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Glauben wir alle an einen Gott?

12. Juli 2016 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
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Eine vielleicht vermessene Frage, denn wer will und kann diese Frage für alle Religionen beantworten. Ein Beitrag von Judith Belz im Rahmen des Sommer-Schreibwettbewerbs von kath.net


Rottenburg (kath.net)
In den vergangenen Monaten wurde diese Frage immer wieder aufgeworfen und sehr unterschiedlich beantwortet. Vielleicht müssten wir uns fragen, wer ist dieses Wir? Alle Katholiken, alle Christen, alle Muslime, alle Buddhisten, alle Konfessionen und Religionen für sich oder gar alle gemeinsam?

Glauben wir alle an einen Gott? - Eine vielleicht vermessene Frage, denn wer will und kann diese Frage für alle Religionen beantworten (können), wo die Meinungen hierzu doch schon zwischen den Konfessionen Differenzen an den Tag legen.

Ich jedenfalls kann dies für einen Moslem, Buddhist, Shintoist usw. nicht beantworten. Worum ich mir allerdings Gedanken machen kann, ist die Frage: wer ist dieser Gott, an den ich glaube?

Es ist noch nicht so lange her, da haben wir den Dreifaltigkeitssonntag gefeiert. Ein Tag, an dem wir Gottvater, Gottsohn und Gott Heiligen Geist in besonderer Weise ehren. Viel öfter, als uns vermutlich bewusst ist, bekennen wir uns zu dieser Dreifaltigkeit Gottes: jedes Mal, wenn wir das Kreuzzeichen machen und dabei beten: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Oder bei der Doxologie: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist".
Diese gewichtigen Worte gehen scheinbar recht leicht über unsere Lippen. Mit diesen Worten ehren wir drei Personen, aber nur einen Gott, eines Wesens, wie wir im Großen Glaubensbekenntnis beten. Wenn man beginnt, darüber intensiv nachzudenken, kommt man sehr schnell an seine Grenzen. Viele Theologen und Philosophen haben sich schon darüber die Köpfe zerbrochen und versucht, mit verschiedenen Bildern dem Geheimnis der Dreifaltigkeit näher zu kommen. Der Heilige Patrick soll der Legende nach die Iren mit einem Kleeblatt über die Dreieinigkeit Gottes aufgeklärt haben, die Kirchenväter benutzten das Bild von drei dicht aneinander gestellten Kerzen oder Fackeln, die mit einer einzigen Flamme brennen, Tertullian gebrauchte für die Trinität die Bilder eines Baums: Wurzeln, Stamm und Zweige und das Wasser, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt.
Bei all diesen Versuchen einer theologischen Erklärung anhand von Bildern bleibt dieser eine Gott in drei Personen ein Geheimnis für uns Menschen, dem man sich nur staunend, mit gläubigem Herzen nähern kann, da diese Bilder alle an ihre Grenzen stoßen.


An einem Dreifaltigkeitssonntag beschäftigte mich ein völlig anderes Bild: Drillinge. Für einen halben Zwilling (ich hatte eine eineiige Zwillingsschwester) eigentlich ganz nahe liegend, macht man in seinem Leben doch die eine oder andere Erfahrung. Oft wurde z. B. zu meiner Schwester und mir gesagt: „da kommen die beiden Zwillinge“, was wir schon mal spitzbübisch korrigierten: „DER Zwilling, sonst wären wir ja zu viert, ein Zwilling beinhaltet immer zwei Personen…..“. Die irritierten Gesichter im Gegenüber waren uns meist sicher.

Wie Drillinge nur ein Drilling sind, aber doch drei Personen, so ist es auch mit der Dreifaltigkeit: ein Gott in drei Personen. Auch wenn eineiige Zwillinge und Drillinge noch so verschieden sein können, sagt man, sie hätten das gleiche Wesen.
Auch von meiner Zwillingsschwester und mir wurde des Öfteren gesagt – meist in Situationen, wo wir das gar nicht gerne hörten, weil wir gerade keine Bilderbuchtöchter waren – dass wir halt doch die gleiche Art, ein Wesen hätten und die eine halt wie die andere sei.

Ein Faktum, gegen das ich in solchen Situationen zumindest innerlich gerne revoltierte, doch mit zunehmender Lebenserfahrung auch schon mal schmunzelnd bestätigten musste. Es gibt halt Phasen im Leben eines Zwillings, in denen man nicht so gerne mit der anderen Hälfte verglichen wird.
Und ich wage die These: so, wie bei Zwillingen und Drillingen einzelne Charaktereigenschaften bei den einzelnen Personen akzentuiert verschieden wahrgenommen werden, ist dies auch bei der heiligsten Dreifaltigkeit und doch sind sie eines Wesens.

Wirklich schlüssig darlegen, warum sich während der Schwangerschaft ein Ei teilt und Drillinge heranwachsen, können die Mediziner m. W. bis heute nicht. Ähnlich – wenn auch auf einer ganz anderen Ebene - ist es auch mit der heiligsten Dreifaltigkeit.

Wir können versuchen, mit verschiedenen Bildern die drei Personen in einer Gottheit zu verstehen, doch letztendlich wirklich erklären können wir sie nicht, auch nicht in ihrem „Ursprung“. Zumindest ist mir bisher noch niemand begegnet, der das mir gegenüber konnte, was zugegebenermaßen auch rein an mir und meinem begrenzten Verständnis liegen könnte.

Auch wenn ich nur ein eineiiger Zwilling bin und kein Drilling, hat mir dieser Gedankengang doch sehr gefallen. Vielleicht findet sich einmal unter den wenigen eineiigen Drillingen dieser Welt (die Wahrscheinlichkeit für eineiige Drillinge liegt bei 1:200.000.000) einmal ein Theologe, der sich aus „persönlicher Betroffenheit“ dieses Gedankenganges annimmt und versucht, ihn zu vertiefen.

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage und präzisieren: Glauben wir alle an DEN einen Gott?

Ich glaube, wenn man sich der Frage stellt: Wer ist dieser Dreifaltige Gott? Wer ist Jesus, eines Wesens mit dem Vater, (für mich)? und dann klärt, wer ist Gott für mein Gegenüber, der mit mir an einen Gott glauben will, dann erhält man Antwort auf diese Frage.

Judith Belz kommt aus Boxberg (Deutschland) ist beruflich in der Personalarbeit tätig. Ihre Berufung ist der Ordo Virginum, 2012 spendete ihr Weihbischof Thomas Maria Renz in St. Moriz in Rottenburg die Jungfrauenweihe.

Der Beitrag erscheint im Rahmen des Sommer-Schreibwettbewerbs von kath.net. Wie finden Sie diesen Beitrag? Wir laden zum konstruktiven Feedback ein. Mit Ihrer Rückmeldung werden Sie "Teil der Jury". Gefällt Ihnen der Beitrag, dann liken Sie diesen bitte auch auf Facebook oder teilen diesen auf Twitter. Und machen auch Sie mit und schicken Sie uns Beiträge.


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Lesermeinungen

 wandersmann 13. Juli 2016 
 

Man suche die Lösung nicht auf der semantischen Ebene

Um an den einen Gott zu glauben scheint es mir nicht notwendig, dass auf der semantischen Ebene Übereinstimmung herrscht.

Der Eine glaubt für eine konkrete Situation (die nicht vom Katechismus eindeutig geregelt wird), dass Gott dieses will und der Andere glaubt, dass Gott jenes will.

Rein semantisch hat man also dann 2 verschiedene Gottes-Begriffe.

Der wesentliche Hinweis scheint mir hier zu sein:

1Kor 12,3 Darum lasse ich euch wissen, daß niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt; es kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist.

Niemand kann sagen, dass Jesus Herr ist, außer im Heiligen Geiste.

Niemand kann an ihm glauben, außer im Heiligen Geist.

Niemand kann zu ihm beten, außer im Heiligen Geist.

Der Glaube an den einen Gott ist keine intellektuelle Frage, sondern an den einen Gott glauben diejenigen, die an ihn im Heiligen Geist glauben.

Eine Voraussetzung dafür ist m. E., dass die Menschen nicht in Todsünde leben.


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 mirjamvonabelin 13. Juli 2016 
 

Glauben wir alle an einen Gott?

Es ist eine wichtige und grundsätzliche Frage. Und zuerst müssen wir uns klar sein "wer ist Gott für mich?".
Ich glaube dann können wir fruchtbare Gespräche mit Andersgläubigen führen.

Die Dreifaltigkeit bleibt in diesem Leben ein Geheimnis.


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 Stefan Fleischer 13. Juli 2016 

Ein Gott in drei Personen – umfassender lässt sich das Geheimnis Gottes nicht ausdrücken

Ich glaube, in der Dreifaltigkeit wird Gott für uns erst richtig konkret. Gott ist Gott und ist nur einer. Was und wer er ist, können wir Menschen in unseren Begriffen nie wirklich begreifbar ausdrücken. Wenn wir dann fragen, wie er ist, dann bietet sich die Dreifaltigkeit geradezu als Umschreibung dieser Realität an. Diese Sicht Gottes zeigt zuerst einmal seine ganze Grösse. Drei Personen in einem Wesen, das lässt uns erahnen, wie unfassbar dieser Gott eigentlich ist. Und doch kommt uns Gott gerade in dieser Sicht näher als in jeder anderen Definition. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind in unserer menschlichen Sprache konkrete Personen. Zu jeder dieser Personen können wir nun eine ganz persönliche, sehr reale Beziehung aufbauen. Immer aber haben wir dabei die gleiche, persönliche Beziehung zu diesem einen Gott. Zu jeder dieser Personen sagen wir „Herr“, so wir es auch zu dem einen Gott tun, der alle drei umfasst. (Gottesbeziehung heute S. 27)


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 Veritasvincit 12. Juli 2016 

Die Dreifaltigkeit

ist sozusagen etwas Natürliches. Gott ist nicht ein toter Block, sondern Liebe, und damit hat Er auch Beziehung. Möchten doch auch die Muslime das begreifen!


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 Diadochus 12. Juli 2016 
 

Schwieriges Thema

Sie haben sich eines schwierigen essentiellen Themas angenommen. Fakt ist: Wir Christen glauben an einen dreifaltigen Gott. Wer dies nicht tut, dessen Gott ist dann wohl ein Götze. Ihr Beispiel mit den Drillingen finde ich sehr originell und lebensnah. Was das Thema für meine Begriffe auch schön erklärt, ist zum Beispiel das Athanasianische Glaubensbekenntnis. Ich finde es schön, dass Sie sich solche Fragen stellen. Wer diese für sich beantworten kann, kann auch vieles andere besser verstehen und begreifen.


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