Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. CSU-Söder garantiert für Bayern eine "freie Entfaltung" und attackiert die Kirchen
  2. 'Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder'
  3. 'Einige sähen mich lieber tot'
  4. Über die Misere konfessioneller Buchhandlungen
  5. 'Sie sind das Werk des Teufels!' - Wen meinte Papst Franziskus?
  6. Genderkompatible Monstranz
  7. Papst Franziskus: "Abtreibung ist ein Mord, wer eine Abtreibung durchführt, tötet!"
  8. Vatikan führt "Grünen Pass" gegen Covid-19 ein
  9. Ein 'Katholik aus dem Rheinland'
  10. „Wird bei der Taufe das Stirnchakra verschlossen?“
  11. Sie verlassen die Kirche im besten Alter
  12. „Die Feier des Gottesdienstes ist der zentrale Auftrag der Kirche“
  13. Vorwürfe gegen Schönstatt-Gründer - Berliner Gericht lehnt Unterlassungsantrag ab
  14. DBK-Kopf Bätzing: „Die Themen, die das aufzeigen, liegen alle auf dem Tisch des Synodalen Weges“
  15. Franziskus wünscht sich lebendige und kreative Kirche in Europa

Warum der Islam keinen Luther braucht

21. November 2017 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wollte sich der Islam tatsächlich unserer Gesellschaftsordnung öffnen, bräuchte er keine Rückbesinnung auf, sondern eine Distanzierung von seinem Ursprung - Diakrisis am Dienstag mit Sebastian Moll


Linz (kath.net)
Wirklich Begeisterung wollte anlässlich des großen Lutherjubiläums nicht aufkommen, weder bei Katholiken (verständlich), noch bei Protestanten – ebenso verständlich, denn mit einer Reformationsbotschafterin, die mit Martin Luther ungefähr so viel gemeinsam hat wie Florian Silbereisen mit Beethoven, konnte das Ganze ja nur in die Hose gehen. Jetzt ist das Jubiläum also vorbei, und schon machen sich eifrige Hobbytheologen an die Weiterverwertung. Auch der Islam brauche einen Luther, gibt es nun zu hören, es sei Zeit für einen Reformislam. Doch ein ‚islamischer Luther‘ würde genau das Gegenteil von dem herbeiführen, was sich diese Aktivisten wünschen. Luther wollte keine neue Lehre einführen, sondern lediglich zu den Quellen zurück, zu Christus selbst. Er verordnete der mittelalterlichen Kirche, in der er viel vom ursprünglichen Evangelium verdunkelt sah, eine Rückbesinnung auf den Ursprung, eine Re-Formation im eigentlichen Sinne des Wortes.

Ist es das, was der Islam braucht? Kann man den gewaltbereiten Islamisten tatsächlich vorwerfen, dass sie sich nicht genügend auf den Propheten zurückbesinnen?
Die Verteidiger des Islams weisen zwar mit ermüdender Redundanz darauf hin, dass es auch in der Geschichte des Christentums schreckliche Gewalt gegeben habe.


Niemand möchte das bestreiten. Aber es gab sie in der Geschichte, nicht im Ursprung. Wer zu Christus selbst zurückkehrt, wird bei ihm weder in seinem Leben noch in seinen Worten Mord und Totschlag finden. Er durchlebt das Martyrium, aber als passiv Ertragender, nicht als heroischer Krieger. Die Kirche beginnt ihre Geschichte als verfolgte Gemeinschaft, nicht als Herrscherkaste. Dies hat dem Christentum immer wieder aufs Neue die Kraft verliehen, sich von innen heraus zu reformieren. Aber das ist bei weitem nicht der einzige Unterschied zwischen Christentum und Islam.

Jesus Christus ist das fleischgewordene Wort Gottes. Die Inkarnation ist keine bloße Lehrformel der Dogmatik, erst durch sie wird christliche Ethik überhaupt möglich. Der Islam lehnt die Vorstellung der Menschwerdung Gottes als blasphemisch ab. Allein deshalb kann niemals von überwiegenden Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam gesprochen werden. Aber nicht nur das: Durch eben diese Ablehnung ist es dem Islam verwehrt geblieben, ein Menschenbild zu entwickeln, dass dem christlichen ähnelt. Der Islam möchte das gesamte Leben der Gläubigen durch ein umfassendes Regelwerk kontrollieren. Aus diesen Zwängen hat Jesus die Christen befreit. Auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot antwortet er:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.

Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Das gesamte Alte Testament in zwei Sätzen zusammenzufassen – das will gekonnt sein! Aber Jesus war nicht einfach nur ein wortgewandter Prediger, dem die Gabe der Vereinfachung zuteil war. In ihm und durch ihn wird erst wahr, dass Gottesliebe und Menschenliebe zwei Seiten derselben Medaille sind.

Dadurch, dass Gott in Christus Mensch wurde, kann ich Gott in meinem Nächsten erkennen. „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“, bringt es Jesus auf den Punkt. „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“, lautet die prägnante Antwort des Neuen Testaments auf die offenbarte Gnade Gottes.

Gott hat sich selbst erniedrigt, um den Menschen zu erhöhen. Diese Wertschätzung, dieser ungeheuerliche Vertrauensbeweis war es, der es den Christen ermöglichte, allein aus der Liebe heraus zu leben, die kleinlichen Kultvorschriften hinter sich zu lassen und ohne Gewissensnot dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist. Ob sich der Islam auch einmal dorthin entwickelt? Jedenfalls wäre ihm ein Luther dabei keine Hilfe. Wollte sich der Islam tatsächlich unserer Gesellschaftsordnung öffnen, bräuchte er keine Rückbesinnung auf, sondern eine Distanzierung von seinem Ursprung. Damit würde er aber sein eigentliches Wesen aufgeben. Wie man diese Zwickmühle auflösen soll, wissen wohl nur Hobbytheologen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 MoSte 24. November 2017 
 

Wir sollten uns eine Rückbesinnung von allen Muslimen wünschen

Der Islam wurde bereits reformiert, und zwar zum schlechten, vor allem durch die Radikalisierung, die vom wahhabitischen Saudi-Arabien gefördert wird. Nicht ohne Grund gehen die meisten "islamistischen" Terroranschläge von Wahhabiten oder ähnlich radikalen Denkschulen aus. Und dennoch sind die traditionellen Werte und worauf es wirklich ankommt, erhalten geblieben. Dies merkt man, wenn man die islamische Welt bereist. Nicht ohne Grund ist die islamische Welt bekannt für ihre herzliche Gastfreundschaft. Nie gewundert, woher diese Gastfreundschaft kommt? Multiperspektivisch hat einen sehr aufschlussreichen Artikel dazu geschrieben: http://www.multiperspektivisch.de/nachricht/detail/22.html


0

0
 
 Sefa 21. November 2017 
 

Der Islam

stellt sich gerne als Weiterentwicklung der Buchreligionen und Mohamed als Nachfolger von Abraham, Moses und Christus dar. Tatsächlich stellt er aber, wie Sebastian Moll klar aufzeigt, mit seiner Gewaltverherrlichung einen zivilisatorischen Rückschritt dar und fällt weit in atavistische Zeiten zurück.

Der Islam braucht also keinen Luther, sondern Christus. Entweder hat der Islam keine Zukunft oder die Menschheit.


10

0
 
 Kleine Blume 21. November 2017 
 

Luther: sola scriptura (die Hl. Schrift allein)

Müsste eine Variante des Islams, die mit dem Luthertum vergleichbar wäre, sich nicht auf den Koran allein beschränken und die Tradition (= Sunna, also Hadithe + Prophetenbiographie/Sira) konsequent ausblenden?


1

0
 
 scheinfrager 21. November 2017 
 

Guter Punkt;

ferner gilt auch zu bedenken:

Wenn im Islam eine "Reformation" (oder wie man es auch nennen mag) ähnlich dem geschieht, was so hierzulande geschah (ja, du bist unter anderem gemeint, 30-jähriger Krieg), dann Gnade uns Gott, denn damals wurden alle technisch verfügbaren Waffen eingesetzt und in einem erbitterten innerislamischen jahrzehnte dauernden Religionskrieg wäre das heute vielleicht immer noch so.

Vor allem, da natürlich in einem solchen Krieg jede Seite danach streben würde, sich durch ausreichende Feindschaft gegen Israel als die wahren Verteidiger der islamischen Sache hervozutun.


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diakrisis

  1. Moderne Gnosis
  2. Polens Kirche und ein Geheimtipp
  3. Kann denn Lachen Sünde sein?
  4. Maskenzeit
  5. Die Kirche der Narren?
  6. Sternenlicht aus Bethlehem: eine Sehnsucht für 2018
  7. Das Christentum kennt keine Speiseverbote
  8. Die Kraft des Wortes
  9. Der Islam stellt eine Bedrohung für unseren freiheitlichen Staat dar
  10. Die „Homo-Ehe“ und der Grenzverlust







Top-15

meist-gelesen

  1. CSU-Söder garantiert für Bayern eine "freie Entfaltung" und attackiert die Kirchen
  2. KOMMEN SIE MIT! Romreise zu Ostern 2022 mit Bischof Marian Eleganti
  3. 'Sie sind das Werk des Teufels!' - Wen meinte Papst Franziskus?
  4. Papst Franziskus: "Abtreibung ist ein Mord, wer eine Abtreibung durchführt, tötet!"
  5. Sie verlassen die Kirche im besten Alter
  6. Genderkompatible Monstranz
  7. „Wird bei der Taufe das Stirnchakra verschlossen?“
  8. „Willkommen bei Maria vom Sieg!“
  9. 'Einige sähen mich lieber tot'
  10. Mel Gibson: ‚Ich bin ein Sünder, aber ich kenne den Unterschied zwischen Hirten und Mietling’
  11. Über die Misere konfessioneller Buchhandlungen
  12. 4.500 Teilnehmer beim 17. Marsch für das Leben in Berlin
  13. 'Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder'
  14. "Mit grosser Sorge verfolgen wir die Skandale um das kathol. Nachrichtenportal kath.ch"
  15. Vorwürfe gegen Schönstatt-Gründer - Berliner Gericht lehnt Unterlassungsantrag ab

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz