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Hohe ökumenische Erwartungen an Rumänien-Besuch des Papstes

21. Jänner 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Positive Reaktionen auf die offizielle Ankündigung der von 31. Mai bis 2. Juni anberaumten Reise von orthodoxer wie katholischer Seite


Bukarest (kath.net/KAP) Hohe ökumenische Erwartungen knüpfen sich an die Rumänien-Reise von Papst Franziskus, die der Vatikan vergangene Woche für 31. Mai bis 2. Juni offiziell angekündigt hat. Man sei glücklich über die Bestätigung des Besuchs, hielt der Sprecher der rumänisch-orthodoxen Kirche, Vasile Banescu, laut "Pro Oriente"-Informationsdienst (Montag) in einer Erklärung fest und verwies auf die "langen und guten Beziehungen" zur katholischen Kirche. Diese Beziehungen seien durch die Rumänien-Visite von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) im Jahr 1999 gestärkt worden und würden nun durch den Besuch von Papst Franziskus erneuert.

Auch unter den Katholiken in Rumänien löste die offizielle Ankündigung der Papstreise großen Enthusiasmus aus. "Wir hoffen, dass die Präsenz des Papstes für Rumänien eine Inspiration ist, um alles, was es Gutes und Wertvolles in Rumänien gibt, zu Gunsten des Gemeinwohls zusammenzufassen", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Lucian Muresan: "Wir setzen auf den Willen zum Dialog zwischen den christlichen Kirchen auf der Basis der Respektierung des Andersseins, damit die Energien der Christen zu Gunsten des Lebens und der natürlichen Werte gebündelt werden können."

Rumänien ist insgesamt orthodox geprägt. Es gibt aber auch eine heute wieder erstarkte katholische Kirche in drei Riten - lateinisch, byzantinisch, armenisch -, in Siebenbürgen die evangelisch-lutherische und die evangelisch-reformierte Kirche, aber auch viele evangelikal ausgerichtete christliche Gemeinschaften.

Der Pressesprecher der katholischen Erzdiözese Bukarest, Francisc Dobos, sagte im Gespräch mit dem italienischen katholischen Sender "TV2000", er hoffe, dass der Papstbesuch ein "spiritueller Vitaminstoß" für Rumänien sein werde: "Wir sind Papst Franziskus sehr dankbar, dass er 20 Jahre nach der Visite Johannes Pauls II. die Einladung zum Besuch dieser Peripherie Europas angenommen hat."

Das offizielle Motto der Reise lautet "Sa mergem impreuna" (Gehen wir gemeinsam). Das Logo zeigt Gläubige mit einem Kreuz unter dem Schutz der Muttergottes. Für Kirchensprecher Dobos bringt das Motto die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Papstbesuch ein Impuls für die Christen des Landes "auf dem Weg zur Einheit" sein werde. Ebenso gebe es die Erwartung, dass die Visite Franziskus' zur "Verständigung der politischen Kräfte" beiträgt, damit sie alle für das Gemeinwohl des Landes arbeiten.

Papst Franziskus hatte seine Absicht, Rumänien zu besuchen, bereits beim Ad-limina-Besuch der rumänischen Bischöfe im November des Vorjahrs zum Ausdruck gebracht. Ursprünglich war geplant, die Rumänien-Visite mit dem ebenfalls bereits offiziell angekündigten Besuch in Bulgarien und Mazedonien (5. bis 7. Mai) zu verbinden. Im Hinblick auf die G20-Tagung in Sibiu am 9. Mai stellte sich dies aber als organisatorisch nicht machbar heraus.

An den einzelnen Etappen des Papstbesuchs laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Während seines dreitägigen Aufenthalts kommt Franziskus nach Bukarest und Iasi. Auf dem Reiseprogramm steht außerdem Blaj, die geistliche Hauptstadt der griechisch-katholischen Kirche in Rumänien, und der römisch-katholische Marienwallfahrtsort Sumuleu Ciuc in Siebenbürgen, der vor allem von den Gläubigen ungarischer Muttersprache besucht wird.

In Bukarest wird der Papst mit dem orthodoxen Patriarchen Daniel zusammentreffen. Die römisch-katholische Diözese Iasi hat eine ins 19. Jahrhundert zurückreichende Tradition. Die bedeutendste Gestalt der Diözese war der aus Niederösterreich stammende Märtyrer-Bischof Anton Durcovici (1888-1951), er wurde 2014 selig gesprochen. In Blaj wird der Besuch stark im Zeichen des unierten griechisch-katholischen Basilianermönchs Samuil Micu (1745-1806) stehen, der 1795 eine bahnbrechende Bibelübersetzung herausbrachte und auch als Verfasser einer Grammatik der rumänischen Sprache und einer tausendseitigen Geschichte des rumänischen Volkes hervortrat.

Besondere Bedeutung hat die Etappe in Sumuleu Ciuc, das in einer mehrheitlich ungarischsprachigen Gegend Siebenbürgens liegt. Die Wallfahrt geht auf das Jahr 1442 zurück. Die Szekler pilgern alljährlich zu Pfingsten nach Csiksomlyo, wie der Ort auf ungarisch heißt. Die Zahl der Pilger geht dabei in die Hunderttausende. Der Besuch des Papstes hat über den unmittelbar kirchlichen Aspekt hinaus große Bedeutung. Zugleich ist der Besuch in dem Pilgerort eine Hommage an die Bezeichnung Rumäniens als "Garten der Muttergottes".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 SCHLEGL 23. Jänner 2019 
 

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Vor vielen Jahren hatte ich im Stephansdom einen Kirchenchor der rumän. orth.Diözese Suceava (berühmte Moldauklöster)mit dem orth. Bischof Pimen Zainea zu Gast, eine heikle Sache! Ich habe mir einen Teil der Ansprache von Papst Johannes Paul II vor dem rumänischen Patriarch Teoctist ins Rumänische übersetzen lassen.Da sagte der Papst: "Es muss gesagt werden, dass zwischen unseren beiden Kirchen WUNDEN existierenden, die geheilt werden müssen!" Der Papst meinte die Weigerung der rumän. orth. Staatskirche,die 1948 vom Regime enteigneten griech. kath. Kirchen und Gebäude den rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben,was bis heute NICHT geschehen ist!Ich habe auf Rumänisch "retrodaria= Rückgabe" gefordert,die Gäste waren etwas erschrocken!Ich hatte mir im Ordinariat Rückendeckung geholt.
Vor Jahren teilte mir der griech. kath. Erzbischof von Cluj mit,dass in der orth. Bischofskonferenz gesagt wurde, die griech. kath. Kirche wolle mit den Lateinern gemeinsam Siebenbürgen an die Ungarn ausliefern!


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