Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  5. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  6. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  7. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  8. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  9. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  12. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

Baden-Württemberg: Bildungsplan tritt mit Änderungen in Kraft

6. April 2016 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Leitprinzip „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ gibt es nicht mehr


Stuttgart (kath.net/idea) Mit Erleichterung haben Kritiker des baden-württembergischen Bildungsplans auf die neue Fassung reagiert. Sie wurde am 4. April veröffentlicht. Zum Hintergrund: Der Bildungsplan tritt zum neuen Schuljahr im Herbst in Kraft. Gegenüber dem umstrittenen Entwurf hatte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) noch Änderungen vorgenommen, nachdem es heftige Proteste gab. So hatte der Pädagoge Gabriel Stängle (Rohrdorf/Nordschwarzwald) im vergangenen Jahr rund 192.000 Unterschriften für eine Petition gegen den Entwurf des Bildungsplans gesammelt. Sie wandte sich gegen das Vorhaben der damaligen grün-roten Landesregierung, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zum Leitprinzip des Unterrichts aller allgemeinbildenden Schulen zu machen, wie es LSBTTIQ-Gruppen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle, Queer) fordern. In der neuen Fassung ist nun statt von fünf Leitprinzipien von sechs Leitperspektiven die Rede. Die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ geht jetzt in einer allgemeinen Leitperspektive „Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt“ auf. Dort heißt es nun, dass „der konstruktive Umgang mit Vielfalt eine wichtige Kompetenz für die Menschen in einer zunehmend von Komplexität und Vielfalt geprägten modernen Gesellschaft darstellt“. Kennzeichnend für eine moderne Gesellschaft seien die Individualisierung und Pluralisierung von Lebensentwürfen. Dort begegneten sich Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Kernanliegen der Leitperspektive sei es, „Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie.“ Die Schule solle es jungen Menschen ermöglichen, sich ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren: „Indem Schülerinnen und Schüler sich mit anderen Identitäten befassen, sich in diese hineinversetzen und sich mit diesen auseinandersetzen, schärfen sie ihr Bewusstsein für ihre eigene Identität. Dabei erfahren sie, dass Vielfalt gesellschaftliche Realität ist und die Identität anderer keine Bedrohung der eigenen Identität bedeutet.“


Evangelische Lehrer- und Erziehergemeinschaft: Schlimmste Befürchtungen sind nicht eingetreten

Für die Evangelische Lehrer- und Erziehergemeinschaft sind die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten: „Die Schärfe und Übergewichtung des Themas ‚sexuelle Vielfalt‘ wurde als Reaktion auf die Bürgerproteste und Stellungnahmen massiv zurückgenommen“. Diese Ansicht äußerte der Vorsitzende der Evangelischen Lehrer- und Erziehergemeinschaft, Studiendirektor Paul-Gerhard Roller (Tübingen), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. „Nach dem Paukenschlag einer Verankerung der ‚Akzeptanz sexueller Vielfalt‘ in den Leitlinien zum ursprünglichen Bildungsplan werden jetzt leise Töne angestimmt.“ Eine vollständige Entwarnung könne allerdings nicht gegeben werden, weil der neue Bildungsplan Freiräume zur Behandlung dieses Themas eröffne, die es im alten nicht gegeben habe. Für Gabriel Stängle ist erfreulich, dass in der Einleitung zum Bildungsplan der klare Bezug zur Landesverfassung und dem „Beutelsbacher Konsens“ von 1976 enthalten sei. Dieser legte unter anderem fest, dass Lehrer Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen dürfen. Kontroverses sei zudem im Unterricht auch kontrovers darzustellen. „Vieles ist aber weiterhin unausgegoren“, so der Pädagoge. Ihm zufolge ist viel Vertrauen in der Lehrerschaft und unter Eltern in die Bildungspolitik in den vergangenen zwei Jahren verloren gegangen.

Evangelischer Arbeitskreis der CDU: Bildungsplan wurde deutlich entschärft

Die Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Baden-Württemberg, Sabine Kurtz (Leonberg), ist der Ansicht, dass durch den öffentlichen Protest und die parlamentarischen Initiativen der CDU „schon viel erreicht“ und der ursprüngliche Entwurf „deutlich entschärft“ worden sei. Der Schwerpunkt habe sich nun von der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ auf die „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ verlagert.

Sorgen bereitet der CDU-Politikerin allerdings der unabhängig vom Bildungsplan verabschiedete Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“. Er wurde im vergangenen Sommer vom baden-württembergischen Sozialministerium in Kraft gesetzt. Er soll nach eigenen Angaben eine gesamtgesellschaftliche Diskussion gegen Homo- und Transphobie in dem Bundesland anstoßen. Der Plan enthält einen 200 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog. Unter anderem will sich die Landesregierung dafür einsetzen, dass Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und andere Institutionen ihre Aktivitäten zum Abbau von Diskriminierungen von LSBTTIQ-Menschen verstärken. Ebenso soll ihre rechtliche Gleichstellung verbessert werden. Kurtz befürchtet, dass mit dem Aktionsplan die ursprüngliche Überbetonung des Themas sexuelle Vielfalt „durch die Hintertür“ wieder in den Bildungsplan eingeführt werden könnte. Der Aktionsplan sehe nämlich eine Verankerung der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung im Bildungsplan als Teilaspekt der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ vor. „Daher müssen in den anstehenden Koalitionsverhandlungen sowohl der Aktionsplan als auch der Bildungsplan auf den Prüfstand gestellt werden und offensichtliche Mängel behoben werden“, so die EAK-Landesvorsitzende.

Der Vorsitzende des EAK-Kreisverbandes Karlsruhe-Land, Willi Funk (Bruchsal), forderte, dass das Kultusministerium künftig von der CDU geführt werde. Laut eines Schreibens an die Verhandlungsführer der CDU, darunter Spitzenkandidat Guido Wolf (Tuttlingen) und der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl (Heilbronn), soll das eine Bedingung für eine Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen sein.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Schule

  1. Öffentliche Wiener Mittelschulen: Jeder zweite Schüler ist Moslem
  2. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  3. Italien verbessert Kinderschutz
  4. Anmeldeformular für Volksschule mit sechs Möglichkeiten bei Angabe des Geschlechts
  5. Katholische Grundschule mit Unisex-Toiletten
  6. Brasilien: Gericht verbietet Hausunterricht
  7. Muslime größte Religionsgemeinschaft an öffentlichen Wiener Pflichtschulen
  8. Anreize für Schulen in Texas, die Bibel in den Unterricht zu integrieren
  9. Wiener Schuldirektor: ‚Mädchen tragen aus Angst Kopftuch’
  10. Bulgarien verbietet LGBT-Propaganda in Schulen






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  6. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  7. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  8. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  9. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  10. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  11. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  12. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  13. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  14. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  15. Fünf Mythen über den Heiligen Geist

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz