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Peter Seewald: Deutsche Amtskirche ausgezehrt und langweilig

27. Oktober 2013 in Deutschland, 77 Lesermeinungen
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Am Beispiel des "Lehrstücks von Limburg" geht der katholische Publizist, der mehrmals Benedikt XVI. interviewt hat, mit der Amtskirche in Deutschland hart ins Gericht.


München (kath.net/KNA) Der katholische Publizist Peter Seewald geht mit der Kirche in Deutschland hart ins Gericht. Das «Lehrstück von Limburg» lasse nicht nur «tiefsitzende antikatholische Reflexe» in der Öffentlichkeit erkennen, schreibt der Vertraute des emeritierten Papstes Benedikt XVI. im Münchner Magazin «Focus» (Montag). Es zeige auch «die Kirche selbst in einer Erstarrung, aufrecht erhalten von staatlicher Alimentation statt von der Kraft des Glaubens».

Der Journalist vermisst «eine Task-Force der Bischofskonferenz», «die in der Krise den verunsicherten Gläubigen über Limburg hinaus hätte beistehen können», und «Hirten, die sich stellen, mutig genug, sich auch einmal verprügeln zu lassen, wenn ihre Herde Schutz braucht». Stattdessen sei «eine Amtskirche sichtbar geworden, müde, ausgezehrt, lahm und langweilig».


Seewald wirft vor allem der Führung der Deutschen Bischofskonferenz «eklatante Versäumnisse» vor. 90 Prozent der Kirchenmitglieder kämen nicht mehr in den Gottesdienst «- aber wo bleibt die Kampagne, um das Stammpublikum nicht nur als Steuerzahler zu halten?» Zugleich konstatiert er, dass der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst fraglos «seinen Aufgaben nicht gewachsen war». Die Vorwürfe der Falschinformation von Priestern und Gläubigen wögen schwer.

Das Bistumshaus von Limburg werde vielleicht «ein Mahnmal für eine Verwaltungskirche, die sich von ihrem Auftrag entfernt hat». Die Investition wäre jedoch «jeden Cent wert», wenn daraus «ein Anfang entstünde und jene Selbstreinigung in Gang käme, die Benedikt XVI. vor Jahren eingefordert hatte».

Die Kirche müsse sich regenerieren, so Seewald. Dabei gehe es um mehr als Transparenz. Die Kirche werde gebraucht als «Trösterin» und «Heilerin», als eine Kraft, «die unser Denken anregt und uns vor Selbstherrlichkeit schützt».

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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