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Erzbischof Zollitsch: „Ägypten braucht Religionsfreiheit“

5. November 2012 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
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Deutsche Bischofskonferenz gratuliert dem neuen Papst der koptischen Kirche


Fulda – Freiburg (kath.net/dbk) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat dem heute neu bestimmten Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Bischof Tawadrous, gratuliert. In seinem Glückwunschschreiben würdigt Erzbischof Zollitsch den Beitrag der koptischen Kirche zum Aufbau einer friedlichen Gesellschaft in Ägypten. Nach den Vorentscheidungen wurde heute der 60-jährige Weihbischof aus dem Bistum Beheira Nachfolger des am 17. März 2012 verstorbenen Papstes Shenouda III. Bischof Tawadrous wird damit der 118. Nachfolger des heiligen Markus.

Erzbischof Zollitsch schreibt an das neue Kirchenoberhaupt: „Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz wünsche ich Ihnen Gottes Segen für die große und verantwortungsvolle Aufgabe, die vor Ihnen liegt. Die koptische Kirche hat im vergangenen Jahr wesentlich zur friedlichen Revolution in Ägypten beigetragen. Ich möchte Sie und Ihre ganze Kirche ermutigen, den Weg der nationalen Versöhnung fortzusetzen und entschlossen am Aufbau der Zivilgesellschaft mitzubauen. Ägypten durchlebt derzeit eine schwierige Phase seiner Geschichte. Die gesellschaftlichen Spannungen nehmen zu. Immer wieder ist es zu Gewalttaten gegen die christliche Minderheit gekommen, und manche islamistischen Kräfte versuchen, dem Staat ein einseitig muslimisches Gepräge zu geben, das dem multireligiösen Charakter der Gesellschaft nicht entspricht. In dieser Situation ist entschieden klarzustellen: Ägypten braucht Religionsfreiheit. Und ebenso den Dialog zwischen den Religionen, der dem Frieden in der Gesellschaft dient. Die ganze ägyptische Gesellschaft sollte neu verstehen lernen, dass ein friedliches Zusammenleben ohne die koptischen Christen nicht möglich ist. Mehr noch: Ohne seine Christen verlöre Ägypten seinen eigentümlichen Charakter und zerschnitte das Band mit der eigenen Geschichte. Denn das koptische Christentum ist konstitutiver Bestandteil der Gesellschaft.“ Was über Jahre an gutem Miteinander aller Bevölkerungsgruppen aufgebaut worden sei, bedürfe der Konsolidierung, gerade in Zeiten des Umbruchs, in denen sich Ägypten derzeit befinde. „Deshalb bete ich für Sie und das koptische Christentum, dass die Spannungen in der Bevölkerung zurückgehen und eine friedliche Koexistenz auch weiterhin möglich sein möge“, so Erzbischof Zollitsch.

Zollitsch würdigte das Engagement der koptisch-orthodoxen Kirche im ökumenischen Gespräch: „Ich bin froh, dass es gute Kontakte zwischen Ihrer Kirche und der koptisch-katholischen Kirche unter Leitung ihres Patriarchen Kardinal Antonios Naguib gibt. Bitte gehen Sie auf diesem Weg der ökumenischen Eintracht voran, denn das koptische Christentum hat eine gemeinsame Wurzel und eine gemeinsame Geschichte. Dieses Erbe kann nur in gemeinsamer Verantwortung bewahrt werden“, so Zollitsch.


Foto Erzbischof Zollitsch: (c) Erzdiözese Freiburg


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Lesermeinungen

 Theobald 7. November 2012 
 

@Victor

Sie verstehen den Punkt nicht! Natürlich ist Buddhismus letztlich Atheismus, das habe ich auch so geschrieben.
Aber WER sollte bitteschön darüber urteilen, welche Religion jetzt gelebt werden darf und welche nicht?

Sie vielleicht? Oder ich? Oder der Papst? Nein, wenn man hier anfängt, endet man wie im Iran. Und dort herrscht das Gegenteil von Freiheit.


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 Victor 6. November 2012 
 

@Theobald

Es gibt doch etliche Fehlformen von Religion. Dazu gehören Gott- und Menschenfeindliche Muslimbruderschaften genau so wie etliche Sekten, die Menschen ködern und in tiefste perverse Abhängigkeiten stürzen.
Und das mit dem Buddhismus sagte der Bischof von Rom, der selige und große Papst Johannes Paul II. Wollen Sie ihm denn widersprechen? Er konnte jedenfalls bestens die Geister unterscheiden- Irrtum ausgeschlossen. Andernfalls hätte er sich nicht öffentlich dazu geäußert. Buddhismus ist Atheismus.


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 Victor 5. November 2012 
 

Fehlformen von Religion @Theobald

sind doch sicherlich, da werden Sie zustimmen, die Moslembruderschaften in Ägypten und die Salafisten, die auch in D wg. Religionsfreiheit alles Unmögliche tun können, weil es ja hier Religionsfreiheit gibt- wie es den Anschein hat. Denn in Bezug auf die Beschneidung hat doch ein Kölner Gericht massivst in \"Religionsfreiheit\" eingegriffen. Gäbe es keine weltweiten Proteste dagegen, könnten Juden auf Dauer hier nicht mehr leben.

Eine Fehlform von Religion ist sicherlich auch der Buddhismus. Kein Geringerer als Papst Johannes Paul II., der ja keine Berührungsängste hatte, bescheinigte dem Buddhismus, atheistisch zu sein.


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 dominique 5. November 2012 
 

Nicht nur Ägypten braucht Religionsfreiheit

Die Religionen selbst brauchen Freiheit, nämlich ihre Befreiung von Machtdiskursen und von ihrer Instrumentalisierung als gesellschaftlicher Gruppenzwang, der mit Religion und Glauben nichts zu tun hat und die Menschen unterdrückt.


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 Schroedel 5. November 2012 
 

so klare Worte...

sind von Seiten der DBK selten zu hören. Daher: Danke aus Ägypten!!!
Was die \"oekumenischen Kontakte\" zur koptisch-katholischen Kirche betrifft wäre allerdings noch etwas Klärungsbedarf vorhanden....


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 tünnes 5. November 2012 
 

Die Kopten brauchen mehr als warme Worte.


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 Victor 5. November 2012 
 

Religionsfreiheit

Dieser Begriff ist zu schwammig. Es gibt ja auch jede Menge Fehlformen von Religion.
Man hat das damals auf dem Konzil zu optimistisch gesehen, in gutem Glauben sicherlich.


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