Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  5. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  10. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  11. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  12. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  13. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  14. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  15. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen

Verflucht sei, wer den Auftrag des HERRN lässig betreibt!

7. August 2018 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Was haben Digitalisierung und Islamisierung gemeinsam? - Die Monatskolumen von Sebastian Moll


Linz (kath.net)
Was haben Digitalisierung und Islamisierung gemeinsam? Beides sind Prozesse, die unser gesellschaftliches Leben in den vergangenen Jahren stark verändert haben und es voraussichtlich auch weiterhin tun werden. Worin besteht der größte Unterschied zwischen Digitalisierung und Islamisierung? Ich habe noch nie jemanden getroffen, der abstreitet, dass es die Digitalisierung gibt.

Ich frage mich, wie es wohl wäre, auf einen Digitalisierungsleugner zu treffen. Wie würde ich versuchen, ihn von seinem Irrtum zu befreien? Vermutlich würde ich ihm einige Fragen stellen. „Überlegen Sie doch mal: Wie haben Sie früher mit anderen Menschen kommuniziert? Wie haben Sie Ihre Bankgeschäfte erledigt? Wie haben Sie sich Informationen beschafft?“

Spätestens jetzt müsste demjenigen klar werden, dass sich in diesen sowie vielen anderen Bereichen sein Alltag stark verändert hat, weil viele der genannten Tätigkeiten mittlerweile digitalisiert sind. Wenn bestimmte Aspekte des Lebens früher nicht digital abliefen, mittlerweile aber doch, dann nennt man es Digitalisierung.

Vielleicht sollte man mit Islamisierungsleugnern ähnlich verfahren. „Überlegen Sie doch mal: Wurde früher über das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht diskutiert? Haben unsere Politiker früher öffentlich Grüße zum Ramadan ausgesprochen? Gab es in Supermärkten oder Kantinen früher eigene Kennzeichnungen für Produkte ‚ohne Schwein‘?“ Spätestens jetzt müsste demjenigen klar werden, dass sich in diesen sowie vielen anderen Bereichen sein Alltag stark verändert hat, weil sich viele der genannten Bereiche mittlerweile durch den Einfluss des Islam verändert haben. Wenn bestimmte Aspekte des gesellschaftlichen Lebens früher nicht durch den Islam beeinflusst wurden, mittlerweile aber doch, dann nennt man es Islamisierung.


Wieso gibt es aber trotz dieser Offensichtlichkeit noch immer Islamisierungsleugner? Aus der Politik hört man oft das Argument, man wolle keine Ängste schüren. Aber mit demselben Argument könnte man auch die Digitalisierung leugnen, die bei vielen Menschen ebenfalls Ängste hervorruft.

Vielleicht liegt die unterschiedliche Behandlung der beiden Prozesse ja auch darin begründet, dass man in der Digitalisierung, bei aller berechtigten Sorge, auch Vorteil sieht und diese betonen möchte? Vorteile der Islamisierung sucht man bislang vergeblich.
Doch wie auch immer man mit der aktuellen Islamisierung unserer Gesellschaft umgehen mag, sie zu leugnen bringt uns garantiert nicht weiter. Politik beginnt bekanntlich mit dem Betrachten der Wirklichkeit. Im Grunde beginnt allerdings jedes vernünftige Denken und Handeln mit dem Betrachten der Wirklichkeit, ganz im Geiste dieser Kolumne: intelligo ut iudicem. Zur Betrachtung der Wirklichkeit gehört dabei auch, dass ein politisches Vorgehen gegen die Islamisierung aussichtslos ist. Ein freiheitlicher Rechtstaat kann seinen Bürgern nicht verbieten, auf ihren Grundstücken Moscheen zu errichten, ebenso wenig wie er der Wirtschaft verbieten kann, sich auf die Bedürfnisse muslimischer Verbraucher einzustellen.

Dass sich Regionen und Gesellschaften religiös verändern, ist ein völlig normaler Prozess. Deshalb ist diese ganze „Was gehört wozu“-Debatte auch so sinnlos. Westeuropa ist bekanntlich erst durch Karl den Großen ganzheitlich christianisiert worden. Daher betrachten einige ‚Identitäre‘ ja nicht nur den Islam als Eindringling, sondern auch das Christentum, und wollen am liebsten zur Anbetung der alten germanischen Gottheiten zurück. Aber auch in unserer Zeit sind solche Prozesse an der Tagesordnung. Algerien hat sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu dem streng islamischen Land entwickelt, das es heute ist. In Südkorea wiederum bekennt sich heute beinahe ein Viertel der Bevölkerung zum Christentum, was vor 50 Jahren ebenfalls noch undenkbar gewesen wäre.

Religiöse Identität kann nicht politisch hergestellt werden, sonst wird sie zu einem reinen Instrument der Herrschenden. Wer darauf hofft, dass uns Parlamente und Gerichte vor dem Islam ‚schützen‘ werden, wird eine bittere Enttäuschung erleben. Ob sich hingegen die europäischen Kirchen durch die zunehmende Präsenz eines selbstbewussten Islam aus ihrer selbst auferlegten Trägheit reißen lassen werden, ist eine weitaus spannendere Frage. Wie sagt Jeremia: „Verflucht sei, wer den Auftrag des HERRN lässig betreibt!“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Intelligo ut iudicem

  1. Die verzerrte öffentliche Wahrnehmung von Sri Lanka und Christchurch
  2. Aber um des Menschen willen, nicht zur Besänftigung des Klimas
  3. Die verlorene Ehre der Annegret K.-K.
  4. Der Irrglaube des Bischofs von Hildesheim
  5. Die wahre Lehre kann mit der Irrlehre keinen Kompromiss eingehen
  6. Ist Abtreibung ein Auftragsmord?
  7. Leider spielte auch die Kirche dieses gruselige Spiel eifrig mit
  8. Der Mensch ist und bleibt 'unheilbar religiös'
  9. Leitkultur!
  10. Ist denn Christus zerteilt?







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  8. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  9. "Derselbe Polarstern"
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  12. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  13. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  14. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  15. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz