Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  11. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  12. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  13. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  14. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark
  15. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt

Weltweit gibt es rund hundert Blutreliquien von Johannes Paul II.

11. Februar 2013 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Papstblut stammt von einer medizinischen Untersuchung, die vor einem Luftröhrenschnitt wenige Wochen vor dem Tod Johannes Paul II. stattgefunden habe. Von Oliver Hinz (KNA)


Krakau (kath.net/KNA) Sogar 101 Meter unter der Erde werden sie als Reliquie verehrt: Blutstropfen des seligen Papstes Johannes Paul II. (1978-2005). Im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau ist die Flüssigkeit im Altar der prächtigen Kapelle der heiligen Kinga genauso ausgestellt wie an fast zehn anderen Orten der zweitgrößten polnischen Stadt: allen voran die Marienkirche am Marktplatz und die Wawel-Kathedrale, wo das spätere Kirchenoberhaupt 1958 zum Bischof geweiht wurde und von 1964 bis 1978 als Krakauer Erzbischof die Messen feierte.

Nirgends steht das Blut des einstigen Papstes jedoch so im Mittelpunkt wie im Johannes-Paul.-II.-Heiligtum in Lagiewniki am Stadtrand von Krakau. Am marmornen Hauptaltar der im Juni 2011 eröffneten Reliquienkirche sind die Tropfen in einem gut sichtbaren Glasgefäß eingefügt. Mindestens viermal am Tag wird Johannes Paul II. hier in Messen als Fürsprecher bei Gott angerufen. Noch stört manchmal der Lärm von den Bauarbeiten in der Hauptkirche darüber, aber diese soll bereits dieses Jahr fertiggestellt werden.

In einem Nebenraum der Unterkirche gibt es noch eine weitere Blutreliquie - in einem Behältnis auf der weißen Marmorplatte des früheren Grabs des polnischen Papstes aus den vatikanischen Gotten unterhalb des Petersdomes. Die Grabplatte war nach Krakau gebracht worden, nachdem Johannes Paul II. bei seiner Seligsprechung am 1. Mai 2011 seine neue Ruhestätte in einer Seitenkapelle des Peterdoms erhalten hatte. Das Heiligtum soll einmal einer der am meisten besuchten Wallfahrtsorte in Polen werden. Noch nehmen an Gottesdiensten bisweilen lediglich zwei Dutzend Menschen teil.


Das Papstblut stammt nach Angaben des Bistumssprechers Robert Necek von einer medizinischen Untersuchung, die vor einem Luftröhrenschnitt wenige Wochen vor dem Tod Johannes Paul II. stattgefunden habe. Dem Papst seien damals mit Blick auf eine mögliche Bluttransfusion insgesamt vier Ampullen Blut abgenommen worden, die dann nicht mehr gebraucht wurden. Die Ärzte hätten seinerzeit selbst beschlossen, das Blut dem damaligen Papstsekretär und heutigen Krakauer Erzbischof Stanislaw Dziwisz zu übergeben. Dziwisz betonte 2011, solche Reliquien hätten im Christentum eine lange Tradition. Der verstorbene Papst sei zwar kein Märtyrer, aber er habe «doch sein Blut am Petersplatz vergossen» - beim Attentat von Ali Agca 1981.

Der Anwalt des Seligsprechungsverfahrens, Postulator Slawomir Oder, stellte klar, Reliquien seien «kein magischer Fetisch». Sie seien dazu da, «in unseren Herzen die Dankbarkeit für das Geschenk der Person Johannes Paul II. zu erreichen». Reliquien seien ein Symbol der Anwesenheit eines Heiligen in der Welt.

Der Papst aus Polen ist nicht der einzige Selige, von dem es Blutreliquien gibt. Auch bei der Seligsprechung der Ordensgründerin Mutter Teresa 2003 in Rom waren Blutstropfen ausgestellt worden.

Besonders kontrovers diskutiert wurde, dass Dziwisz im Februar 2011 dem schwer verunglückten polnischen Formel-1-Piloten Robert Kubica ein Medaillon mit Blutstropfen und Gewandpartikeln von Johannes Paul II. schenkte und diesem ausgerechnet von Fernsehreportern überbringen ließ. Der Krakauer Sportstar hatte darum gebeten, weil er hoffte, so schneller gesund zu werden. Der Rennfahrer, der wegen zahlreicher Knochenbrüche mehrfach operiert werden musste, konnte daraufhin das Krankenhaus schneller als erwartet verlassen. Doch ein Comeback in der Formel 1 ist nicht Sicht.

Weit mehr als hundert Pfarreien aus der ganzen Welt baten Dziwisz inzwischen um eine kostbare Reliquie. Wie vielen Anfragen der Kardinal entsprach, weiß auch sein Sprecher Necek nicht. «Sicher mehr als hundert» Blutreliquien seien bereits verteilt, schätzt indes Krzysztof Tomasik von der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI. Die meisten davon in Polen.

Auch in Deutschland wird das Papstblut bereits in Aschaffenburg, Berlin, Dortmund, Hannover, Hamburg-Harburg, Würzburg und im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer verehrt. Oft ging die Initiative dabei von den polnischen Missionen aus. Deren oberster Leiter, Prälat Stanislaw Budyn, sagt, Dzwisz erfülle gut begründete Reliquienwünsche gern. Offen bleibt allerdings die Frage, ob noch viele Blutstropfen übrig sind.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Johannes Paul II.

  1. Meloni besuchte neues Museum zu Ehren von Johannes Paul II. in Rom
  2. Polnische Bischofskonferenz: „Wir appellieren um Respekt vor dem hl. Johannes Paul II.“
  3. „Genossen, wir haben ein Problem“ – So reagierten die Kommunisten auf die Wahl Karol Wojtyłas
  4. „Johannes Paul II. – Prophet der Hoffnung“
  5. Kann uns eine möglicherweise erfundene Anekdote über Johannes Paul II. Wahres lehren?
  6. Karol Wojtyła 1976: „Wir stehen vor der finalen Konfrontation zwischen Kirche und Antikirche“
  7. Als Papst Johannes Paul II. gegen die „gay pride“ Parade in Rom protestierte
  8. Studie entdeckt ‚Johannes Paul II. – Effekt‘ auf Geburtenrate in Lateinamerika
  9. Die geheimnisvolle Nonne, die half, die Ermordung von Papst Johannes Paul II. zu verhindern
  10. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz