Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  5. Kirche im Verfall
  6. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  9. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  13. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  14. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Carpe Diem

1. Jänner 2011 in Österreich, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Rundfunkansprache von Diözesanbischof Klaus Küng zum Neuen Jahr.


St. Pölten (www.kath.net)
Liebe Hörerinnen und Hörer!

Einmal mehr stehen wir vor dem Ende eines Jahres und vor dem Anfang eines Neuen.

Was ist eigentlich die Zeit? Wenn wir darüber nachzudenken beginnen, geraten wir in einen inneren Zwiespalt: Einerseits scheint es uns etwas Selbstverständliches, etwas, was jeder weiß und kennt, andererseits ist es gar nicht einfach zu sagen, was eigentlich Zeit ist. Augustinus schreibt in seinem „Bekenntnissen“ mit humorvollem Beiklang: „Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; will ich’s einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht“ (Confessiones 11. Buch 14).

Der Wechsel der Jahreszahl sagt uns: Die Zeit geht weiter. Viele Menschen verbringen den Silvesterabend ausgelassen; sie unterhalten sich, stoßen miteinander an, wünschen sich alles Gute, machen sich nicht viele Gedanken, freuen sich. „Carpe diem“, sagt der alte griechische Philosoph. „Nütze den Tag“ im Sinne von „Lass es Dir gut gehen!“ – warum nicht ? Und doch ist Silvester eine Einladung zum Nachdenken. Adalbert Stifter hat zwei Jahre vor seinem Tod in einer Betrachtung „Silvesterabend“ geschrieben: „Silvesterabend ist“, sagen die Leute. „ein Jahr ist in einigen Stunden aus und ein Neues beginnt“. „Es ist ein wichtiger Zeitabschnitt“, urteilen die anderen, „Es hat das, es hat jenes gebracht, was wird das Neue bringen?“


Silvester fordert dazu auf zu fragen: Wo stehe ich? Wie nütze ich die Zeit, die mir gegeben ist? Jesus sagt: „Man muss die Werke wirken, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“

Derzeit reden alle von der Entwicklung in der Wirtschaft, vom Sparen: Ist das schon alles, was wichtig ist? Man redet auch viel von der Kirche, meist nur vom Negativen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich manche fast darüber freuen, Negatives über die Kirche sagen zu können. Es scheint ein guter Grund, um von der Kirche endgültig wegzugehen. Mich erinnert es an eine kritische Situation im Leben Jesu. Als sich seine Zuhörer an seinen Aussagen Anstoß nahmen, sagte er zu seinen Jüngern: „Wollt auch ihr weggehen?“ Petrus aber gab ihm zur Antwort: „Wohin sollen wir gehen? Nur Du hast Worte des Ewigen Lebens.“ Das beschäftigt mich in diesen Tagen und ich überlege mir, was Gott von mir erwartet. Ich möchte nicht unvorbereitet von den Fragen Gottes überrascht werden, die er stellen wird, wenn eines Tages für mich die Zeit reif wird, die Zeit vorbei ist und das Ewige Leben anfängt. Mit dem Blick auf die Ewigkeit und im Bewusstsein, dass unser Leben begrenzt ist, wird jeder Tag, jede Stunde bedeutsam und es ist wichtig, dass wir die Zeit als einen uns anvertrauten Schatz betrachten, mit dem wir fleißig und bedacht Handel treiben müssen.

Jochen Klepper hat 1938, in schweren Tagen den Gebetstext gedichtet: „Der Du allein der Ewige heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt, im Fluge unserer Zeiten: Bleib Du uns gnädig zugewandt und führe uns an Deiner Hand, damit wir sicher schreiten.“ (Gotteslob Nr. 157).

Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für das Neue Jahr, die Gnade, die Zeit, die Ihnen Gott schenkt, gut zu nützen. Es möge Ihnen gelingen, viel Gutes an Land zu ziehen, sodass es Ihnen für die ganze Ewigkeit bleibt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ja zur Kirche

  1. Papst Benedikt XVI.: 'Ich freue mich sehr, dass es kath.net gibt'
  2. Aktion JA! zur Kirche noch bis Ende Mai!
  3. Die JA! zur Kirche Postkarte - Jetzt bei kath.net bestellen
  4. 'Ich freue mich über diese Initiative'
  5. Papst Benedikt empfängt JA! zur Kirche am 9. Juni
  6. JA' zur Kirche jetzt auch in Kroatien und in der Slowakei
  7. JA! zur Kirche - Große Solidaritätsaktion für Papst und Kirche
  8. 'In dem Maß, wie jemand die Kirche liebt, hat er den Heiligen Geist'







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  4. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  5. Der Tod der Theologie in Deutschland
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Kirche im Verfall
  9. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz