Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  10. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  13. Viel Lärm um nichts?
  14. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  15. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen

'Habt Ihr das vorher nicht gewusst?'

21. März 2017 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nur 10% der Kinder mit Down Syndrom werden geboren. Gastkommentar zum Welt-Down-Syndrom-Tag. Von Gudrun Kugler, Landtagsabgeordnete in Wien


Wien (kath.net) Der 21. März ist der Welt-Down-Syndrom-Tag. Die vorgeburtliche Diagnostik hat die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Down-Syndrom nicht gefördert. „Habt Ihr das vorher nicht gewusst?“, müssen Eltern dann hören. Es ist so: Nur 10% der Kinder mit Down Syndrom werden überhaupt geboren. Die meisten davon nur deshalb, weil man die Trisomie21 nicht erkannt hat. Doch die Maschen des Planquadrats werden immer enger. Die Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenkassen Europas sehen vermehrt pränataldiagnostische Bluttests vor – um „rechtzeitig reagieren zu können“.

Kinder mit Down-Syndrom passen nicht in unsere anscheinend perfekte Welt. Dabei entwickeln sie auch vor dem Hintergrund ihrer beeinträchtigten motorischen und geistigen Fähigkeiten große Lebensfreude und beachtliche umfassende Eigenständigkeiten in der Bewältigung ihres Alltags; sie sind für Menschen, die sie umsorgen und mit ihnen leben und arbeiten eine große Bereicherung.


Am 2. März stellte ich im Wiener Gemeinderat einen Antrag zur Unterstützung von Menschen mit Down Syndrom und ihrer Familien. Dieser wurde von der rot-grünen Stadtregierung ohne Diskussion und ohne mit der Wimper zu zucken abgelehnt. Die Unterstützung von NEOS und FPÖ genügte für eine Annahme leider nicht. Ein Unterstützer leitete mir den Rechtfertigungsversuch der Grünen weiter. Ohne persönlichen Absender erklärt ein „Dialogbüro“, man könne nicht zustimmen, da es sich bei meinem Antrag um den Versuch gehandelt hätte „die Entscheidung der Mütter für oder gegen einen Abbruch ins Spiel zu bringen und damit Druck auf sie auszuüben.“ Diesen Eindruck leitete man daraus ab, dass mein Antrag das Wort zum Kind „ermutigen“ enthielt.

Es stimmt, die Debatte um das Down Syndrom hat mit der Frage nach der Abtreibung zu tun. Die Mutter eines betroffenen Kindes sagte: „Wir haben uns für das Kind entschieden, weil es ein Wunschkind war und wir uns gedacht haben, man kann es nicht wie eine Kaufhausbestellung zurückschicken und ein anderes dafür bekommen.“ In Österreich dürfen Babies mit einer „erheblichen“ Behinderung bis zur Geburt abgetrieben werden. Behindertenanwalt Erwin Buchinger (SPÖ) sagte darüber: „Österreich befindet sich diesbezüglich im Mittelalter – behinderte Kinder können bis zur natürlichen Geburt getötet werden. Das ist menschenrechts- und konventionswidrig.“

Dennoch dürfen uns der ideologische Gegenwind und die Mühsal dieser Debatte nicht davon abhalten, schon heute alles Notwendige zu tun, um Menschen mit Down Syndrom und ihre Familien zu unterstützen. Die Diagnose Down Syndrom darf kein Todesurteil sein! Dazu braucht es Information und Ermutigung: „Wenn ich gewusst hätte, dass es so ist, wie es heute ist, hätte ich mir viele Sorgen erspart,“ sagte eine betroffene Mutter. Es ist inakzeptabel, dass in ganz Österreich Down-Syndrom Infoboxen auf Neugeborenenstationen verteilt werden – außer in den Krankenhäusern der Stadt Wien.

Dieser Welt-Down-Syndrom-Tag ist ein wichtiger Anlass, über unsere Gesellschaft und den Wert und die Würde jedes einzelnen nachzudenken. Und ja: in unserer Gesellschaft haben wir hier noch Spielraum. Luft nach oben. Wir alle sollten an diesem Thema „dranbleiben“.

DEAR FUTURE MOM - Menschen mit Down-Syndrom erzählen einer Schwangeren, wie ihr Kind mit Down-Syndrom leben wird (engl. Untertitel) - BEWEGEND!


Dr. Gudrun Kugler, Wiener Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin (ÖVP)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. ALfA: Antrag zur „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen“ verfehlt wirkliche Hilfe für Frauen
  2. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  3. Prag: Tausende Demonstranten fordern bessere Hilfen für Schwangere
  4. Zwangsfinanzierung von Abtreibungen in Krankenversicherungen? Untersuchungen in 13 US-Bundesstaaten
  5. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  6. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt
  7. Umfrage: Nur 23 Prozent der US-Amerikaner für Abtreibung ohne Einschränkung
  8. Spanische Bischofskonferenz besorgt über „Tendenz, Abtreibung zum Status eines ‚Rechts‘ zu erheben“
  9. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  10. Christdemokraten für das Leben (CDL): Lebensschutz ist nicht verhandelbar







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. "Derselbe Polarstern"
  9. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  15. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz