Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  7. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  8. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  9. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  12. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  13. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  14. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  15. Katholische Kita in Hessen verzichtet auf Mutter- und Vatertagsgeschenke

Kardinal Müller verteidigt ‚Amoris laetitia’

1. November 2017 in Weltkirche, 76 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Er bedauert die ‚bittere Auseinandersetzung’ um das achte Kapitel des nachsynodalen Schreibens. Papst Franziskus lehre nicht, dass Personen im Stand der schweren Sünde ohne Buße die Sakramente empfangen dürften, schreibt der Kardinal.


Rom (kath.net/jg)
Gerhard Kardinal Müller, der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation, hat das nachsynodale päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“ gegen Kritiker in Schutz genommen. Gleichzeitig hat er das Vorgehen liberal-progressiver Theologen abgelehnt, die einzelne Sätze von Papst Franziskus zum Dogma erheben während sie das päpstliche Lehramt bei „Humanae vitae“ ablehnen.

Kardinal Müller hat seine Gedanken in einem Vorwort zu einem Buch des italienischen Philosophen und Politikers Rocco Buttiglione niedergeschrieben, das am 10. November in Italien erscheinen soll. Auszüge davon wurden am Montag in der italienischen Tageszeitung La Stampa abgedruckt. Buttigliones Buch trägt den Titel „Wohlmeinende Antworten an Kritiker von ‚Amoris laetitia’“ und setzt sich unter anderem mit den fünf „dubia“ der Kardinäle Meisner, Brandmüller, Caffarra und Burke auseinander.


Müller bedauert die „bittere Auseinandersetzung“ um das achte Kapitel von „Amoris laetitia“. Die Frage der Zulassung zivilrechtlich geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion sei „fälschlicherweise zu einer entscheidenden Frage des Katholizismus“ hochstilisiert worden. Sie sei zum Maßstab der Einordnung in Kategorien wie „konservativ“ oder „liberal“, „gegen“ oder „für“ Papst Franziskus geworden.

Nach Ansicht des deutschen Kardinals sei es Papst Franziskus in „Amoris laetitia“ viel mehr um pastorale Initiativen gegangen, mit denen bestehende Ehen gestärkt und ihr Scheitern verhindert werden könnten, als um die pastorale Sorge für zerbrochene Ehen. Aus Sicht der Neuevangelisierung sei es wichtiger, alle Getauften an Sonntagen und gebotenen Feiertagen zum Besuch einer heilige Messe zu bewegen als die Frage zu klären, ob es möglich sei, dass eine zahlenmäßig begrenzte Gruppe von „Katholiken mit ungewisser Ehesituation“ rechtmäßig die Kommunion empfangen können, schreibt er .

In „Amoris laetitia“ lehre der Papst keineswegs, dass Personen die im Stand der schweren, gewohnheitsmäßigen Sünde die Sakramente ohne vorherige Beichte und ohne die Absicht, diese in Zukunft zu unterlassen, empfangen könnte, betont Müller im Hinblick auf das erste der fünf „dubia“.

Zusätzlich gelte es, bei der Bewertung der Schuldhaftigkeit des einzelnen eventuell vorhandene „mildernde Umstände“ zu berücksichtigen. Diese würden aus einer objektiv schlechten Handlung keine subjektiv gute Handlung machen, schreibt der Kardinal unter Bezug auf dubium 4. Im Rahmen einer pastoralen Unterscheidung im internen Forum könnte dies aber eine Zulassung zur Kommunion für Katholiken in diesen Situationen möglich machen.

Katholiken, die ohne eigene Schuld von ihrem Ehepartner verlassen worden sind, bedürften ebenfalls einer besonderen Beurteilung ihrer Situation, schreibt Kardinal Müller. Sie sollten auf einen „Weg der Bekehrung“ geführt werden, der über eine „einfache Übernahme des relativistischen Zeitgeistes“ noch eine „kalte Anwendung dogmatischer Vorschriften und kanonischer Anordnungen“ hinausgehe, schlägt er vor.

Archivfoto Kardinal Müller (c) Bistum Regensburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Amoris laetitia

  1. Papst bekräftigt Lehre von "Amoris laetitia" zu Geschiedenen
  2. Polen: 140.000 Unterschriften für Verteidigung der Ehe
  3. Kardinal Cupichs Amoris-laetitia-Seminare mit umstrittenen Referenten
  4. Seifert: Außergerichtliche Einigung mit Erzbistum Granada
  5. Katholische Universität kündigt Unterzeichnern der correctio filialis
  6. ‚Franziskus soll 8. Kapitel von ‚Amoris laetitia’ zurückziehen’
  7. ‚Amoris laetitia’ wäre unter Franziskus’ Vorgängern abgelehnt worden
  8. ‚Amoris laetitia’ ändert Lehre und Sakramentenordnung nicht
  9. Offizielles Lehramt? Kommunion für Wiederverheiratete in Einzelfällen
  10. Theologe: ‚Barmherzigkeit heißt, Zweitehe ist nicht immer Ehebruch’






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  3. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  4. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  5. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  6. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  7. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  8. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  9. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  12. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  13. Vertrauenskrise in der Kirche
  14. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  15. „Wir sollten für den Himmel leben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz