Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Italienischer Erzbischof rügt Gläubige für Mundkommunion
  2. Skandal in München
  3. Schönborn: Neuer Papst wird "heiliger und weiser Mann
  4. US-Kardinal Dolan: Trumps Papstbild hinterlässt schlechten Eindruck
  5. Evangelischer Kirchentag - weisse Kinder bei einer Veranstaltung unerwünscht
  6. „Wie retten wir die Welt?“
  7. Mitten im Kulturkampf nimmt der Wokeismus noch mal Fahrt auf
  8. Irischer Priester vergibt Mann, der ihn erstechen wollte
  9. Unfassbar! Lebensschützer wegen Embryomodellen von evangelischen Kirchentag verbannt
  10. Kard. Gerhard Müller: „Wir können keinen der 266 Päpste nachahmen. Das einzige Vorbild ist Petrus“
  11. Bereits am 8. Mai könnte ein neuer Papst gewählt werden!
  12. Kardinäle beklagen Spannungen in der Kirche
  13. Franziskus, (kein) santo subito und keine Handkommunion für Journalisten
  14. Abt Jean Pateau OSB: „Auf die Einheit hinzuarbeiten bedeutet nicht, auf Uniformität hinzuarbeiten“
  15. Ulrich Nersinger: „Die Teilnahme am Konklave ist Sache der Kardinäle – und des Heiligen Geistes!“

Aber um des Menschen willen, nicht zur Besänftigung des Klimas

16. April 2019 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Dass sich die Kirche mitunter an der derzeitigen Klimahysterie beteiligt, ist besonders schmerzhaft. Dass sie dies unter dem Schlagwort „Bewahrung der Schöpfung“ tut, ist hingegen unfreiwillig komisch. Die Monatskolumne von Sebastian Moll


Linz (kath.net)
Zuweilen wird die Satire von der Wirklichkeit eingeholt. Vor zwei Wochen war dies wieder zu spüren anlässlich des 1. Aprils. Es wird zunehmend schwieriger, echte Nachrichten von Aprilscherzen zu unterscheiden. Vieles, was vor einigen Jahren oder Jahrzehnten noch als Aprilscherz durchgegangen wäre, gehört heute zu den tatsächlichen Nachrichten.
Vor genau vierzig Jahren kam Monty Pythons Kultkomödie Das Leben des Brian in die Kinos. Würde man den Film hingegen heute erstmalig sehen, würde man viele Szenen vermutlich nicht als humoristisch, sondern eher als dokumentativ verstehen. Könnte man heute noch lachen, wenn innerhalb der Volksfront von Judäa darüber diskutiert wird, für das Recht eines Mannes zu kämpfen, eine Frau sein zu dürfen, um Babys zu haben? Wo man doch durchaus vergleichbare Debatten auf aktuellen Symposien der Genderideologie findet? Könnte man heute noch lachen, wenn ein Mann, der rein zufällig auf einem Rednerpult landet, plötzlich für den Messias gehalten und von den Massen umjubelt wird? Wo doch unsere Gesellschaft scheinbar willenlos bereit ist, einem kleinen Mädchen mit großem Plakat zu folgen, und sie als Prophetin zu akzeptieren? Als erste Jüngerin outete sich Frau Göring-Eckart, die es natürlich wissen muss, denn sie ist gewiss schon einigen gefolgt. Dann schloss sich ihr Bischof Koch an, nur um im selben Atemzug zu erklären, wir bräuchten keine Führer, denen wir blind folgen. Tja, das hätte er auch von Brian lernen können: „Es ist wirklich nicht nötig, dass Ihr mir folgt. Es ist völlig unnötig, einem Menschen zu folgen, den Ihr nicht mal kennt.“


Ich selbst habe vor sechs Jahren ein Buch mit dem Titel Du sollst nicht atmen veröffentlicht. Darin schlug ich (ironisch!) vor, zur Vermeidung von CO2 und damit zur Rettung des Klimas weitgehend auf das Atmen zu verzichten und nach Möglichkeit auch die menschliche Fortpflanzung einzustellen. Heute wird letztere Forderung (ernsthaft!) von einer deutschen Lehrerin vertreten. Es wird vermutlich nicht mehr lange dauern, bis wir uns auf die Aufforderung zum Freitod für das Klima gefasst machen müssen.

Dass sich die Kirche mitunter an der derzeitigen Klimahysterie beteiligt, ist besonders schmerzhaft. Dass sie dies unter dem Schlagwort „Bewahrung der Schöpfung“ tut, ist hingegen unfreiwillig komisch. Die entscheidende Frage, der sämtliche Umweltfanatiker konsequent ausweichen, ist nämlich: Wozu bzw. für wen betreiben wir eigentlich Umweltschutz? Wie der Begriff ‚Umwelt‘ bereits klar zum Ausdruck bringt, geht es um die Welt um den Menschen herum. Der Mensch möchte seine Lebensbedingungen erhalten, um selber leben zu können – ein absolut vernünftiges Verhalten. Die Sorge um den Klimawandel entspringt der Angst, dass eine Erwärmung des Weltklimas die Lebensbedingungen für große Teile der Menschheit erschweren könnte. Doch welchen Sinn wird eine Bewahrung des Weltklimas haben, wenn es dank nicht vorhandener Fortpflanzung bald keine Menschen mehr gibt, die davon profitieren würden? Für wen wäre unser Herr dann am eigentlichen „Friday for Future“ dann gestorben?

Die Kirche muss in dieser schicksalhaften Situation Stellung beziehen. Schicksalhaft ist die Situation nicht etwa deswegen, weil uns nur noch wenig Zeit bleibt, den Planeten zu retten. Das titeln die Skandalblätter seit Jahrzehnten. Die Situation ist schicksalhaft, weil wir kurz davorstehen, uns selbst nur noch als Schädling der Schöpfung wahrzunehmen, statt als ihre Krone. Jeder Christ ist aufgerufen, die Umwelt lebensfähig zu halten. Aber um des Menschen willen, nicht zur Besänftigung des Klimas.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Intelligo ut iudicem

  1. Die verzerrte öffentliche Wahrnehmung von Sri Lanka und Christchurch
  2. Die verlorene Ehre der Annegret K.-K.
  3. Der Irrglaube des Bischofs von Hildesheim
  4. Die wahre Lehre kann mit der Irrlehre keinen Kompromiss eingehen
  5. Ist Abtreibung ein Auftragsmord?
  6. Leider spielte auch die Kirche dieses gruselige Spiel eifrig mit
  7. Verflucht sei, wer den Auftrag des HERRN lässig betreibt!
  8. Der Mensch ist und bleibt 'unheilbar religiös'
  9. Leitkultur!
  10. Ist denn Christus zerteilt?







Top-15

meist-gelesen

  1. Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  2. Franziskus, (kein) santo subito und keine Handkommunion für Journalisten
  3. Evangelischer Kirchentag - weisse Kinder bei einer Veranstaltung unerwünscht
  4. Italienischer Erzbischof rügt Gläubige für Mundkommunion
  5. Kardinal Versaldi: Franziskus nicht wiederholen
  6. Kardinal Müller: „Es ist uns nicht gestattet, das Papsttum zu verweltlichen“
  7. Kard. Gerhard Müller: „Wir können keinen der 266 Päpste nachahmen. Das einzige Vorbild ist Petrus“
  8. Bereits am 8. Mai könnte ein neuer Papst gewählt werden!
  9. Kardinal Parolin leitet die Papstwahl
  10. Schönborn: Neuer Papst wird "heiliger und weiser Mann
  11. Skandal in München
  12. US-Kardinal Dolan: Trumps Papstbild hinterlässt schlechten Eindruck
  13. Kardinäle beklagen Spannungen in der Kirche
  14. Mitten im Kulturkampf nimmt der Wokeismus noch mal Fahrt auf
  15. „Wie retten wir die Welt?“

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz