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Lammert ist für Ökumene im Hauruck-Verfahren

24. Jänner 2014 in Deutschland, 41 Lesermeinungen
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Bundestagspräsident Norbert Lammert fordert: „Ökumene jetzt, wann sonst?“


Braunschweig (kath.net/idea) Ein leidenschaftliches Plädoyer für die sofortige Überwindung der konfessionellen Trennung zwischen Protestanten und Katholiken hat Bundestagspräsident Norbert Lammert gehalten. „Wir sollten eins sein, sind es aber nicht“, sagte der Katholik am 22. Januar beim Abend der Begegnung der braunschweigischen Landeskirche im Braunschweiger Dom. Der CDU-Politiker hielt dort vor rund 450 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft, Kultur und Kirche ein Grundsatzreferat zum Thema „Ökumene jetzt“. Lammert gehört neben zahlreichen Prominenten – etwa Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Fernsehmoderator Günther Jauch – zu den Initiatoren der 2012 gestarteten Initiative „Ökumene jetzt“. Sie hat bis jetzt rund 9.000 Unterstützer gefunden. In Braunschweig unterstrich Lammert die Dringlichkeit der konfessionellen Einheit. Er bezog sich dabei auf das Hohepriesterliche Gebet Jesu (Johannes 17) mit der Bitte, „dass sie alle eins seien“. „Können oder wollen wir nicht?“ fragte Lammert.


Ist die Trennung eine Last?

Er lenkte den Blick auf zwei Jubiläen – den Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren und die Feiern zum 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017. Es sei unbestreitbar, dass im 15. und 16. Jahrhundert eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche überfällig gewesen sei. Luther habe sie aber nicht spalten, sondern erneuern wollen. Die Aufteilung in katholische und evangelische Regionen sei von den jeweiligen Landesherrn bestimmt worden, hätten also mehr politische als theologische Ursachen gehabt. Politische Begründungen gebe es heute nicht mehr.

Katholiken und Protestanten eine weit mehr als sie trenne. Die entscheidende Frage sei, ob sie die Trennung als Last empfänden oder ob sie sich in den Strukturen eingerichtet hätten. Die alleinige Begründung mit einem unterschiedlichen Amts- und Abendmahlsverständnis ärgere und empöre ihn.

Mit der Forderung „Ökumene jetzt, wann sonst?“ beendete Lammert seine mit starkem Applaus aufgenommene Rede.


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