Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. US-Höchstgericht hebt Abtreibungsurteil auf - Gewaltiger Sieg für die Pro-Life-Bewegung!
  2. Gottesdienst-Präfekt bedauert "Kämpfe" um Liturgie in der Kirche
  3. "Einem Arzt, der so etwas sagt, sollte man die Approbation wegnehmen!"
  4. Kurienkardinal Koch: "Versöhnte Verschiedenheit" ein Ziel bei Ökumene
  5. Vatikan gibt Covid-Impfmünze heraus
  6. ‚Psychopathologie und das bevorstehende Ende?’ Wie geht es Papst Franziskus?
  7. Deutscher Bundestag schafft Werbeverbot für Abtreibungen ab
  8. Österreich schafft umstrittene Covid-Impfpflicht ab!
  9. "Dass Sie als Axel-Springer-Chef diesen Fakt falsch darstellen,..."
  10. Corona-Virus hat nun auch Kardinal Woelki erwischt
  11. DBK bedauert Bundestagsbeschluss, das Abtreibungswerbeverbot aufzuheben
  12. Eine evangelische Pfarrerin in der katholischen Messe und die religiöse Bedeutung von Puzzleteilen
  13. Papst Franziskus korrigiert den deutsch-synodalen Sonder-Weg
  14. Der Missbrauch, die Medien und Benedikts Vermächtnis
  15. Münsteraner Bischof Genn beurlaubt Dompropst und Offizial Schulte

Wo ist der Bruder, der unter dem Joch der Sklavenarbeit steht?

1. Mai 2013 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle am 1. Mai, Fest des heiligen Josefs, des Arbeiters: Eine Gesellschaft, die keine würdige Arbeit gibt und die Arbeitnehmer ausnützt, handelt gegen den Willen Gottes. Das Vorbild der ‚Ikone Gottes, des Arbeiters’. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die Gesellschaft ist nicht gerecht, wenn sie nicht allen eine würdige Arbeit bietet. Dies erklärte Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe am 1. Mai, Gedenktag des heiligen Josefs, des Arbeiters. An der Eucharistiefeier in der Kappelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ nahmen einige Minderjährige sowie ledige Mütter teil, die vom Zentrum „Il Ponte“ betreut werden. „Il Ponte“ besteht seit dem Jahr 1979 in Civitavecchia. Der Präsident der Vereinigung, Don Egidio Smacchia, gehörte zu den Konzelebranten.

Im Evangelium vom Tag (Mt 13,54-58) werde Jesus „Sohn des Zimmermanns“ genannt. Josef sei ein Arbeiter gewesen und Jesus habe von ihm das Arbeiten gelernt. In der ersten Lesung (Gen 1,26 – 2,3) sei zu lesen, dass Gott arbeite, um die Welt zu schaffen. Diese „Ikone des Gottes und Arbeiters“ sage uns, dass die Arbeit etwas mehr sei als der alleinige Erwerb des Lebensunterhaltes.

„Die Arbeit gibt uns die Würde!“, so der Papst: „Wer arbeitet, besitzt eine besondere Würde, eine Würde als Person: der Mann und die Frau, die arbeiten, sind würdig. Diejenigen dagegen, die nicht arbeiten, besitzen diese Würde nicht. Doch es gibt so viele, die arbeiten wollen und dies nicht können. Das ist eine Last für unser Gewissen, denn: wenn eine Gesellschaft derart geordnet ist, dass nicht alle die Möglichkeit zur Arbeit haben, mit der Würde der Arbeit ‚gesalbt’ zu sein, dann ist mit dieser Gesellschaft etwas nicht in Ordnung: sie ist nicht gerecht! Es geht dies gegen Gott selbst, dessen Wille es war, dass unsere Würde mit der Arbeit anhebe!“.

Weder die Macht noch das Geld noch die Kultur gäben die Würde: „Nein!... Die Würde gibt uns die Arbeit!“. Viele sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systeme träfen heute eine Entscheidung, welche die Ausbeutung der Person bedeute: „Nicht das Rechte zahlen, keine Arbeit geben, weil man nur auf die Bilanzen des Unternehmens schaut, weil man nur darauf achtet, wie viel Profit gemacht werden kann. Das geht gegen Gott!“

Franziskus rief einen Artikel aus der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“ in Erinnerung, der ihn am Tag der Tragödie in Bangladesh beeindruckt habe: „Leben mit 38 Euro im Monat“: „Das war der Lohn der Menschen, die gestorben sind... Und so was heißt ‚Sklavenarbeit’“. Heute gebe es in der Welt diese Form der Sklaverei, „die mit dem Schönsten getrieben wird, was Gott dem Menschen gegeben hat: die Fähigkeit, etwas zu schaffen, zu arbeiten, daraus eine Würde zu machen. Wie viele Brüder und Schwestern in der Welt befinden sich in dieser Situation, verschuldet durch diese wirtschaftlichen, sozialen, politischen Haltungen!“.

Der Papst zitierte einen mittelalterlichen Rabbiner, der seiner jüdischen Gemeinde die Geschichte vom Turmbau zu Babel erzählt habe. Damals seien die Mauersteine sehr wertvoll gewesen. „Wenn ein Mauerstein irrtümlich herabfiel, so war das ein schreckliches Problem, ein Skandal: ‚Schau, was du da angestellt hast!’ Fiel jedoch einer derer herab, die den Turm bauten: ‚Ruhe in Frieden!’. Der Mauerstein war wichtiger als die Person. Das ist es, was jener mittelalterliche Rabbiner erzählte, und das geschieht jetzt! Die Menschen sind weniger wichtig als die Sachen, die Profit für jene abwerfen, die die politische, soziale, wirtschaftliche Macht besitzen. An welchem Punkt sind wir angelangt? An dem Punkt, dass wir uns dieser Würde der Person nicht mehr bewusst sind, dieser Würde der Arbeit. Heute aber lehren uns die Gestalten des heiligen Josefs, Jesu, Gottes, die arbeiten – das ist unser Vorbild –, den Weg, um zur Würde zu gelangen“.

„Heute können wir nicht mehr sagen, was der heilige Paulus sagte“, so Franziskus zum Schluss: „‚Wer nicht arbeiten will, soll nicht essen’, sondern wir müssen sagen: ‚Wer nicht arbeitet, hat die Würde verloren!’, weil er keine Möglichkeit zu arbeiten findet“. Mehr noch: „Die Gesellschaft hat diese Person ihrer Würde beraubt!“. Es sei gut, die Stimme Gottes zu vernehmen, als er sich an Kain gewandt und ihm gesagt habe: „Kain, wo ist dein Bruder?“. Heute „hören wir dagegen diese Stimme: ‚Wo ist dein Bruder, der keine Arbeit hat? Wo ist dein Bruder, der unter dem Joch der Sklavenarbeit steht?’ Beten wir für alle Brüder und Schwestern, die sich in dieser Lage befinden. Amen!“.


Dem Autor auf Twitter folgen!

Kurzvideo:



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 gloria olivae 2. Mai 2013 

Genau genommen und um dem liturgischen Kalender gerecht zu werden, ist der 1. Mai ein nicht gebotener Gedenktag z. Ehren des hl. Josef, "des Arbeiters".


4
 
 TextklarKANA 1. Mai 2013 
 

Christliche Kontinuität in der Nachfole Jesu?!

Papst Franziskus braucht keine Schablone „erste inhaltliche Aussage“, wie Pater Hagenkord im RV-Blog fragt. Seine einzelnen Predigten sind diese Schablone und zwar jede für sich allein.
Auch wird er mit derart gehaltvollen Predigten in jedem Falle der Komplexität der „Kultur“, der „Religion“ und der „derzeit konkreten Welt“ gerecht werden. Ich bin mir sicher auch Jesus der Christus hätte so gesprochen, wie es Papst Franziskus heute in seiner Nachfolge und in seinem Sinne tut. Beten wir, dass der Hl. Geist wieder eine „Christliche Kirche“ aufbaut.


5
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Die Symphonie der Nächstenliebe chorisch entwickeln
  2. ‚Psychopathologie und das bevorstehende Ende?’ Wie geht es Papst Franziskus?
  3. Diakonie der Wahrheit – der hohe Anspruch an den Theologen im kirchlichen Dienst
  4. Papst: Warte auf richtigen Moment für Ukraine-Besuch
  5. Papst Franziskus gibt neue Kardinäle bekannt: Drei besondere Fälle
  6. Adam, wo bist du? Notwendigkeit einer ernsthaften Gewissensprüfung und Umkehr
  7. Charles de Foucauld: Prophet der Wesentlichkeit und Universalität des Glaubens
  8. Feierliche Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ergriffen von der Liebe
  9. Mit den Migranten und Flüchtlingen die Zukunft gestalten
  10. Die ‚alte Messe’ und der Teufel, der Täuscher







Top-15

meist-gelesen

  1. JETZT ANMELDEN! kath.net-Leserreise nach Fatima und auf die Azoren - Oktober 22
  2. Papst Franziskus korrigiert den deutsch-synodalen Sonder-Weg
  3. Vatikan gibt Covid-Impfmünze heraus
  4. US-Höchstgericht hebt Abtreibungsurteil auf - Gewaltiger Sieg für die Pro-Life-Bewegung!
  5. ‚Psychopathologie und das bevorstehende Ende?’ Wie geht es Papst Franziskus?
  6. "Einem Arzt, der so etwas sagt, sollte man die Approbation wegnehmen!"
  7. Gibt es eine Vielfalt der Geschlechter? – Versuch einer Orientierungshilfe
  8. "Dass Sie als Axel-Springer-Chef diesen Fakt falsch darstellen,..."
  9. „Warum die Kochschürze?“ - Bischof Genns Schürze bei einer Altarweihe erregt Aufmerksamkeit
  10. Kardinal Kasper verschärft Kritik am Synodalen Weg - „... der bricht der Kirche das Genick“
  11. Münsteraner Bischof Genn beurlaubt Dompropst und Offizial Schulte
  12. Gottesdienst-Präfekt bedauert "Kämpfe" um Liturgie in der Kirche
  13. Eine evangelische Pfarrerin in der katholischen Messe und die religiöse Bedeutung von Puzzleteilen
  14. Churer Priesterkreis: „Angesichts der entstandenen Verwirrung fordern wir…“
  15. Diese Unsicherheiten aus den eigenen Reihen

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz