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Katharina von Siena: eine eucharistische Heilige

24. November 2010 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Benedikt XVI. bei der Generalaudienz: Die Heilige lehrt, Christus und seine Kirche zu lieben. Sie verweist auf das Sakrament der Eucharistie als Nahrung des Glaubens, Stärkung der Hoffnung und Flamme der Liebe. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) In Fortsetzung seiner Vorstellung großer Frauengestalten des Mittelalters setzte sich Papst Benedikt XVI. in seiner Katechese während der heutigen Generalaudienz vor 9.000 Pilgern in der Aula „Paolo VI“ mit der großen heiligen Kirchenlehrerin und Mitpatronin Europas Katharina von Siena (* 25. März 1347 in Siena, † 29. April 1380 in Rom) auseinander. Der Papst rief in Erinnerung, dass Katharina wie viele Heilige sehr gelitten habe. Als große geistliche Beraterin habe sie Papst Gregor XI. energisch und erfolgreich aufgefordert, den Sitz von Avignon zu verlassen, um nach Rom zurückzukehren.

Katharina sei eine große Mystikerin mit einer christologisch orientierten und eucharistischen Spiritualität gewesen. Obwohl sie sich der Tatsache der menschlichen Mängel der Priester bewusst gewesen sei, habe sie immer eine große Ehrfrucht vor ihnen gehegt, da diese durch die Sakramente und das Wort die heilbringende Kraft des Blutes Christi spendeten.

Die Heilige aus Siena habe die Priester und auch den Papst, den sie den „süßen Christus auf Erden“ nannte, eingeladen, ihrer Verantwortung treu zu sein. Dazu habe sie immer und ausschließlich ihre tiefe und beständige Liebe zur Kirche veranlasst.

Katharina dränge noch heute die Christen dazu, mutvoll auf die Heiligkeit zuzugehen, um in immer vollerer Weise Jünger Christi zu sein. Sie habe viele Reisen unternommen, um die innere Reform der Kirche zu erwecken und den Frieden unter den Staaten zu begünstigen. Auch aus diesem Grund habe sie Johannes Paul II. zur Mitpatronin Europas erklären wollen: „Der Alte Kontinent vergesse nie die christlichen Wurzeln, die die Grundlage seines Weges sind, und fahre fort, aus dem Evangelium die Grundwerte zu schöpfen, die Gerechtigkeit und Eintracht sicherstellen“, so Benedikt XVI. eindringlich.


Die Lehre der heiligen Katharina, die Lesen und Schreiben gelernt habe, als sie bereits erwachsen war, „ist mit einem derartigen Reichtum ausgestattet, dass sie Papst Paul VI. 1970 zur Kirchenlehrerin ausgerufen hat“. Dieser Titel sei zu dem der Mitpatronin Roms (verliehen vom seligen Papst Pius IX.) und dem der „Patronin Italiens“ (nach dem Willen Papst Pius’ XII.) hinzugekommen.

Eine Vision habe sich unauslöschbar in Herz und Sinn der Mystikerin Katharina eingeprägt, so Benedikt XVI. Dabei handle es sich um jene der Gottesmutter, die sie Jesus vorgestellt und ihr einen Ring geschenkt habe. Dieser Ring sei nur für sie sichtbar gewesen. Die Episode zeige den Mittelpunkt der Spiritualität Katharinas und jeder echten Spiritualität: den Christozentrismus. „Christus ist für sie der Bräutigam, mit dem eine Beziehung der Intimität, Gemeinschaft und Treue besteht. Er ist das über allen anderen Gütern geliebte Gut“.

Eine weitere Episode zeige diese tiefe Einheit Katharinas mit dem Herrn: der Herzenstausch. Jesus sei ihr mit einem menschlichen Herzen in der Hand erschienen; er habe ihr die Brust geöffnet und ihr dieses eingefügt. So habe Katharina wirklich die Worte des Apostel Paulus gelebt: „Nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir“.

Wie die Heilige aus Siena spüre jeder Gläubige das Bedürfnis, sich den Empfidungen des Herzens Christi anzugleichen, um Gott und den Nächsten so zu lieben, wie Christus selbst liebt: „Und wir alle können uns das Herz verwandeln lassen und lernen, wie Christus zu lieben, in einer Vertrautheit mit ihm, die sich vor allem aus dem Gebet, der Betrachtung des Wortes Gottes und den Sakramenten nährt, vor allem durch den häufigen und ehrerbietigen Empfang der Heiligen Kommunion“. Auch Katharina gehöre damit zu den „eucharistischen Heiligen“, mit denen Benedikt XVI. sein nachsynodales Apostolisches Schreiben „Sacramentum caritatis“ beenden wollte.

„Liebe Brüder und Schwestern, die Eucharistie ist ein außerordentliches Geschenk der Liebe, das Gott ständig erneuert, um unseren Weg des Glaubens zu nähren, unsere Hoffnung zu stärken, unsere Liebe zu entflammen, um uns ihm immer ähnlicher zu machen.“

Benedikt XVI. betonte dann auch die Wichtigkeit der „geistlichen Mutterschaft vieler Frauen“, die in ihren Seelen das Denken an Gott nähren, den Glauben der Menschen stärken und das christliche Leben auf immer höhere Höhen ausrichten.

Eine weitere Charakteristik der Spiritualität Katharinas sei an die „Gabe der Tränen“ gebunden, wodurch eine feine und tiefe Sensibilität zum Ausdruck komme. Nicht wenige Heilige hätten die Gabe der Tränen gehabt und auf diese Weise den Gefühlszustand Jesu erneuert. Für Katharina „mischen sich die Tränen der Heiligen mit dem Blut Christi“, von dem sie innig und mit sehr wirksamen symbolischen Bildern gesprochen habe.

Die heilige Katharina lehre „das feinste Wissen “: „Jesus Christus und seine Kirche zu kennen und zu lieben“. „Liebe Brüder und Schwestern“, mahnte Benedikt XVI. abschließend, „wir wollen von der heiligen Katharina lernen, mutig, innig und aufrichtig Christus und die Kirche zu lieben.

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ganz herzlich grüße ich die Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache. Vertrauen wir uns Gottes guter Hand an, denn er hört nicht auf, seinem Volk Heilige zu schenken, die die Menschen zur Umkehr und zu geistlicher Erneuerung führen. Der Herr segne euch alle und schenke euch einen schönen, fruchtbaren Aufenthalt in Rom




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Lesermeinungen

 Claudia Caecilia 25. November 2010 
 

Ein Vorbild

Diese Heilige ist mir sehr lieb.
Wie bei vielen Mystikern steht für sie die Christusbeziehung im Mittelpunkt und nicht Marienerscheinungen.
Natürlich kann die Gottesmutter auf dem Weg zu Gott hilfreich sein, aber es muß nicht so sein.
Die Mystiker erleben eine ganz direkte Gottesbeziehung.


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