Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  4. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  5. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  6. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  7. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  8. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  9. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  10. Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"
  11. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  12. Vatikan veröffentlicht Programm der Kardinalsversammlung
  13. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  14. WM-Public-Viewing in katholischer KIRCHE - (K)eine gute Idee?
  15. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“

Medienethiker: Foto des toten Jungen zeigt Katastrophe

4. September 2015 in Kommentar, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es gebe gute Gründe, das Bild des ertrunkenen syrischen Jungen zu zeigen, weil «in bisher einmaliger Weise die humanitäre Katastrophe zusammenfasst und sie sozusagen ins Bild rückt.» Er selber würde sich allerdings gegen Veröffentlichung entscheiden


München (kath.net/KNA) In der Diskussion über die Veröffentlichung des Fotos eines syrischen Flüchtlingsjungen, der tot an einem türkischen Strand liegt, hat der Münchner Medienethiker Alexander Filipovic von einer «Abwägungssache» gesprochen. «Es ist eine Abwägungssache, es hat natürlich etwas mit Menschenwürde zu tun», sagte Filipovic am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). «Es gibt gute Gründe, es zu zeigen, weil dieses Bild, glaube ich, in bisher einmaliger Weise die humanitäre Katastrophe zusammenfasst und sie sozusagen ins Bild rückt.» Er selber würde sich allerdings gegen eine Veröffentlichung entscheiden.

Das Foto ging um die Welt und löste eine Welle der Betroffenheit in den sozialen Medien aus. Es zeigt ein totes Kleinkind, das an einen Strand im Süden der Türkei gespült wurde. Der Junge ist mit einem roten T-Shirt und einer kurzen blauen Hose bekleidet. Es gibt ein zweites Bild, auf dem ein türkischer Polizist den Kleinen fortträgt. Manche Medien hatten sich dagegen entschieden, das Foto des toten Jungen zu drucken.


«Die allermeisten Menschen reagieren zutiefst betroffen und sind zutiefst traurig in dem Moment, in dem sie das Bild erstmals sehen», sagte Filipovic. «Wenn man Tote zeigt, muss man immer sehr, sehr gute Gründe haben, das zu tun.» Einer könne sein, als Journalist seiner Pflicht zur Berichterstattung nachzugehen. «Aber auch dann muss man sich überlegen, wie zeige ich es.»

Er wünsche sich, dass sich wegen solch eines Fotos irgendwann «eine politische Reaktion» ergibt, sagte Filipovic: «Was kann ich eigentlich machen, damit so etwas nicht passiert?» Das sei aber kein Automatismus. «Ob ein Bild eine Einstellung verändert oder ob es zu einem Handeln führt, liegt nicht unbedingt an dem Bild selber, sondern auch an den Menschen.» Abgestumpfte Menschen könnten vielleicht mit so einem Bild gar nichts anfangen.

Bei der Reaktion auf ein Foto könne es einen Unterschied machen, ob der Betrachter religiös ist oder nicht. «Wenn man an ein Leben nach dem Tod glaubt, an eine größere Gerechtigkeit, die wir noch nicht kennen, dann geht man natürlich mit dem Tod anders um.» Filipovic betonte aber zugleich, dass auch nicht religiöse Menschen ebenso sensibel bei solch einem Thema reagieren könnten.

kath.net hat das Foto mit dem Hinweis veröffentlicht: „Die kath.net-Redaktion hat sich nach Prüfung entschieden, dieses Foto eines toten Kindes in seiner vollen Tragik zu zeigen. Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass das Leid der Flüchtlinge alles Zumutbare übersteigt. Es ist uns bewusst, dass man in der Frage, ob man ein solches Foto zeigen soll, berechtigterweise auch anderer Meinung sein kann.“

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. CSU-Generalsekretär Huber kritisiert den "Bayrischen Rundfunk" wegen Bericht über muslimische Mode
  2. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  3. Nach einseitig negativer Darstellung des Christentums – Programmbeschwerde an ZDF
  4. Welt: „Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt mit sofortiger Wirkung zurück“
  5. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  6. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  7. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  8. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. "Hassprediger und Hofnarr"






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - HEUTE ANMELDESCHLUSS!
  2. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  3. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  4. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  5. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  6. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  7. Johannes Laichner neuer "Missio"-Nationaldirektor in Österreich
  8. Ehemalige Hamas-Geisel deckt die Lügen der UN-Sonderberichterstatterin auf!
  9. US-Bischof Barron: „Erzbischof Paglia bestätigte die schlimmsten Befürchtungen vieler von uns“
  10. "Der priesterliche Weg ist kein Weg irdischer Herrlichkeit, sondern ein Weg des Kreuzes"
  11. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  12. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  13. Das zweite Konsistorium Leos XIV.
  14. Französische Sportmoderatorin: „Es gibt hunderte Spieler, die dafür töten würden“
  15. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz