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Wien: Mehr Muslime als Katholiken in Haupt- und Mittelschulen

22. März 2014 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Zahlen der Religionszugehörigkeit variieren je nach Schultyp stark


Wien (kath.net/KAP) In den Wiener Haupt- und Neuen Mittelschulen hat die Zahl der muslimischen Schüler jene der katholischen bereits überstiegen. Zahlen des Wiener Stadtschulrates, die "Kathpress" vorliegen, sprechen von derzeit 10.734 Hauptschülern mit islamischem und 8.632 mit römisch-katholischem Religionsbekenntnis, gefolgt von 4.259 serbisch-orthodoxen Schülern sowie 3.219 "ohne religiöses Bekenntnis". Teils völlig unterschiedlich dazu sehen die Verhältnisse an den anderen Schultypen aus.

So machen an den Wiener Gymnasien die 5.395 muslimischen Schüler einen relativ geringen Anteil aus: Mit 18.345 Schülern sind die Römisch-katholischen hier die mit Abstand größte Gruppe, gefolgt von 10.340 Kindern und Jugendlichen ohne Bekenntnis, 1.943 evangelischen und 1.726 serbisch-orthodoxen Schülern. Erklärbar seien diese Zahlen laut "Presse" dadurch, dass weniger Schüler mit Migrationshintergrund die AHS besuchen.


An den Volksschulen belegen Katholiken (23.807), Muslime (17.913) und Konfessionslose (11.119) die ersten Ränge, dahinter serbisch-orthodoxe (6.083), "sonstige" (2.727) und evangelische (2.322) Schüler. "Die Zahlen spiegeln die demografische Situation der Stadt wieder" heißt es dazu laut der "Presse" aus dem Stadtschulrat.

Aktuell im Gespräch sind diese Zahlen, da das Bildungsministerium laut der Tageszeitung "Die Presse" (Freitag) den Wiener Stadtschulrat anwies, wie die Zahl der Christen an einer Schule verwaltungstechnisch zu erheben sind. Demnach werden von der Gesamtschülerzahl Juden, Muslime, Buddhisten, Bahai, Hindus, Alt-Aleviten und Schüler ohne Bekenntnis abgezogen - alle anderen gelten als Schüler mit christlichem Religionsbekenntnis.

"Christlich" sei "ein Überbegriff, für den es keine gesetzliche Definition gibt", erklärte das Ministerium diese Vorgangsweise. Aufgrund des Selbstbestimmungsrechtes könne nur die jeweilige Glaubensgemeinschaft, Kirche oder Konfession über ihre Zuordnung zum christlichen Kreis bestimmen.

Erforderlich wurde die Klarstellung aufgrund der sogenannten Klassenkreuz-Debatte: Laut Gesetz müssen Pflichtschulen mit einer Mehrzahl an christlichen Schülern in allen Klassenzimmern Kreuze anbringen, bei weniger als 50 Prozent liegt die Entscheidung im Ermessen der Schule. In Wien-Neubau wollte eine konfessionslose Mutter erreichen, dass die Kreuze abgenommen werden, und forderte dabei via Anwalt Auskunft über die Zahl christlicher Schüler.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.


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