Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  5. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  6. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  7. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  12. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Erzbischof Gänswein und die Kölner Erklärung zur 'Pille danach'

19. Februar 2013 in Aktuelles, 40 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Prof. Manfred Spieker nimmt Stellung zu fehlerhaften spanischen Medienberichten


Osnabrück (kath.net) „Richtig ist, dass Erzbischof Gänswein mir am 14. Februar geschrieben hat, dass es nicht wahr ist, dass Kardinal Meisner mit ihm über seine Stellungnahme zur Pille danach gesprochen habe und dass dies zu dementieren sei.“ Dies sagte Manfred Spieker (Foto), emeritierter Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück und Berater des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

Auf Anfrage von kath.net nahm Spieker Stellung zu fehlerhaften spanischen Mediendarstellungen und erklärte, welche Kontakte bisher zwischen dem Papstsekretär und Kurienerzbischof Georg Gänswein und dem Kölner Kardinal Meisner sowie der Glaubenskongregation bzw. der Päpstlichen Akademie für das Leben und Kardinal Meisner in der Frage nach der Verantwortbarkeit der Verabreichung der „Pille danach“ an Vergewaltigungsopfer erfolgt sind.

Die Stellungnahme von Prof. Manfred Spieker für kath.net:

Die spanischsprachige Meldung von Aci Prensa und EWTN Noticias, über welche kath.net berichtet hat, enthält mehrere Fehler bzw. Ungenauigkeiten.


Richtig ist, dass Erzbischof Gänswein mir am 14. Februar geschrieben hat, dass es nicht wahr ist, dass Kardinal Meisner mit ihm über seine Stellungnahme zur Pille danach gesprochen habe und dass dies zu dementieren sei. Ich hatte ihm zuvor die entsprechende Passage aus dem Interview des Kardinals mit dem Kölner Stadtanzeiger vom 12.2. geschickt.

Falsch ist, dass ich gesagt hätte, die Päpstliche Akademie für das Leben oder die Glaubenskongregation hätten die Erklärung von Kardinal Meisner nicht gebilligt. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass weder die Glaubenskongregation noch die Päpstliche Akademie für das Leben „amtlich“ mit der Erklärung von Kardinal Meisner befasst waren, dass nur telefonisch bzw. elektronisch ein schnelles o.k. für die Erklärung des Kardinals eingeholt wurde, die, wie ich schon in meiner Kolumne in der Tagespost am 9.2. schrieb, moraltheologisch nicht falsch ist, im Verein mit der Erklärung der Pressestelle des Erzbistums, die der Glaubenskongregation vermutlich nicht vorgelegt wurde, aber eine fatale Wirkung hat. Die beiden Erklärungen suggerieren zum einen, es gäbe eine Pille danach, die nur ovulationshemmend, nicht aber nidationshemmend wirkt.

Zum anderen wollen sie es dem Gewissen und der wissenschaftlichen Einschätzung des Arztes überlassen, inwieweit bei einem Präparat eine nidationshemmende Wirkung besteht. Dem ist die am 13.2. veröffentlichte Untersuchung des IMABE-Instituts entgegenzuhalten, die zeigt, dass alle gegenwärtig auf dem Markt befindlichen Präparate der Pille danach sowohl eine ovulationshemmende als auch eine nidationshemmende Wirkung haben und dass die jeweilige Wirkung der Pille vom Zeitpunkt im Zyklus der Frau abhängt, an dem sie zum Einsatz kommen soll.

Es wäre den deutschen Bischöfen zu empfehlen, sich an der Erklärung der amerikanischen Bischöfe „Ethical and Religious Directives for Catholic Health Care Services“ vom 17.11. 2009 zu orientieren, in der es im Hinblick auf Vergewaltigungsopfer heißt:

"Compassionate and understanding care should be given to a person who is the victim of sexual assault. Health care providers should cooperate with law enforcement officials and offer the person psychological and spiritual support as well as accurate medical information. A female who has been raped should be able to defend herself against a potential conception from the sexual assault. If, after appropriate testing, there is no evidence that conception has occurred already, she may be treated with medications that would prevent ovulation, sperm capacitation, or fertilization. It is not permissible, however, to initiate or to recommend treatments that have as their purpose or direct effect the removal, destruction, or interference with the implantation of a fertilized ovum" (Ziffer 36).

Osnabrück, 19.2.2013
Prof. Dr. Manfred Spieker

Siehe auch kathpedia: Manfred Spieker

Foto Manfred Spieker: © www.kath-theologie.uni-osnabrueck.de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  4. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  5. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  6. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  7. Slowakei: Aufrufe zu Lebensschutz und Dialog bei Nationalwallfahrt
  8. Damit die nächste Saat aufgehen kann
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  12. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz