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Die Kirche in Deutschland und in der Schweiz hat kapituliert

8. Dezember 2025 in Kommentar, 35 Lesermeinungen
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Wer als Bischof die Gläubigen davon dispensiert, nach dem Glauben zu leben, hat das Christsein aufgegeben. Ein Gastkommentar von Martin Grichting.


Chur (kath.net)

Papst Leo d. Gr. hat es den Gläubigen seiner Zeit eindrücklich gesagt: «Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden, kehre nicht zu der alten Erbärmlichkeit zurück und lebe nicht unter deiner Würde». Das geltende Kirchenrecht sagt das gleiche in CIC, can. 209: «Die Gläubigen sind verpflichtet, auch in ihrem eigenen Verhalten, immer die Gemeinschaft mit der Kirche zu wahren».

Kein Bischof hat das Recht, davon zu dispensieren. Auch der Papst kann es nicht, denn sonst löst er die Kirche auf. Die Bischöfe in Deutschland haben ihre Laienmitarbeiterinnen und Laienmitarbeiter gleichwohl davon dispensiert, gemäss dem zu leben, was sie sind. Dazu haben sie die «Grundordnung des kirchlichen Dienstes» vom 22. November 2022 geändert. Neu heisst es in Art. 7, Abs. 2 hinsichtlich der Laienmitarbeiter und betreffend die Relevanz ihres persönlichen Lebens für die Anstellung durch die Kirche: «Der Kernbereich privater Lebensgestaltung, insbesondere Beziehungsleben und Intimsphäre, bleibt rechtlichen Bewertungen entzogen». Man kann also vor- und ausserehelich zusammenleben, zivil wiederverheiratet, polyamor, polygam oder gleichgeschlechtlich: Es ist für Anstellung durch die Kirche unerheblich. Lehren und verkünden darf man trotzdem im Namen der Kirche. Alle deutschen Diözesen haben dies in ihr Eigenrecht übernommen. Die deutschen Bischöfe haben damit in schwerwiegender Weise gegen ihre Amtspflichten verstossen. Denn in CIC, can. 392 heisst es: «§ 1. Da er die Einheit der Gesamtkirche wahren muss, ist der Bischof gehalten, die gemeinsame Ordnung der ganzen Kirche zu fördern und deshalb auf die Befolgung aller kirchlichen Gesetze zu drängen. § 2. Er hat darauf zu achten, dass sich kein Missbrauch in die kirchliche Ordnung einschleicht, vor allem in Bezug auf den Dienst am Wort, die Feier der Sakramente und Sakramentalien, die Verehrung Gottes und der Heiligen sowie in Bezug auf die Vermögensverwaltung».

In der Schweiz sind die Diözesen in der Regel nicht die zivilrechtlichen Arbeitgeber, wie es in Deutschland der Fall ist. Diese Aufgabe übernehmen die so genannten «Kirchgemeinden» und «Landeskirchen» als vom Staat geschaffene Parallelstrukturen. Am 4. Dezember 2025 hat die Zürcher «Landeskirche», die finanziell potenteste in der Schweiz, ihre «Anstellungsordnung» angepasst. Sie lautet betreffend die Laienmitarbeiter zukünftig in § 4a: «Für die Anstellung im Verkündigungsdienst bleibt der Kernbereich der privaten Lebensgestaltung unbeachtet. Das Beziehungsleben, die sexuelle Orientierung und Lebensführung, insbesondere die Intimsphäre, bleiben rechtlichen Bewertungen entzogen und bilden kein Anstellungskriterium». Der Bischof von Chur, Msgr. Joseph M. Bonnemain, in dessen Gebiet der Kanton Zürich liegt, hat vorgängig seine Zustimmung zu dieser Dispensation der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Leben nach dem 6. Gebot erteilt. Denn sein Alter Ego, der für Zürich zuständige Generalvikar, Domherr Luis Varandas, hat gegenüber der «Landeskirche» erklärt, er sei «mit der vorliegenden Teilrevision der Anstellungsordnung einverstanden».


Eine Kirche, die ihre Mitarbeiter nicht mehr darauf verpflichten will, gemäss den Geboten Gottes zu leben, hat kapituliert. Und es ist klar: Wenn etwas für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr gilt, gilt es für alle Gläubigen nicht mehr. In Deutschland und im Kanton Zürich ist die Befolgung des 6. Gebots somit fakultativ. Hintergrund dieser Kapitulation der Kirche ist in den deutschsprachigen Ländern das Kirchensteuersystem. Der Erhalt dieses Systems scheint nach der Lesart der Bischöfe zu fordern, dass die Kirche sich dem gesellschaftlichen Mainstream unterwirft. Um mehrheitsfähig zu bleiben, soll die Kirche alles verschweigen oder gar verleugnen, was bei Postchristen anstössig ist und was den Genuss der kirchlichen Privilegien in Gefahr bringen könnte.

Der Papst hat zur Änderung der Grundordnung von 2022 in Deutschland in der Öffentlichkeit geschwiegen. Im Falle des früheren Papstes kann dies nicht erstaunen. Was Papst Leo XIV. zu tun gedenkt, ist nicht bekannt. Er muss auf jeden Fall zur Kenntnis nehmen, dass das Schweigen Zustimmung bedeutet. Und die bisherige Nicht-Politik hat zur Folge, dass auch andere Teile der Weltkirche durchseucht werden, wie es sich nun in der Schweiz zeigt.

Das Vorgehen in Deutschland und nun im Bistum Chur hält noch eine weitere Lehre bereit. In beiden Ländern werden von der Dispensation davon, nach dem 6. Gebot zu leben, die Kleriker ausgenommen (Grundordnung Art. 7, Abs. 2, Satz 4; Anstellungsordnung, § 4a, Satz 2). Zivilrechtlich betrachtet, handelt es sich dabei um Willkür, um eine Diskriminierung. Man darf gespannt sein, wann dieses Thema vor staatlichen Gerichten relevant wird. Theologisch betrachtet, ist der von den Bischöfen gemachte Unterschied aufschlussreich. Er impliziert, dass das Ehesakrament zu weniger verpflichtet als das Weihesakrament. Oder anders formuliert: Laien sind zweitklassig. Wenn sie nicht so leben, wie sie sollten, ist dies unbeachtlich. Es handelt sich hier um eine neue Form von klerikalem Klassenbewusstsein. Klerikalismus wird ausgerechnet von Bischöfen zelebriert, die sonst darüber die Nase rümpfen.

Betreffend die Schweiz ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt: Am 17. November 2025 hat die Bischofskonferenz ein unverbindliches Papier veröffentlicht, das den Titel trägt: «Standortbestimmung zur Praxis in den Schweizer Bistümern im Blick auf den Zusammenhang zwischen der bischöflichen Beauftragung und der Lebensführung von Priestern und Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern». Vielleicht weil man sich unter Papst Leo XIV. seiner Sache nicht mehr so ganz sicher ist, vielleicht auch, weil die Schweiz auch aus französisch- und italienischsprachigen Teilen besteht, in denen viele Priester und Laien noch der Weltkirche folgen, geht dieses Papier nicht so weit wie die deutsche Grundordnung von 2022. Bei der Suche nach dem Kompromiss zwischen der Lehre der Kirche und dem, was die Bischöfe der Deutschschweiz in Nachahmung der Kirche in Deutschland wünschen, ist man im bergoglianischen Einzelfall fündig geworden. Damit wurde bekanntlich faktisch die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe abgeschafft, indem jetzt – von wem auch immer, mit wem auch immer, auf welcher theologischen Basis auch immer – eine «geistliche Unterscheidung» gemacht werden kann. Diese führt dann ganz wundersam dazu, dass diejenigen, die geschieden und zivilrechtlich wiederverheiratet sind, guten Gewissens die Eucharistie empfangen können. Denn Argumente gibt es für alles. Der gute alte jesuitische Probabilismus leistet hier hervorragende Dienste. Eine für alle geltende Lehre der Kirche gibt es dadurch seither nur noch auf dem Papier, aber nicht mehr in der Wirklichkeit. Dort findet man nur noch individuelle Einzelfälle.

Diese Methode wird nun von den Schweizer Bischöfen auf die Lebenssituation von Laienmitarbeitern angewandt. Nicht vergessen wird dabei das zweite bergoglianische Prinzip, wonach auch irreguläre Lebensgemeinschaften positive Elemente enthalten würden, die es bei einer «Unterscheidung» wertzuschätzen gelte. Die Bischöfe schreiben: «Das Lehramt vom Papst Franziskus hat hervorgehoben, dass Menschen in Partnerschaften und Familienformen, die der katholischen Überlieferung und Lehre nicht entsprechen, Werte verwirklichen, die Respekt und Anerkennung verdienen». (Die Mafia lebt auch den sozialen Zusammenhalt und kümmert sich fürsorglich um das Wohlergehen ihrer Mitglieder, was zweifellos Werte darstellt, die unseren Respekt und unsere Anerkennung verdienen). Die Schweizer Bischöfe kommen aufgrund dieser Prämissen zum Schluss, dass jede Lebenssituation eines Mitarbeiters «einmalig» sei. Man könne deshalb betreffend die Lebenssituationen «evangeliumsgemäss nur gerecht handeln, wenn man diese ganzheitlich berücksichtigt. Zwei Menschen können das Gleiche tun, und ist es nicht dasselbe». Zwei plus zwei sind eben im kirchlichen Paralleluniversum nicht mehr vier. Das gilt es als alternatives Faktum ernst zu nehmen und wertzuschätzen. Zu diesem postfaktischen Verständnis von Wahrheit passt auch, dass der erwähnte Bischof von Chur als Vizepräsident der Bischofskonferenz deren Papier mitträgt, das die Einzelfalltaktik propagiert. Zugleich erklärt er aber, dass in Zürich der Einzelfall nicht zählt. Vielmehr ist dort die Lebensform der Laienmitarbeiter prinzipiell unerheblich.

Als Kriterium für das bischöfliche Orakel der «Unterscheidung» des Einzelfalls wird angegeben, «die persönliche Bereitschaft, die eigene Situation nach und nach im Lichte des Evangeliums diesem anzupassen». Bei einem verschiedengeschlechtlichen Paar, das im Konkubinat lebt, könnte dies noch ein Kriterium sein, indem eine Eheschliessung anvisiert wird. Aber wie soll man als zivilrechtlich Wiederverheirateter jeden Tag ein Bisschen weniger zivilrechtlich verheiratet sein? Und wie sollte ein gleichgeschlechtliches Paar jeden Tag ein Bisschen mehr heterosexuell werden?

Glaubt im Ernst jemand, die Menschen in der postchristlichen Gesellschaft würden dadurch, dass die Kirche einen Teil ihrer Glaubens- und Sittenlehre für fakultativ erklärt, ihre Ansichten überdenken? Im Gegenteil: Sie müssen zur Überzeugung gelangen, dass die katholische Kirche nunmehr ihr Modernitätsdefizit aufgeholt hat und im Chor der Postchristen mitsingt. Der autonome Nachvollzug dessen, was in der Mehrheitsgesellschaft gilt, ist seit 200 Jahren die Politik der protestantischen Religionsgemeinschaften. Verübeln kann man es ihnen nicht. Denn sie haben keinen Papst. 


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Lesermeinungen

 Versusdeum 14. Dezember 2025 
 

Sie hat nicht kapituliert, sondern verpuppt sich gerade,

damit aus dem Schmetterling wieder eine Raupe werden kann. Die parallel- bis gegenkirchlichen und häufig häretischen bis atheistischen Strukturen in Deutschland sind nicht mehr reformierbar. Doch wer sollte den Mut haben, den gordischen Knoten zu durchschlagen - selbst dann, wenn die schismatischen Strukturen ganz offiziell (oder auch "nur" de facto, wie bei den "verbindlichen" skandalösen Abstimmungen beim Syndodalen Weg) eingeführt werden?


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 SalvatoreMio 14. Dezember 2025 
 

Bitte die Bibel lesen und dann das deutsche Messbuch!

@barbarletta: In keinem Evangelium steht „für alle“! DANKE für diese Korrektur. Warum ich das so fest behauptete, weiß ich jetzt auch nicht mehr. PEINLICH! Umso verwunderlicher ist, dass das "für alle" in Messbüchern steht und bis heute - wie ich zitierte - auch in anderen Ländern weiterhin so verbreitet wird. - Ich habe noch in einige anderssprachige Bibeln geschaut: da ist alles richtig. Es heißt immer: "für viele". Nochmals DANKE!


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 barbaletta 14. Dezember 2025 
 

@ Versusdeum

Im Prinzip ist nur das richtig, was Gott sagt – auch das: Mt 7,6 und Mt 15,21-28

Und ja, mich interessiert auch, warum z.B. die slawischen Länder nach Vatikanum II alles richtig übersetzt und gemacht haben und die westeuropäischen Länder nicht.
Vielleicht hilft uns der Link:

www.kathnews.de/joseph-ratzinger-das-problem-der-uebersetzungen-ist-ein-ernstes-problem


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 Versusdeum 13. Dezember 2025 
 

@SalvatoreMio

Im Prinzip ist ja beides richtig: Natürlich wollte Jesus alle Menschen erlösen. Aber er zwingt niemanden zu seinem ewigen Seelenheil, weshalb die Kirche das "für viele" verwendet. Mich würde interessieren, wie es passieren konnte, dass eine Teilkirche seit 65 Jahren falsche Wandlungsworte verwendet und warum das damals entweder keiner gemerkt hat (die konnten ja noch alle Latein) oder warum man es trotzdem durchwinkte. Ich denke, es war eine Mischung aus "Wir haben seit dem Konzil eben eine andere Kirche", "Rom kann uns gar nichts" und "Jetzt haben viele gelehrte Leute in der Kommission so lange daran gearbeitet, das schnüren wir jetzt nicht mehr auf". Also genau jene Haltungen und immer leereren Strukturen, die die Kirche bei uns direkt und gewollt auf das Schisma zusteuern lassen (offen gegenkirchliche Strukturen mit quasidogmatischen Machtanspruch im Synodalen Weg) .


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 Wilolf 13. Dezember 2025 
 

@SalvatoreMio

Vielen Dank für die Erinnerung. Ich hatte wieder vergessen, dass beim NOM im „Messbuch“ etwas anderes stehen kann als im „Gotteslob“. Beim VOM ist das einfacher: Im Volksmissale Schott oder Bomm oder Ramm steht nichts anderes als was der Priester betet.


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 barbaletta 13. Dezember 2025 
 

Bitte die Bibel lesen und dann das deutsche Messbuch!

@ Wilolf
Wenn Sie den Unterschied zwischen dem Messbuch und dem Gotteslob nicht kennen, dann ist jede weitere Diskussion sinnlos.
Und damit die Hostie zum Leib Christi wird, muss der Zelebrant mit der richtigen Intention (ich schreibe nicht „rechten“, damit die linken Katholiken unter uns nicht gleich durchdrehen), die Einsetzungsworte aus dem Messbuch sprechen! - welche Intentionen/Absichten haben die deutschen Bischöfe und Priester, wenn sie die Anweisungen aus dem Vatikan ignorieren?

@ SalvatoreMio
In keinem Evangelium steht „für alle“! Warum schreiben Sie also so was?

Siehe Link:

www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/sakramentefeiern/messe/article/34119.html&ts=1765648495316


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 SalvatoreMio 13. Dezember 2025 
 

"Für alle" - "für viele"

@Wilolf @barbaletta: um es nochmals aufzugreifen: in unserem jetzigen Gotteslob steht "für viele" oder "pro multis", aber in den Messbüchern haben die meisten es nicht geändert, sondern gelassen wie zuvor. - Was mich aber wirklich wundert: im italienischen Messritus, z. B. Hochgebet II, heißt es offiziell nach wie vor: "Prendete, e bevetene tutti: questo è il calice del mio Sangue, per la nuova ed eterna alleanza, versato per voi e per tutti in remissione dei peccati. Oder z. B. im Eucharistischen Hochgebet III in Frankreich: "« Prenez, et mangez-en tous :ceci est mon corps livré pour vous. » Und in den Evangelien selbst wird es ja auch unterschiedlich "dargeboten", mal "alle" - mal "viele".


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 Wilolf 13. Dezember 2025 
 

@barbaletta: Offenbar haben Sie meinen Beitrag missverstanden.

In meinem Gotteslob, Ausgabe 2013 für EB Freiburg, steht „für viele“. Was steht denn in Ihrem?
Es gibt eine Menge Priester, die die Wandlungsworte auf Deutsch mit „für viele“ verwenden. Kennen Sie keinen?
Abgesehen vom „für viele“: Eine Menge anderer Priester feiert den NOM so, wie sie wollen – nicht so, wie sie sollen. Aber dafür kann der NOM nichts. Und das allerheiligste Altarsakrament bleibt das allerheiligste Altarsakrament, ob VOM oder NOM oder syro-malankarisch oder syro-malabarisch…


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 barbaletta 13. Dezember 2025 
 

@ SalvatoreMio

Richtig, Gott löst den Knoten nicht - warum sollte er das tun, was wir auch selber tun können? Gott ist nicht unser Kindermädchen und kein Butler, der die Aufgabe hat, das wieder zurechtbiegen, was wir verbogen haben.
Wenn also weder die Amtskirche noch die Mittläufer der Kirche in D selbst das nicht berichtigen wollen, was sie falsch gemacht haben und machen, muss man sich nicht wundern, wenn die Kirche im Wirbel der Selbstzufriedenheit kollabiert. Und wenn unsere Bischöfe und Priester gefragt werden, warum die Kirche immer mehr an Bedeutung verliert, schreiben sie dem Zeitgeist die Schuld dafür. Einfacher geht’s wohl kaum – sie sind der Zeitgeist!


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 barbaletta 13. Dezember 2025 
 

@ Wilolf

Ich habe nicht ausführlich erklärt, wie ich das meine und dennoch glauben Sie es zu wissen, wie der NOM gefeiert werden muss – woher, wenn Sie den NOM noch nie so gefeiert haben, wie er gefeiert werden soll?
Im Jahre 2006 hat der damalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Kardinal Arinze, der DBK schriftlich erklärt, warum die Wandlungsworte „pro multis“ mit „für viele“ im Messbuch übersetz werden müssen. Im Jahre 2012 schrieb BXVI an die DBK: „„An die Stelle der interpretativen Auslegung „für alle“ muss die einfache Übertragung „für viele“ treten.““ - s. Link.
Als ich schriftlich 2 deutsche Bischöfe und mehrere Priester fragte, warum immer noch „für alle“ bei der Wandlung gesprochen wird, bekam ich immer wieder dieselbe alberne Antwort: „Weil das im Messbuch so steht!“
Also – die deutsche Amtskirche lässt neue Messbücher mit falscher Übersetzung drucken und dann erklärt sie, dass sie dem Messbuch gehorchen muss. Dämlicher geht es wohl nicht!

www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/brief-von-papst-benedikt-xvi-an-die-mitglieder-der-deutschen-bischofskonferenz-zur-frage-der-ueberse


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 SalvatoreMio 13. Dezember 2025 
 

Nur Gott kann diesen Knoten lösen, doch er tut es nicht?

@barbaletta:Wir sind aber keine Masse "Mensch", wo jeder nach Gutdünken agieren darf. Wir sind "Familie Gottes", und Er ist immer noch der Vater! Seine Regeln gelten für jeden Getauften. - Familie gibt Schutz und Gemeinschaft, verlangt aber auch Beitrag, Einordnung und Partizipation. Anders geht es nicht, weder in Welt noch in Kirche, die auch Teil der Welt ist. - Ja, Sie erwähnen auch Bischof Dyba. Der trostlose Umgang seiner sogenannten "Mitbrüder" mit ihm, zeigt deutlich, was sich bei entwickelt und wohl einen Höhepunkt erreicht hat. Unsere Bischöfe müssten, Gott stellvertretend, treue Hirten sein. Die meisten aber ähneln Ohrenschmeichlern. Und das Gottesvolk scheint in einer Art "Pubertät" steckengeblieben zu sein. Das meinte eine Bekannte von mir schon vor 40 Jahren.


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 SalvatoreMio 13. Dezember 2025 
 

Vom Amt zurücktreten

@Versusdeum: es kommt vor, dass z. B. ein vorgesetzter Politiker von seinem Amt zurücktritt, weil in seinem Bereich ein niedriggestellter einen goben Fehler begeht. - Aber in der Kirche dulden immer öfter sogenannte "Hirten" die schlimmsten Abirrungen, ohne einzugreifen. Eher applaudieren sie sogar. Hirtenstab und Mitra müssten ihnen weggenommen werden; wenn das nicht hilft: Buße in Sack und Asche; wenn das nicht hilft: raus! Ja, diese mittelalterlichen Maßnahmen tun not! In Deutschland, Österreich und Schweiz, blieben nur wenige Hirten übrig. Doch besser so, als Christus mit falschen Lehren und Froschdarstellungen am Kreuz noch mehr verhöhnen und die Gläubigen verwirren und verderben.


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 Versusdeum 12. Dezember 2025 
 

@MarinaH

„Wenn dieser Mensch, wenn der Bischof, nicht mehr in der Lage ist, diese Aufgabe in der Form, wie er es versprochen hat, auszuüben, muss er vom Amt zurücktreten.“
Danke für den Link zum Interview mit Bischof Gänswein. Der Satz gilt natürlich ganz besonders, wenn ein Bischof gar nicht im Sinne Gottes und seiner Kirche lehren und handeln will. Da wäre Rom gefragt. Bislang gilt leider: "Wäre"


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 Wilolf 12. Dezember 2025 
 

@barbaletta: "der NOM in Deutschland nach Vatikanum II nirgendswo so gefeiert wurde, wie er gefeiert

Das entspricht nicht den Tatsachen: Es gab und gibt eine Menge Priester, die den NOM in Deutschland feiern bzw. gefeiert haben, wie er gefeiert werden soll. Und zwar vom Dorfpfarrer bis zum Universitätsprofessor. Ich könnte Ihnen viele Namen nennen.
Schade, dass Sie das nicht mitbekommen haben.


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 barbaletta 10. Dezember 2025 
 

die Spaltung

ist schon längst da und es gibt noch eine dritte Gruppe:
Katholiken, die nichts gegen die Liturgie und Regeln aus der Zeit vor den 2. Konzil haben, aber auch nichts gegen das Vatikanum II und nichts gegen den korrekt gefeierten NOM.
Es sind Katholiken die alles das ablehnen, was die Kirche nach Vatikanum II systematisch zerstört.
Es wundert mich nicht, wenn Sie diese Gruppe nicht kennen, denn was diese Gruppe will ist in der deutschen Kirche so gut wie unbekannt. Die Meisten Katholiken in Deutschland wissen nicht, wie der NOM korrekt gefeiert werden soll, weil der NOM in Deutschland nach Vatikanum II nirgendswo so gefeiert wurde, wie er gefeiert werden soll und nirgendswo so gefeiert wird.


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 Barbata 10. Dezember 2025 
 

Gänswein

Ich denke auch, dass wir kurz oder lang einer Spaltung der Katholischen Kirche gegenüber stehen. Es werden sich zwei Gruppen herausbilden; einmal die synodalen Anhänger, die mehr Zeitgeist fordern, und auf der anderen Seite die konservative Gruppe, die die Liturgie und Regeln aus der Zeit vor den 2. Konzil als Maßstab ansehen. In den katholischen Gemeinden hier in den Pfarrbezirken finden sich ausschließlich die synodalen Gruppierungen. Das Papier zum Segen für alle wurde hier journalistisch in allen Zeitungen durchweg als Meilenstein gefeiert und die ganz schnell vorpreschenden Journalisten sahen schon die ersten Frauen im Priesterseminar.


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 MarinaH 9. Dezember 2025 
 

Erzbischof Gänswein

https://de.catholicnewsagency.com/news/22487/erzbischof-ganswein-bischofe-mussen-im-namen-der-kirche-ihre-herde-fuhren


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