Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. „Das Ende von Maria 2.0“
  14. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  15. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“

Baden-Württemberg: Bildungsplan tritt mit Änderungen in Kraft

6. April 2016 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Leitprinzip „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ gibt es nicht mehr


Stuttgart (kath.net/idea) Mit Erleichterung haben Kritiker des baden-württembergischen Bildungsplans auf die neue Fassung reagiert. Sie wurde am 4. April veröffentlicht. Zum Hintergrund: Der Bildungsplan tritt zum neuen Schuljahr im Herbst in Kraft. Gegenüber dem umstrittenen Entwurf hatte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) noch Änderungen vorgenommen, nachdem es heftige Proteste gab. So hatte der Pädagoge Gabriel Stängle (Rohrdorf/Nordschwarzwald) im vergangenen Jahr rund 192.000 Unterschriften für eine Petition gegen den Entwurf des Bildungsplans gesammelt. Sie wandte sich gegen das Vorhaben der damaligen grün-roten Landesregierung, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zum Leitprinzip des Unterrichts aller allgemeinbildenden Schulen zu machen, wie es LSBTTIQ-Gruppen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle, Queer) fordern. In der neuen Fassung ist nun statt von fünf Leitprinzipien von sechs Leitperspektiven die Rede. Die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geht jetzt in einer allgemeinen Leitperspektive „Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt“ auf. Dort heißt es nun, dass „der konstruktive Umgang mit Vielfalt eine wichtige Kompetenz für die Menschen in einer zunehmend von Komplexität und Vielfalt geprägten modernen Gesellschaft darstellt“. Kennzeichnend für eine moderne Gesellschaft seien die Individualisierung und Pluralisierung von Lebensentwürfen. Dort begegneten sich Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Kernanliegen der Leitperspektive sei es, „Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie.“ Die Schule solle es jungen Menschen ermöglichen, sich ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren: „Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Identitäten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit diesen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität. Dabei erfahren sie, dass Vielfalt gesellschaftliche Realität ist und die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.“


Evangelische Lehrer- und Erziehergemeinschaft: Schlimmste Befürchtungen sind nicht eingetreten

Für die Evangelische Lehrer- und Erziehergemeinschaft sind die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten: „Die Schärfe und Übergewichtung des Themas ‚sexuelle Vielfalt‘ wurde als Reaktion auf die Bürgerproteste und Stellungnahmen massiv zurückgenommen“. Diese Ansicht äußerte der Vorsitzende der Evangelischen Lehrer- und Erziehergemeinschaft, Studiendirektor Paul-Gerhard Roller (Tübingen), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. „Nach dem Paukenschlag einer Verankerung der ‚Akzeptanz sexueller Vielfalt‘ in den Leitlinien zum ursprünglichen Bildungsplan werden jetzt leise Töne angestimmt.“ Eine vollständige Entwarnung könne allerdings nicht gegeben werden, weil der neue Bildungsplan Freiräume zur Behandlung dieses Themas eröffne, die es im alten nicht gegeben habe. Für Gabriel Stängle ist erfreulich, dass in der Einleitung zum Bildungsplan der klare Bezug zur Landesverfassung und dem „Beutelsbacher Konsens“ von 1976 enthalten sei. Dieser legte unter anderem fest, dass Lehrer Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen dürfen. Kontroverses sei zudem im Unterricht auch kontrovers darzustellen. „Vieles ist aber weiterhin unausgegoren“, so der Pädagoge. Ihm zufolge ist viel Vertrauen in der Lehrerschaft und unter Eltern in die Bildungspolitik in den vergangenen zwei Jahren verloren gegangen.

Evangelischer Arbeitskreis der CDU: Bildungsplan wurde deutlich entschärft

Die Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Baden-Württemberg, Sabine Kurtz (Leonberg), ist der Ansicht, dass durch den öffentlichen Protest und die parlamentarischen Initiativen der CDU „schon viel erreicht“ und der ursprüngliche Entwurf „deutlich entschärft“ worden sei. Der Schwerpunkt habe sich nun von der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ auf die „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ verlagert.

Sorgen bereitet der CDU-Politikerin allerdings der unabhängig vom Bildungsplan verabschiedete Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“. Er wurde im vergangenen Sommer vom baden-württembergischen Sozialministerium in Kraft gesetzt. Er soll nach eigenen Angaben eine gesamtgesellschaftliche Diskussion gegen Homo- und Transphobie in dem Bundesland anstoßen. Der Plan enthält einen 200 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog. Unter anderem will sich die Landesregierung dafür einsetzen, dass Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und andere Institutionen ihre Aktivitäten zum Abbau von Diskriminierungen von LSBTTIQ-Menschen verstärken. Ebenso soll ihre rechtliche Gleichstellung verbessert werden. Kurtz befürchtet, dass mit dem Aktionsplan die ursprüngliche Überbetonung des Themas sexuelle Vielfalt „durch die Hintertür“ wieder in den Bildungsplan eingeführt werden könnte. Der Aktionsplan sehe nämlich eine Verankerung der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung im Bildungsplan als Teilaspekt der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ vor. „Daher müssen in den anstehenden Koalitionsverhandlungen sowohl der Aktionsplan als auch der Bildungsplan auf den Prüfstand gestellt werden und offensichtliche Mängel behoben werden“, so die EAK-Landesvorsitzende.

Der Vorsitzende des EAK-Kreisverbandes Karlsruhe-Land, Willi Funk (Bruchsal), forderte, dass das Kultusministerium künftig von der CDU geführt werde. Laut eines Schreibens an die Verhandlungsführer der CDU, darunter Spitzenkandidat Guido Wolf (Tuttlingen) und der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl (Heilbronn), soll das eine Bedingung für eine Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen sein.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Schule

  1. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  2. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  3. YouTube-Star "MrWissen2go" räumt Fehler bei Corona-Berichterstattung ein
  4. Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
  5. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  6. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  7. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  8. Italien verbessert Kinderschutz
  9. Anmeldeformular für Volksschule mit sechs Möglichkeiten bei Angabe des Geschlechts
  10. Katholische Grundschule mit Unisex-Toiletten







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  3. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  4. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  5. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  6. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  7. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  8. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  9. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  10. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  11. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  12. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  13. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  14. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz