Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  3. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Voll in die Falle getappt
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  13. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?

Kirche weist Vorwurf der 'Schwarzen Liste' gegen Kardinäle zurück

7. März 2013 in Aktuelles, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Lombardi zu Missbrauchsvorwürfen: SNAP steht Entscheidung über Konklave-Teilnahme nicht zu - Zurückweisung auch durch Tschechische Bischofskonferenz


Vatikan-Prag (kath.net/KAP) Nach der Veröffentlichung einer schwarzen Liste für die Papstwahl durch US-amerikanische Missbrauchsopfer hat sich der Vatikan gegen eine Einmischung in das Konklave verwahrt. Es stehe dem Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP) nicht zu, darüber zu befinden, wer am Konklave teilnehmen dürfe, sagte Sprecher Federico Lombardi am Mittwoch im Vatikan. "Von den Kardinälen wird erwartet, dass sie ohne den Ratschlag von SNAP eine Entscheidung treffen", so Lombardi.

Ausführlicher hatte bereits vor zwei Wochen im Umfeld der Diskussionen um den der Vertuschung von Missbrauchsfällen belasteten US-amerikanischen Kardinal Roger Mahony der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten, Bischof Juan Ignacio Arrieta, Mahonys Teilnahme am Konklave verteidigt. Das Kirchenrecht schütze ausdrücklich die Freiheit der Papstwähler gegen "alle möglichen Einmischungen, Widerstände und Wünsche durch weltliche Autoritäten" sowie Gruppen oder Einzelpersonen, betonte Arrieta damals mit Verweis auf die Papstwahlordnung "Universi Dominici gregis".

SNAP hatte eine Liste mit den Namen von zwölf Kardinälen veröffentlicht, von denen einige als aussichtsreiche Kandidaten für die Nachfolge von Benedikt XVI. gelten. Die Organisation fordert ihr Fernbleiben vom Konklave. Sie wirft ihnen vor, sich verharmlosend über sexuellen Missbrauch geäußert oder pädophile Priester vor der staatlichen Strafverfolgung geschützt zu haben. Auch habe man den Eindruck, dass derzeit kein Kurienmitglied an einer durchgreifenden Aufklärung interessiert sei, begründete SNAP-Direktor David Clohessy die Aktion.


Tschechische Bischöfe verteidigen Duka

Deutliche Kritik an der Liste kam inzwischen von der tschechischen Bischofskonferenz. Sie wies den Vorwurf gegen den Prager Erzbischofs Dominik Duka - er soll "Missbrauchsopfer nicht unterstützt" haben - zurück. SNAP hatte angeführt, der Kardinal habe "durch seine Behauptung, die Meldungen über die Belästigung von Kindern in irischen Schulen" seien "ein Versuch, die Kirche aus ihrer Position bei der Erziehung und Ausbildung von Kindern hinauszudrängen, die Fälle priesterlicher Pädophilie in Irland verharmlost". Dukas Behauptung, nur zehn Prozent der Anschuldigungen gegenüber Priestern seien belegt, sei "eine sehr schmerzhafte Erklärung für alle, die dies mitgemacht haben", so Zach Hiner von der in Chicago ansässigen Organisation.

Die Vorwürfe gegen den Prager Erzbischof seien laut der tschechischen Bischofskonferenz wohl darauf zurückzuführen, dass dieser während einer Reise in die USA darauf hingewiesen habe, dass es bei den Missbräuchen um "ein Problem unserer ganzen Gesellschaft" gehe, deren Bestandteil die Kirche sei, und weiters, dass es sich um "das Problem der zerrütteten Familien und allgemein der Lockerung der Moral" handle. Im selben Atemzug habe der Kardinal jedoch "darauf bestanden, dass die Kirche in diesen Dingen umsichtiger" sein müsse als andere Institutionen und "alle Vorkehrungen getroffen werden müssen, den Missbrauch zu verhindern", so die Bischofskonferenz.

Zu bedenken gaben die tschechichen Bischöfe, dass es "in jener Zeit, da es weltweit zu den Missbräuchen kam, der Kirche in der Tschechoslowakei verboten war, kirchliche Schulen zu gründen". "Paradoxerweise dank dem Kommunismus" sei sie in Tschechien daher "von diesem Problem verschont geblieben". Dukas Zeremoniär Vojtech Matl fügte hinzu, die Behauptungen von SNAP seien "völliger Unsinn". Er wisse von einigen Fällen, die Duka so "strikt gelöst" habe, dass dies "einige Leute in der Kirche sogar verwundert" habe.

Wie die Bischöfe Tschechiens weiters kritisierten, kämen die Anschuldigungen just "zu einem Zeitpunkt, da seitens der Medien wegen der bevorstehenden Papstwahl ein großes Interesse am Kardinalskollegium" bestehe. Die Kardinäle könnten sich "infolge ihrer Abwesenheit von Zuhause und des ihnen auferlegten Schweigegebots schwer verteidigen".

Zwölf Kardinäle auf der Liste

Der Prager Erzbischof steht ebenso auf der "Dirty Dozen list" von zwölf Purpurträgern wie die US-Kardinäle Timothey Dolan (New York), Sean O'Malley (Boston) und Donald Wuerl (Washington), weiters Leonardo Sandri (Argentinien), George Pell (Australien), Marc Ouellet (Kanada), Peter Turkson (Ghana), Oscar Rodriguez Maradiaga (Honduras), Tarcisio Bertone und Angelo Scola (Italien) sowie Norberto Rivera Carrera (Mexiko).

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Konklave

  1. Rauchfang auf der Sixtina für die Papstwahl montiert
  2. Schönborn: Neuer Papst wird "heiliger und weiser Mann
  3. George Weigel: Konklave ist Richtungsentscheidung
  4. Hat Kardinal Dolan auf das nächste Konklave Einfluss genommen?
  5. Kardinal Sandri wird Leiter eines möglichen Konklave
  6. US-Jesuitenmagazin bringt Insider-Informationen aus dem Konklave
  7. Kandidat der Verzweiflung: Ein Barbar aus dem Norden
  8. Strengste Geheimhaltung und verschlossene Türen
  9. Kardinal Dolan widerspricht Konklave-Aussage des Scalfari-Interiews
  10. Bergoglio im Präkonklave: 'Es gibt zwei Kirchenbilder'






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. Die große Täuschung
  13. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  14. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  15. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz