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Brandanschlag auf Kirche: Stecken radikale Muslime dahinter?

6. Oktober 2014 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Koptischer Bischof Anba Damian: In Ägypten erleben wir solche Angriffe sehr häufig


Berlin/Höxter (kath.net/idea) Hinter dem Brandanschlag auf die koptisch-orthodoxe Kirche in Berlin-Lichtenberg vermutet der koptische Generalbischof in Deutschland, Anba Damian (Höxter), religiöse Gründe. „Diese Art von Angriffen erleben wir in Ägypten sehr häufig. Dass es dazu nun auch in Deutschland gekommen ist, ist für uns eine neue, schockierende Erfahrung. Wir sind fassungslos“, sagte der Bischof am 6. Oktober gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Am frühen Morgen des 4. Oktober hatten Unbekannte eine Mülltonne vor den Eingang der Glaubenskirche St. Antonius geschoben und angezündet. Das Feuer griff auf die Eichentür über.

Die rasch alarmierte Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Brandes verhindern. Dennoch wurde der Eingangsbereich stark beschädigt. Zur Tatzeit hielt sich laut Damian ein Messdiener in der Kirche auf, der dort übernachtete und betete. Er blieb unverletzt. Wie der Bischof weiter sagte, hat ihm der örtliche koptische Geistliche berichtet, dass ihn zuvor wiederholt arabisch sprechende Personen eines nahegelegenen Flüchtlingsheims wegen seines Glaubens beleidigt hätten. Die Polizei ermittelt wegen „Brandstiftung in einem besonders schweren Fall“. Wie ein Sprecher auf idea-Anfrage sagte, kann sie noch keine Aussagen zu möglichen Tätern machen. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Kauder besucht betroffene Koptenkirche

Bischof Damian zeigte sich zugleich „zutiefst berührt“ und dankbar über die Solidarität aus Politik und Bevölkerung. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, besuchte am 6. Oktober den Ort des Anschlags. Er sprach mit dem stellvertretenden Bischof der Kopten in Deutschland, Fouad Khalil (Berlin), und dem Priester der Gemeinde, Guirgis El-Moharaki. Danach erklärte Kauder: „Angriffe auf Gotteshäuser sind immer ein schwerer Anschlag gegen die Religionsfreiheit insgesamt. Sie müssen uns alarmieren, egal welche Religion betroffen ist.“

Gerade angesichts der blutigen Auseinandersetzungen mit religiösem Hintergrund im Mittleren Osten und vielen anderen Teilen der Welt müssen man in Deutschland solche Vorkommnisse „mit größter Aufmerksamkeit verfolgen, selbst wenn die Schäden noch überschaubar sind“. Derartige Attacken richteten sich immer gegen das friedliche Zusammenleben in Deutschland, wo alle Religionen ihren Platz hätten.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete die Tat als „ein Verbrechen gegen das friedliche Zusammenleben aller Berlinerinnen und Berliner, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis“. Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte: „Wer Gotteshäuser angreift, der greift auch das weltoffene und tolerante Berlin an.“ Die Berliner Polizei werde alles tun, um den oder die Täter zu fassen. Es liege im gemeinsamen Interesse, „dass solche Verbrechen hart bestraft werden“.

Volker Beck (Grüne) nennt die Tat erschreckend

Der religionspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, nannte die Tat erschreckend: „Wenn Gotteshäuser brennen, fühlen sich ganze Gemeinden von Gläubigen angegriffen und verunsichert. Wer eine Kirche, eine Synagoge oder eine Moschee anzündet, beschmiert oder anderweitig angreift, will einer ganzen Glaubensgemeinschaft den Krieg erklären.“ Am Tag nach dem Anschlag versammelten sich rund 80 Personen zum Gottesdienst in der koptischen Kirche. An der rußgeschwärzten Eingangstür brannten Kerzen.

Die einzige koptische Gemeinde in Berlin nutzt seit 1998 das ehemalige evangelische Kirchengebäude, das im Jahr 1905 eingeweiht wurde. In diesem Jahr gab es bereits vier Einbrüche in die Kirche. Diebe stahlen unter anderem sakrale Gegenstände sowie Regenwasser-Rinnen aus Kupfer. Zu der Gemeinde gehören nach eigenen Angaben rund 200 Familien. In Deutschland leben rund 6.000 Kopten. In Ägypten liegt ihr Anteil unter den 83 Millionen Einwohnern bei zehn Prozent. Dort kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen radikaler Muslime auf die christliche Minderheit.

Brandanschlag auf die koptisch-orthodoxe Sankt-Antonius- und Sankt-Shenouda-Kirche in Berlin-Lichtenberg


Der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian erklärt das koptische Kreuz



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Lesermeinungen

 Konrad Georg 8. Oktober 2014 
 

Radikal

Auf den ersten Blick störte mich der Begriff "radikale Moslems".

Aber es stimmt schon, radikal ist die Wurzel. Aus der Wurzel Islam kommt Gewalt.

Extremistisch ist das öffentliche Prahlen mit seinen Gewalttaten.


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