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Kurienkardinal Koch in Eisenstadt: Martin zeigt Gott im Leidenden

12. November 2018 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Fest des burgenländischen Landespatrons im Martinsdom - Vatikanischer "Ökumeneminister": Martinus verweist auf Evangeliums-Kerngedanken der Nächstenliebe und Gottes verborgener Gegenwart


Eisenstadt (kath.net/KAP) Hoher Besuch zum Martinstag in Eisenstadt: Kurienkardinal Kurt Koch hat am Sonntag das Pontifikalamt zum Fest des burgenländischen Diözesan- und Landespatrons geleitet. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen rief in seiner Festpredigt dazu auf, die Armen als "privilegierten Zugangsort zu Jesus Christus" zu sehen und in ihnen Gott zu begegnen. Der Heilige Martin von Tours habe diese Haltung eindrucksvoll vorgelebt.
Koch zelebrierte den Gottesdienst im Martinsdom gemeinsam mit Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics, dem Apostolischen Nuntius Peter Stephan Zurbriggen und dem Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim. Auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl war bei der Festmesse, an die eine Festakademie anschloss, zugegen.
Den heiligen Martin bezeichnete Koch als einen "besonders volkstümlichen Heiligen", er gelte sogar als beliebtester Heilige in Europa. Zahlreiche Bräuche und Legenden rund um den Gedenktag, von der Martinigans bis zu den Laternenumzügen, bezeugten die Verwurzelung in der Volksfrömmigkeit. Zugleich stehe Martinus für einen Kerngedanken des Evangeliums: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."


Jesus sei derjenige, "der sich mit dem Armen und Leidenden, dem Hungrigen und Durstigen, dem Nackten und Gefangenen nicht nur solidarisiert, sondern geradezu identifiziert", so der "Ökumeneminister" des Vatikan. Er sei "in unserer Welt verborgen gegenwärtig in allen Menschen, die leiden und arm und verlassen sind."
Freund der Diözese

Koch war bereits Ende Februar in Eisenstadt zu Gast, als er und Bischof Zsifkovics dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem griechisch-orthodoxen Metropolit Arsenios Kardamakis eine persönliche Großspende von Papst Franziskus für das orthodoxe Klosterprojekt in St. Andrä am Zicksee überreichten. Damals würdigte Koch die Bedeutung der Diözese Eisenstadt als Brückenbauer in Europa.
Am Ende der Festmesse erhielt Zsifkovics eine von der Katholischen Jugend und Jungschar kreierte Stola als Einladung zur Diözesanjugendmesse "FeelTheDome" überreicht, die am 24. November 2018 im Martinsdom stattfindet. Im Anschluss wurde zum Teilen des "Martinskipferls" eingeladen, ehe eine ökumenische Festakademie zum Martinsfest auf dem Programm stand. Neben dem Hauptreferat von Kardinal Koch waren dabei auch Referate von Metropolit Arsenios und des evangelischen Superintendenten Manfred Koch vorgesehen

Reiches Brauchtum und Legenden

Der Heilige Martin wurde um das Jahr 316/17 in der Stadt Sabaria geboren, im heutigen ungarischen Szombathely (Steinamanger). Der Sohn eines römischen Tribuns trat auf Wunsch seines Vaters in die Armee ein. Nach seiner Bekehrung ließ sich Martin mit 18 Jahren taufen, quittierte den Militärdienst und wurde Eremit. Seit 371 war er wider Willen Bischof von Tours an der Loire; er starb am 8. November 397 in seiner Diözese. Das Grab des fränkischen Nationalheiligen und Patrons der Bettler, Schneider, Geächteten und Kriegsdienstverweigerer in Tours ist eine wichtige Wallfahrtsstätte. Außer von Eisenstadt ist Sankt Martin auch Patron der Diözesen Szombathely, Mainz und Rottenburg.

Die nach dem heiligen Martin von Tours benannten Laternenumzüge rund um den 11. November, bei denen sich Kinder als Soldaten und Bettler verkleiden, erinnern an die Legende, nach der Martin seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Der Brauch der zu diesem Datum verzehrten Martinigans ist dem Zahl- und Pachttag 11. November geschuldet, erinnert aber auch an die Legende, wonach sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um seiner Wahl zum Bischof durch das Volk zu entgehen; die schnatternden Tiere verrieten ihn aber. Über die historische Gestalt Martins ist dennoch vergleichsweise viel gesichert: Mit Sulpicius Severus (um 363-420/25) verfasste ein Weggefährte am Ende des 4. Jahrhunderts eine ausführliche Biografie.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Kardinal Koch (c) kath.net/Petra Lorleberg


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