Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  4. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  5. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  6. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  7. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  8. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  9. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  10. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  11. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  12. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  13. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  14. Propst Höslinger: Papst Leo hat Ruhe in die Kirche gebracht
  15. Ostern – oder die Frage, die wir vermeiden

Was die Abkehr von Kirche und Religion fördert

19. Mai 2015 in Chronik, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Studie der Universität Münster nennt Wohlstand, Individualisierung und weltanschauliche Vielfalt – Der Studie zufolge stärkt es religiöse Bewegungen, wenn sie moralische Interessen vertreten.


Münster (kath.net/idea) Das Religiöse verliert in vielen modernen Gesellschaften an Bedeutung – trotz mancher Gegenbewegungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Religionssoziologen Prof. Detlef Pollack und Gergely Rosta von der Universität Münster. Sie haben nach eigenen Angaben eine der umfassendsten wissenschaftlichen Untersuchungen zu internationalen religiösen Trends erstellt. Dazu werteten sie Zahlenmaterial seit 1945 aus. Nach Angaben der Forscher vollzieht sich die Abnahme des kirchlichen Bestandes in Westeuropa „lautlos, nicht eruptiv und erweckt den Eindruck eines alternativlos voranschreitenden Prozesses“. Die Studie benennt eine Reihe von Faktoren, die die Lebendigkeit von Religion negativ beeinflussen: ein hohes Wohlstandsniveau, eine starke Individualisierung, ein breites Freizeit- und Unterhaltungsangebot sowie eine ausgeprägte kulturelle und weltanschauliche Vielfalt einer Gesellschaft. Im Blick auf die Vereinzelung heißt es in einer Mitteilung: „Je mehr die Menschen auf Selbstbestimmung, Lebensgenuss und Selbstverwirklichung Wert legen, desto distanzierter stehen sie den Kirchen gegenüber.“


Auch wenn in Deutschland eine Mehrheit der Bürger meine, ganz individuell ohne Kirche gläubig sein zu können, lasse sich das statistisch nicht nachweisen. Nur wenige Menschen lebten den christlichen Glauben ohne kirchliche Institution und Gemeinschaft. Wie wichtig die soziale Einbindung in den Glauben sei, lasse sich daran erkennen, dass Formen einer hochindividualisierten esoterischen Spiritualität außerhalb von Kirche und Christentum wenig stabil seien.

Intensität des Glaubenslebens geht bei großer religiöser Vielfalt zurück

Die Untersuchung widerlegt ferner die oft vertretene Annahme, weltanschaulicher Wettbewerb tue der Lebendigkeit religiöser Gemeinschaften gut. Vielmehr gehe die Intensität des Glaubenslebens bei hoher religiöser Vielfalt oft zurück. So habe in konfessionell einheitlich geprägten Ländern wie Polen, Italien, Irland und Dänemark Religion einen höheren Stellenwert als in den religiös pluralen Niederlanden oder in Großbritannien.

Der Studie zufolge kann religiöse Vielfalt unter bestimmten Umständen religiöse Leidenschaften aber auch anheizen, nämlich dann, wenn Minderheiten sich gegen eine andersgläubige Mehrheit behaupten müssten. Dies lasse sich etwa bei Evangelikalen in einem protestantisch-landeskirchlichen Umfeld beobachten. Minderheiten inszenierten gern den Konflikt, von dem sie sich mehr Aufmerksamkeit versprächen und von dem sie nicht selten profitierten. Die Kontroverse erlaube es ihnen, unzufriedene Mitglieder der Mehrheitskonfession anzuziehen.

Abschwächung religiöser Bindungen ist ein schleichender Prozess

Zu den Einflüssen der modernen Freizeit- und Unterhaltungskultur heißt es: „Je mehr berufliche und außerberufliche Verwirklichungsmöglichkeiten bestehen, umso mehr verschiebt sich bei vielen Menschen die Aufmerksamkeit von religiösen zu säkularen Praktiken.“ Den Forschern zufolge ist die Abschwächung religiöser Bindungen oft ein schleichender, kaum reflektierter Prozess. Gegenmaßnahmen der Kirchen könnten hier wenig ausrichten. Die Gläubigen verließen die Kirchen oft nicht aufgrund von Kosten-Nutzen-Abwägungen, sondern weil ihnen die Kirche gleichgültig geworden sei. Daher hätten auch weniger kircheninterne Gründe wie Unzufriedenheit mit kirchlichen Stellungnahmen oder schlechte Predigten Einfluss darauf, warum sich Mitglieder von der Kirche abwendeten: „Ausschlaggebend ist vielmehr, dass es Wichtigeres gibt als Kirche und Religion, dass man zum Beispiel während der Gottesdienstzeiten schlichtweg Besseres zu tun hat.“

Was Religion attraktiv macht

Die Untersuchung kommt jedoch auch zu dem Ergebnis, dass religiöse Vorstellungen an Überzeugungskraft gewinnen, wenn der Einzelne sie mit anderen teilt, wenn er etwa am Gottesdienst teilnimmt. Mit der Einbindung in kommunale, nachbarschaftliche und familiäre Netzwerke erhöhe sich die Wahrhscheinlichkeit, dass man sich als religiös und spirituell definiere.

Nach der Studie stärkt es auch religiöse Bewegungen, wenn sie moralische Interessen vertreten. So seien Pfingstkirchen in Lateinamerika und die evangelischen Kirchen in Südkorea deshalb attraktiv, weil sie bei ihren Mitgliedern mit disziplinierter Lebensführung für mehr Wohlstand und Aufstieg sorgten. Prof. Pollack stellt die Untersuchung „Religion in der Moderne“ am 20. Mai in Münster vor. Er ist Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  4. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  5. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  6. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  7. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"
  8. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  9. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt
  10. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  11. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  12. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  13. Britisches Innenministerium stoppt Ermittlungen gegen legale Online-Posts
  14. Terror-Warnung zu Ostern: ISIS ruft zu Anschlägen auf Kirchen und Synagogen auf
  15. 'Tödliche Bedrohung': Bischof Barron warnt vor Kollaps der westlichen Zivilisation

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz