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Mixa sagt in Betrugsprozess aus

24. Februar 2012 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
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Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa war Opfer eines mutmaßlichen Betrügers geworden


Ingolstadt (kath.net/KNA) Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa hat am Donnerstag in einem Betrugsprozess als Zeuge ausgesagt. Vor der ersten Strafkammer des Landgerichts Ingolstadt erklärte er, im Herbst 2010 fast 5.000 Euro an den 29-jährigen Angeklagten überwiesen zu haben. Mixa und eine Ordensschwester aus dem Kloster Fünfstetten sind damit Opfer eines mutmaßlichen Betrügers geworden. Wenn er um die wahren Umstände gewusst hätte, hätte er kein Geld überwiesen, sagte Mixa. Ein Urteil in dem Prozess soll dem Landgericht zufolge am 8. März fallen.

Zwei Telefonate führte der frühere Bischof nach eigenen Angaben mit dem Angeklagten, der sich als sein ehemaliger Ministrant im Eichstätter Dom vorgestellt habe. «Ich kann mich an kein Gesicht erinnern», sagte Mixa. Er wolle aber nicht ausschließen, dass es sich bei dem mutmaßliche Betrüger tatsächlich um einen ehemaligen Messdiener gehandelt habe. Dieser habe ihn um finanzielle Hilfe gebeten, da er an Leukämie erkrankt sei, sein Kind an der Glasknochenkrankheit leide und er deshalb nun ein spezielles Auto brauche, erinnert sich der frühere Bischof vor Gericht.


Mixa habe ihm daraufhin rund 2.300 Euro überwiesen. Nach einer nochmaligen, schriftlichen Bitte um Geld habe er der angeblichen Frau des Angeklagten weitere 2.500 Euro auf ihr Konto zukommen lassen. Die für das Jahr 2011 zugesagten Rückzahlungsraten habe er nie bekommen, teilte der Bischof mit.

Weitere 1.000 Euro spendete eine Ordensschwester aus dem Kloster Fünfstetten, in dem Mixa im Herbst 2010 lebte. Sie hatte die Anrufe des Angeklagten an der Klosterpforte entgegengenommen und ihm ebenfalls helfen wollen. Eine Bekannte habe für sie die Überweisung vorgenommen. Weil auch die Ordensschwester die versprochene Zurückzahlung nie erhalten habe, habe sie der Nonne das Geld erstattet, sagte die Bekannte als Zeugin aus.

Der Angeklagte selbst befand sich zur Zeit des Betrugs nach eigenen Angaben wegen seines «verschlechterten Gesundheitszustandes» im Erlanger Klinikum am Europakanal. Laut Staatsanwalt Ingo Desing leidet der 29-jährige Angeklagte unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, die sich in andauerndem Streben nach Geltung zeigt. Die Anrufe und Briefe im Herbst 2010 habe er tatsächlich vom Bezirksklinikum Erlangen erledigt.

Bereits am 9. Februar, dem ersten Verhandlungstag, hatte der mutmaßliche Betrüger gestanden, Mixa und die Ordensschwestern um fast 6.000 Euro geprellt zu haben und ein halbes Jahr später weitere Betrügereien unter dem Pseudonym «Charly McLaren» begangen zu haben. Er sei ein Polizist aus Hawaii, der an einem Austauschprogramm mit der deutschen Polizei teilnehme. Als angeblich alleinerziehender Vater bat er um Hilfe für seine kleine Tochter. Bereits in früheren Jahren ist der 29-Jährige wegen verschiedener Delikte angeklagt und verurteilt worden.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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