Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  2. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  3. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  4. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  5. "Vaccine Amen"
  6. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  7. Spanien am moralischen Abgrund
  8. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  9. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  10. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  11. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  12. Die ÖVP - eine "Wählertäuschung"
  13. Panik in Magdeburg
  14. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  15. Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche

Israel auf der Anklagebank

29. September 2016 in Kommentar, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Fernsehdokumentation „Die Siedler der Westbank“ blickt einseitig auf das Westjordanland. idea-Redakteur Karsten Huhn hat sie gesehen.


Wetzlar (kath.net/idea) Im Westjordanland leben 400.000 israelische Siedler in 220 Siedlungen, inmitten von 2,7 Millionen Palästinensern – und die Probleme fangen schon damit an, wie man das Siedlungsland benennt. Sind das nun befreite oder besetzte Gebiete? Ist es „Land des Herrn“ oder eine neutrale Zone? Die Lage könnte verzwickter kaum sein: Von den Vereinten Nationen wurde das Land 1947 dem – noch zu gründenden – Staat Palästina zugesprochen. 1948 wurde es von Jordanien besetzt und im Sechs-Tage-Krieg 1967 von Israel erobert. Seit 1993 werden Teile des Landes von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet. Wer war zuerst da? Wem gehört das Land? Die ARD-Dokumentation „Die Siedler der Westbank“ des israelischen Filmregisseurs Shimon Dotan wagt sich auf hochpolitisches Gebiet, bemüht sich nur scheinbar um Fairness und kommt zu einem extrem kritischen Urteil.


„Jüdische Dschihadisten“

Ausführlich lässt sie etwa den jüdischen Philosophieprofessor Moshe Halbertal zu Wort kommen. Er vergleicht die Siedler mit einer „völkischen Bewegung“, die „das Abwasser europäischen Gedankenguts mitten in das Herz des Judentums spült“. Die Siedler nennt er „jüdische Dschihadisten“, die die Auffassungen des Nationalsozialismus angenommen hätten, weil sie Volk und Land betonten. Eine intellektuelle Stimme, die die Siedler verteidigt, bietet der Film nicht. Stattdessen lässt er Siedler mit denkbar unsympathischem Weltbild zu Wort kommen: „Ich bin Rassist“, sagt ein Siedler. „Ich danke Gott jeden Morgen dafür, dass er mich nicht zu einem Nichtjuden gemacht hat.“ Die Ultrareligiösen unter den Siedlern sehen sich bei der Landnahme im Auftrag Gottes unterwegs. Entsprechend ist ihr Sendungsbewusstsein: Manche Siedler wollen durch ihr Werk „die ganze Welt zum Weltfrieden führen“ und verstehen sich als „Licht der Nichtjuden“. Ein Rabbi prophezeit gar, dass die Besiedlung des Landes die Ankunft des Messias beschleunigen werde. Andere schwärmen von einem Israel „in den Grenzen der Thora“, vom Nil bis zum Irak, und schwelgen in Eroberungsfantasien. Inzwischen dominieren allerdings Siedler, die nicht aus religiösen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen kommen: Im Vergleich zu Jerusalem bietet das Westjordanland mehr Platz zum Wohnen für weniger Geld.

Israel als böser Goliath

Der Film zeigt die Israelis als fanatische Täter, die Palästinenser als Opfer. Der palästinensische Junge mit dem Stein in der Hand wird zum David, der israelische Soldat zum Goliath. Geboten werden raffinierte Suggestivfragen („Führt das zur göttlichen Erlösung oder in einen Apartheidstaat?“), eine einseitige Zeugenauswahl und eine klare Parteinahme: Israel auf der Anklagebank. Die Rolle der Palästinenser bleibt weitgehend unbeleuchtet. Das letzte Wort in diesem Film hat Israels Minister für Wirtschaft und Religion, Naftali Bennett: „An den verschiedensten Stellen in Europa versucht man uns weiszumachen, dass das hier nicht unsere Heimat ist … Die Antwort, die wir der Europäischen Kommission geben, ist die nächste Beschneidung, die nächste Geburt und die nächste Besiedlung.“

„Die Siedler der Westbank“ lief am 28. September, 23.45 Uhr in der ARD


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Israel

  1. Jerusalems christliche Schulen in Existenz bedroht
  2. „Fake News über eine Schließung der Grabeskirche oder das Aussetzen von Messfeiern sind falsch“
  3. Deutscher und französischer Außenminister fordern Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin
  4. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  5. Trump macht es möglich! Historischer Nahost-Deal zwischen Israel und Hamas!
  6. Israels Botschaft kritisiert Vatikan-Äußerungen zum 7. Oktober
  7. Vatikan fordert Ende der Spirale aus Hass und Gewalt im Nahen Osten
  8. Christen stehen auf der Seite von Israel!
  9. Geschwister der Gaza-Geiseln: "Wir geben nicht auf"
  10. 'Antisemitisch, verwerflich und völlig lächerlich'






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  3. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Spanien am moralischen Abgrund
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  7. Panik in Magdeburg
  8. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  9. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  10. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  11. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  12. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  13. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  14. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  15. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz