Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  9. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  10. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  11. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  12. R.I.P. Martin Lohmann
  13. "Hassprediger und Hofnarr"
  14. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  15. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“

Eine ökonomische Theorie der Ehe

5. April 2014 in Familie, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Mannheimer Volkswirt Roland Vaubel nennt vier ökonomische Argumente für die Ehe und stellt wirtschaftliche und politologische Überlegungen zu Monogamie und Polygamie an.


Würzburg/Mannheim (kath.net/jg)
Vier ökonomische Gründe für die Ehe präsentiert Roland Vaubel, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, in seinem Artikel auf dem Blog Wirtschaftliche Freiheit an. Die angeführten Argumente sind mit einer guten Prise Humor gewürzt.

Erstens seien Mann und Frau „komplementäre Produktionsfaktoren“ für die Geburt von Kindern, schreibt Vaubel in schönster volkswirtschaftlicher Fachterminologie. Eine Besonderheit: Keiner der beiden „Produktionsfaktoren“ sei ersetzbar.

Ein weiteres ökonomisches Argument für die Ehe seien die gegenseitigen „positiven externen Effekte“. Die Ehepartner machten einander Freude. Als Beispiele führt Vaubel unter anderem die Liebe im engeren und weiteren Sinne und das Prestige („der Partner zu Repräsentationszwecken“) an.

Vorteile die durch Arbeitsteilung entstehen sind das dritte ökonomische Argument, das Vaubel anführt. Sie seien umso größer, je verschiedener die Partner seien. Durch die industrielle Revolution hätten die Vorteile allerdings stark abgenommen, da Haushaltsgeräte immer mehr Aufgaben der traditionellen Hausfrauentätigkeiten übernehmen würden. Die Hausfrau sei dadurch „substituierbar“ geworden. Die Emanzipation der Frau in den letzten Jahrzehnten sei auch als „defensive Anbieterreaktion“ zu verstehen, die aus dem „wachsenden Wettbewerbsdruck“ entstanden sei. Je geringer die Spezialisierungsmöglichkeiten in einer Organisation seien, desto geringer sei der Zusammenhalt. Daraus ließe sich die hohen Scheidungsraten erklären, schreibt Vaubel.


Viertens diene die Ehe der „Realisierung sozialer Skalenerträge“. Damit sei gemeint, dass das zusätzliche Familienmitglied mehr wert sei als es koste. Das werde zum Beispiel bei der gemeinsamen Nutzung von Wohnräumen, Haushaltsgeräten und dem Auto sichtbar. Wie bei jedem Klub nehme jedoch die Belästigung („Rivalität“ in der volkswirtschaftlichen Fachterminologie) mit der Zahl der Klubmitglieder zu. Aus den im zweiten Argument angeführten „positiven externen Effekten“ würden bald negative.

Den zweiten Teil seines Artikels widmet Vaubel der ökonomischen Begründung der Monogamie. Polygamie trete vor allem in Form der Vielweiberei auf. Frauen seien daher – rein ökonomische betrachtet – nicht an der Monogamie interessiert, weil das die „Nachfrage“ der Männer nach Frauen reduzieren würde. Da sich vor allem besser verdienende Männer mehrere Frauen leisten könnten, seien es die schlechter verdienenden Männer, die für die Monogamie eintreten würden. Sie wollten nicht, dass die besser verdienenden Männer ihnen die Frauen wegnehmen. Die Demokratie habe den schlechter verdienenden Männern mehr politische Mitsprache gegeben, wodurch diese die Monogamie durchsetzen konnten. Dies sei zuerst in den Demokratien des antiken Griechenland und der römischen Republik geschehen.

Der Zölibat habe die soziale Mobilität erhöht. Da die Priester keine Nachkommen hatten, musste die Kirche ihr Personal von außen holen. Auch wenn viele hohe Positionen mit Angehörigen adeliger Familien besetzt worden seien, habe die Kirche auch einfachen Menschen echte Aufstiegschancen geboten. Das habe als soziales Ventil gedient und zum inneren Frieden beigetragen, schreibt der Ökonom.

Die Vielweiberei hingegen habe den gegenteiligen Effekt. Die Ungleichheit zwischen den Männern betreffe dann auch die Fortpflanzungsmöglichkeiten und löse starke soziale Spannungen aus. Die Reichen könnten ihre privilegierte Position oft nur durch drakonische Maßnahmen schützen, was für die Entwicklung der Zivilisation schädlich sei.


Link zum Artikel von Roland Vaubel


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Vatikan kündigt bevorstehende Veröffentlichung eines Dokuments zu Monogamie an
  3. Evangelische Landeskirche in Württemberg: Gleichgeschlechtliche „Ehe“ verfehlt Zweidrittelmehrheit
  4. „Menschliches Leben ist Geschenk und muss mit Respekt, Fürsorge und Dankbarkeit angenommen werden“
  5. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  6. ‚Mädelsabend in der Moschee‘: Seminarreihe für Mädchen und Frauen ab 13 zur Vorbereitung auf die Ehe
  7. Die drei schlechtesten Gründe um zu heiraten
  8. Moderator über seine Ehe mit einer gläubigen Frau: ‚Das beste Gefühl der Welt’
  9. Neigung vor Gott und Zuneigung zum Menschen
  10. Lebenslänglich für zwei Menschen






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  10. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  11. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  12. "Hassprediger und Hofnarr"
  13. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz