mittelmeer (z.B. Izmir und Antakya) sowie im Tur Abdin in der Südosttürkei.

Die überwiegende Mehrheit der einheimischen Christen gehört der Armenisch-apostolischen Kirche an (ca. 70.000), knapp 20.000 Mitglieder zählt die Syrisch-orthodoxe Kirche, die Armenisch-katholische und Syrisch-katholische Kirche zählen jeweils bis zu 2.000 Gläubige. Ähnlich groß - oder klein - ist auch die Griechisch-orthodoxe Kirche in der Türkei. Die Römisch-katholische Kirche zählt rund 20.000 Gläubige in der Türkei, wobei es sich in der Regel um Ausländer handelt. Auch eine Vielzahl von Kirchen der reformierten Tradition gibt es im Land, wie auch eine Reihe von Freikirchen.

Die "Initiative Christlicher Orient" unterstützt seit 30 Jahren die Christen im Orient. Allein 2018 konnten 670.000 Euro für Hilfsprojekte in Syrien, im Irak, in Jordanien, Libanon und in Palästina aufgewendet werden. (Infos: www.christlicher-orient.at)

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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