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Mehr Glauben im Theologiestudium wagen

31. August 2016 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
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Ein Erfahrungsbericht eines Studenten der katholischen Theologie. Gastbeitrag von Markus Lederer


Würzburg (kath.net/The Cathwalk) Ich studiere bereits im 9. Fachsemester katholische Theologie und Germanistik an der Universität zu Würzburg auf Lehramt. Voraussichtlich, so Gott dies will, werde ich mein Studium im Frühjahr des nächsten Jahres abschließen. Nun am Ende des Studiums anbelangt, ist es Zeit für eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke, meiner Erlebnisse.

Im Wintersemester 2012/13 begann das Studium und ich freute mich innerlich darauf, dass man in Kontakt mit jungen Katholiken treten kann, um gemeinsam sich dem Studium und der Freude über den gemeinsamen Glauben widmen zu können. Bereits im Vorfeld meines Studiums las ich insbesondere die Schriften Papst Benedikts XVI., der immer wieder betonte, dass die Jugend „Salz der Erde“ sein sollte.

Ich erwartete Kommilitonen, die auch aus der Freude des Glaubens heraus versuchen ihr Leben zu gestalten. Doch bereits am Anfang des Studiums musste ich feststellen, dass vielmehr die Kritik an der Kirche, dem ja so konservativen Papst, im Zentrum zu stehen scheint. In den Vorlesungen wurde oftmals sogar sich verwundert gezeigt, wenn man versuchte auf den Grundlagen der Theologie von Papst Benedikt XVI. zu argumentieren. Wenn man explizit den Katechismus als Maßstab der Theologie heranzog, enthob man sich selbst in Sphären der Theologie, die als vorkonziliar und unmodern gelten. Bei manchen Kommilitonen erntete man zum Teil unverständliche Blicke, wenn man äußerte, dass man die katholische Kirche und ihre Lehren lieben sollte. Eigentlich sonderbar, denn so werden zur Erlangung der Missio Canonica klare Voraussetzungen genannt:


„Kriterien für eine Verleihung der Missio canonica: Die Religionslehrerin/der Religionslehrer ist bereit, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre und den Grundsätzen der Katholischen Kirche zu erteilen. Die Religionslehrerin/der Religionslehrer beachtet in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Katholischen Kirche.“

Infolgedessen ist der sonntägliche Messbesuch für einen Studenten der katholischen Theologie nicht optional, sondern gehört felsenfest dazu. Auch muss ebenso gelten, was sowieso für jeden Katholiken das Ziel sein sollte: ein Streben nach Heiligkeit. Ein Heiliger, beziehungsweise einjeder, der nach diesem hohen Maße strebt, ist letztendlich der beste Religionslehrer. Eine Theologie, ein angehender Religionslehrer, ohne tiefen katholischen Glauben atmet bildlich gesprochen mit nur einem Lungenflügeln. Natürlich muss man selbst immer kritisch bleiben, aber wie weit sind wir davon entfernt einen unreflektierten, unkritischen Glauben blind zu übernehmen? Vielmehr steht nur noch Kritik im Vordergrund, die einer Theologie, die die Lehre der Kirche als Maßstab nimmt, die Luft raubt.

Auf der anderen Seite durfte ich mit vielen Jugendlichen in Kontakt treten, die felsenfest im Glauben stehen. Diese Jugendlichen versuchten gemeinsam im Sinne der Kirche ihr katholisches Leben zu gestalten. In guter Erinnerung sind drei Ausfahrten mit dem Fatima-Weltapostolat geblieben. Es ging nach Paris, Polen und im April diesen Jahres stand eine Fahrt nach Italien auf dem Programm. Der Rosenkranz war dort ein ständiger Begleiter und man spürte eine tiefe, christliche Freude, die schließlich nur Christus selbst schenken kann.

Was bleibt nun als Fazit? Keineswegs nur blinde Kritik, sondern vielmehr der Wunsch, dass sowohl an der Universität als auch unter den Kommilitonen wieder verstärkt ein Bewusstsein dafür entsteht, dass der Glauben der Kirche im Mittelpunkt stehen muss. Eine römisch-katholische Theologie, die nicht auf dem Fundament des Lehramtes steht, ist letztendlich eine Theologie im luftleeren Raum.

Papst Benedikt XVI. verwies in einer Rede an die Dozenten und Studenten der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen an das Zusammenspiel zwischen gelebter Spiritualität und empirischer Theologie, indem er herausstellte, dass die Universitätskapelle gleichsam das Herz des intellektuellen Forschens der Studenten und Dozenten darstelle. Dieses Bild kann natürlich auf jede Universität in der Katholische Theologie gelehrt wird, sowie auf jeden Studenten, Dozenten übertragen werden.

„In dieser Perspektive ist die Kapelle das pulsierende Herz und die stete Speise des Universitätslebens, zusammen mit dem Pastoralzentrum, wo die Seelsorger der verschiedenen Stellen gerufen sind, ihre wertvolle priesterliche Sendung zu erfüllen, die von der Identität der Katholischen Universität nicht zu trennen ist. Wie uns der sel. Johannes Paul II. lehrt, ist die Universitätskapelle »ein Ort des Geistes, wo die Christgläubigen, die auf unterschiedliche Weise in das akademische Leben einbezogen sind, im Gebet innehalten und geistige Nahrung und Leitung finden können.“ (Benedikt XVI. Audienz an Studenten und Dozenten der Universität vom Heiligen Herzen)





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