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Kardinal Marx fordert „Denken im Horizont der Gegenwart“

20. April 2018 in Deutschland, 47 Lesermeinungen
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„Manchmal denke ich, wir müssen in eine neue Epoche der Theologie eintreten, die solche Elemente stärker aufgreift: den Horizont der Welt, das gesellschaftliche Leben, die Zeichen der Zeit“, sagt Marx bei Festakt zur Karl-Rahner-Gesamtausgabe


München (kath.net/pem) Kardinal Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, sich in der Theologie verstärkt an der gesellschaftlichen Realität zu orientieren. „Manchmal denke ich, wir müssen in eine neue Epoche der Theologie eintreten, die solche Elemente stärker aufgreift: den Horizont der Welt, das gesellschaftliche Leben, die Zeichen der Zeit“, sagte der Erzbischof von München und Freising, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Donnerstagabend, 19. April, in der Hochschule für Philosophie in München. „Eine Theologie, die sich nicht der Zeit stellt, nicht nur dem Denken der Zeit, sondern auch dem Leben der Zeit, eine Theologie, die nicht im Horizont der Welt stattfindet, wäre überflüssig.“ Eine solche Theologie „könnte nicht nachhaltig sein, könnte nicht anschlussfähig sein, könnte dem Menschen von heute nichts sagen“.


Kardinal Marx äußerte sich bei einem Festakt zur Fertigstellung der Gesamtausgabe der Schriften von Karl Rahner SJ, die von der Karl-Rahner-Stiftung herausgegeben wird. Der Theologe und Religionsphilosoph habe den Anspruch gehabt, „Denken im Horizont der Gegenwart“ zu betreiben, sagte der Erzbischof: „Da können wir bei ihm lernen.“ Rahners Schriften seien „ein theologisches Werk, das vom Leben ausgeht, das das konkrete Leben nicht aus dem Blick verliert“. Lese man darin, „sieht man: Hier ist jemand, der aufmerksam, wach, versucht, die Situation der Zeit im theologischen Denken zu ergreifen.“

Rahner habe sich „nicht einfach nur eine Theorie ausgedacht“, sondern „er hat sich eingelassen auf die konkreten theologischen und auch gesellschaftlichen, pastoralen, kirchlichen Themen der Zeit und immer wieder darauf geantwortet“, betonte Kardinal Marx. Die Gesamtausgabe seiner Schriften sei eine „Einladung zum Denken“, „ein Schatz, eine Quelle für das, was wie in Zukunft theologisch tun werden“.

Archivfoto Kardinal Marx (c) Erzbistum München und Freising


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